Ein turbulentes Quartal geht zu Ende — und ausgerechnet am letzten Handelstag stemmen sich drei Einzelwerte gegen die allgemeine Nasdaq-Schwäche. Während Speicherchiphersteller wie Micron und Schwergewichte wie Nvidia unter erneuten KI-Bewertungssorgen leiden, ziehen CrowdStrike, Texas Instruments und AppLovin mit Tagesgewinnen von über zwei Prozent an der Mehrheit vorbei. Die Gründe sind so unterschiedlich wie die Geschäftsmodelle.

Der Dow legte am Montag um 0,6 % zu, der S&P 500 drehte leicht ins Plus. Der technologielastige Nasdaq 100 blieb dagegen unter der Nulllinie. Steigende Ölpreise nach Houthi-Angriffen im Roten Meer und geopolitische Spannungen rund um den Iran verstärkten die Risikoaversion. Für Nasdaq-Anleger war das erste Quartal 2026 ohnehin kein einfaches: Der S&P 500 hat seit Jahresbeginn mehr als sieben Prozent verloren.

Umso bemerkenswerter, wo heute Stärke auftaucht.

Asset Kurs Veränderung Sektor
CrowdStrike 338,50 EUR +2,8 % Technology
Texas Instruments 164,96 EUR +2,2 % Technology
AppLovin 331,30 EUR +2,2 % Communication Services

CrowdStrike: Wolfe-Upgrade dreht die Stimmung

Der Cybersicherheitsspezialist gehört am Quartalsende zu den stärksten Werten im Nasdaq 100. Das ist bemerkenswert, denn noch vor wenigen Tagen dominierte Angst. Ein Bericht über Anthropics neues KI-Modell „Claude Mythos" hatte die Aktie um sechs Prozent gedrückt. Investoren fürchteten, fortschrittliche KI könnte klassische Sicherheitsdienste überflüssig machen.

Wolfe Research sieht die Lage genau andersherum. Die Analysten stuften CrowdStrike von „Peer Perform" auf „Outperform" hoch und setzten ein Kursziel von 450 US-Dollar. Ihre These: Anthropics Modellgeneration könnte einen „Cyberkrieg in Maschinengeschwindigkeit" auslösen — und Unternehmen damit zwingen, deutlich mehr für Schutzmaßnahmen auszugeben. Statt Bedrohung also ein Nachfragebeschleuniger.

Fundamental untermauert CrowdStrike diese Logik. Das Unternehmen hat die Marke von fünf Milliarden US-Dollar beim jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) überschritten, das Wachstum auf 24 Prozent beschleunigt. Im vierten Quartal erreichte der Netto-Neu-ARR mit 331 Millionen US-Dollar einen Rekord. An der Wall Street halten 32 Analysten eine Kaufempfehlung aufrecht, 15 raten zum Halten.

Bei 338,50 Euro notiert die Aktie rund 30 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Der Cybersicherheitssektor pendelt weiter zwischen KI-Chance und KI-Bedrohung — CrowdStrike profitiert heute von der optimistischeren Lesart.

Texas Instruments: Der stille Profiteur im Halbleitersektor

Während der breite Halbleitersektor unter Druck steht, zeigt Texas Instruments relative Stärke. Der Chipkonzern aus Dallas legt 2,2 Prozent zu und setzt damit ein klares Signal: In einem Markt, der KI-Hype abstraft, werden solide Cashflow-Geschichten belohnt.

CEO Haviv Ilan hatte auf dem letzten Earnings-Call betont, das Unternehmen sei „mit Lagerbeständen und Kapazitäten gut positioniert, um die unmittelbare Kundennachfrage im Jahr 2026 zu bedienen". Diese Aussage gewinnt an einem Tag wie heute Gewicht.

