Die Übernahme-Fantasie rund um die Commerzbank hat einen empfindlichen Rückschlag erlitten. UniCredit-CEO Andrea Orcel äußerte sich skeptisch zur aktuellen Bewertung des deutschen Geldhauses und sandte damit ein klares Signal der Zurückhaltung an die Märkte. Ist das nur verbale Taktik im Poker um den Konkurrenten oder zieht sich der potenzielle Käufer tatsächlich zurück?

Die Lage auf einen Blick:
* Auslöser: UniCredit-Chef bezeichnet Commerzbank-Bewertung als zu hoch.
* Reaktion: Kurs rutscht zum Wochenausklang um 1,77 % ab.
* Termin: Quartalszahlen am 11. Februar werden entscheidend für die Eigenständigkeit.

Bewertungspoker belastet

Die Aussagen von Andrea Orcel trafen die Anleger an einer wunden Stelle. Marktteilnehmer hatten darauf spekuliert, dass die Italiener, die bereits rund 29 Prozent der Anteile halten, zeitnah ein attraktives Angebot für die restlichen Aktien vorlegen. Orcels Hinweis auf das "zu hohe Kursniveau" macht jedoch deutlich: Mailand ist nicht bereit, jeden Preis zu zahlen. Die Folge war ein Kursrückgang auf 34,99 Euro zum Handelsschluss am Freitag.

Diese verbale Intervention entzieht der Aktie kurzfristig den wichtigsten Treibstoff. Die "Fusionsfantasie", die den Titel in den letzten zwölf Monaten um über 108 Prozent nach oben getrieben hatte, weicht der Realität eines zähen Bewertungspokers. Das Risiko für weitere Rücksetzer steigt, solange kein konkretes Angebot auf dem Tisch liegt.

Charttechnik: Unterstützung im Test

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Der jüngste Rücksetzer hat auch charttechnische Konsequenzen. Mit dem Rutsch unter die 35-Euro-Marke nähert sich die Aktie ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 34,67 Euro. Diese Linie fungiert nun als wichtige Unterstützung. Hält dieser Bereich nicht, könnte sich die Korrektur ausweiten, zumal der Titel mittlerweile fast 16 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von Ende Dezember notiert. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste bereits auf 3,87 Prozent.

Blick auf den 11. Februar

Abseits der taktischen Spielchen verlagert sich der Fokus nun auf die fundamentale Entwicklung. Am 11. Februar 2026 präsentiert die Commerzbank ihre Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Das Management muss beweisen, dass die Strategie der Eigenständigkeit Früchte trägt.

Überzeugen die operative Profitabilität und die Details zum Aktienrückkaufprogramm, stärkt dies die Verhandlungsposition gegenüber UniCredit erheblich. Solide Zahlen würden der Bank Argumente liefern, warum ein niedriger Übernahmepreis ungerechtfertigt ist, und könnten den Kurs auch ohne Hilfe aus Mailand stabilisieren. Enttäuscht die Bank hingegen, spielt das direkt in die Karten von Andrea Orcel, der auf günstige Einstiegskurse lauert.

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