Besonders das Datencenter-Geschäft verdient Aufmerksamkeit:

  • Das neu gegründete Datencenter-Segment wuchs im vierten Quartal 2025 um nahezu 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr
  • Es macht inzwischen rund neun Prozent des Gesamtumsatzes aus
  • In Kooperation mit NVIDIA stellte Texas Instruments eine 800-VDC-Stromarchitektur für Rechenzentren der nächsten Generation vor — mit einer Leistungsdichte von über 2.000 W/in³

Auch die Kapitalseite stimmt. Der operative Cashflow lag im Geschäftsjahr 2025 bei 7,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 13 Prozent. Der Free Cashflow je Aktie hat sich im Jahresvergleich fast verdoppelt. CFO Rafael Lizardi stellte für 2026 mehr als acht US-Dollar Free Cashflow je Aktie in Aussicht.

Mit einem RSI von knapp 30 befindet sich die Aktie nahe der überverkauften Zone. Für Anleger, die einen defensiven Qualitätswert mit wachsender KI-Infrastruktur-Exposition suchen, liefert Texas Instruments derzeit ein interessantes Profil.

AppLovin: Erholung auf wackligem Fundament

Der Kursgewinn von 2,2 Prozent täuscht nicht über die brutale Jahresbilanz hinweg: Rund 37 Prozent hat AppLovin seit Jahresbeginn verloren. Die Aktie notiert fast 47 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Der heutige Anstieg ist eine technische Gegenbewegung — befeuert durch wachsende Überzeugung unter institutionellen Investoren, dass die Fundamentaldaten die Kursschwäche nicht rechtfertigen.

Piper Sandler bezeichnet die aktuelle Schwäche als Kaufgelegenheit für langfristige Anleger. Die operative Story bleibt intakt: Die AXON-2.0-Engine hat sich im Mobile-Gaming-Bereich als hochprofitable Werbemaschine etabliert. Der eigentliche Hebel für 2026 liegt in der Expansion in den E-Commerce. Auf der Morgan Stanley Technology Conference bestätigten CEO Adam Foroughi und CFO Matt Stumpf, die KI-gestützte Werbetechnologie im ersten Halbjahr 2026 für Online-Händler zu öffnen. Das würde den adressierbaren Markt effektiv verdoppeln.

Die Risiken sind allerdings real. Die SEC führt eine „aktive und laufende" Untersuchung, die AppLovin betrifft. Makroökonomische Volatilität und regulatorischer Druck bilden zusammen einen Belastungsmix, der die Aktie trotz starker Wachstumszahlen nicht zur Ruhe kommen lässt. Ein nachhaltiger Rebound hängt stark vom Verlauf der SEC-Ermittlungen und den Q1-Ergebnissen ab.

Gemischte Signale zum Quartalsabschluss

Der 31. März markiert das Ende eines schwierigen Quartals für den Nasdaq 100. KI-Bewertungssorgen, geopolitische Risiken im Nahen Osten und eine risikoaverse Grundstimmung haben die großen Tech-Schwergewichte belastet. Fed-Chef Jerome Powell bezeichnete eine Zinserhöhung im Jahr 2026 zwar als unwahrscheinlich — für eine nachhaltige Entlastung reicht das allein nicht.

Die heutigen Gewinner zeigen, wo kurzfristig Kraft steckt: bei selektiven Qualitätswerten mit frischem Analystenrückenwind wie CrowdStrike, bei cashflow-starken Halbleiterkonzernen abseits des Hype-Zyklus wie Texas Instruments und bei überverkauften Wachstumstiteln mit intakter Expansionsstory wie AppLovin. Wer auf eine breitere Indexerholung setzt, braucht Geduld. Die geopolitische Lage und die Frage nach der angemessenen KI-Bewertung bleiben die bestimmenden Variablen für das zweite Quartal.

CrowdStrike-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue CrowdStrike-Analyse vom 31. März liefert die Antwort:

Die neusten CrowdStrike-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für CrowdStrike-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

CrowdStrike: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...