Coinbase Aktie: Zwischen Regulierung und Wachstum
Coinbase steht zwischen zwei Welten: Auf der einen Seite ein prestigeträchtiges Digitalprojekt mit der Regierung von Bermuda, auf der anderen Seite eine blockierte Krypto-Regulierung in den USA. Parallel rücken klassische Finanzhäuser als neue Wettbewerber näher an das Kerngeschäft heran. Für die Aktie entsteht damit ein Mix aus strukturellem Rückenwind und politischer Unsicherheit.
- Landmark-Partnerschaft mit Bermuda für eine vollständig „on-chain“ organisierte Volkswirtschaft
- Belastungsfaktor: Verzögerte US-Gesetzgebung rund um Stablecoin-Zinsen
- Insiderverkäufe der Finanzchefin unter planmäßiger 10b5-1-Regelung
- Wachsende Konkurrenz durch etablierte Broker wie Charles Schwab
- Analystenkonsens: „Moderate Buy“ mit deutlich höherem durchschnittlichen Kursziel
Bermuda-Projekt als Infrastruktur-Vitrine
Coinbase hat eine strategische Kooperation mit der Regierung von Bermuda und Circle bestätigt. Ziel ist der Aufbau der weltweit ersten vollständig „on-chain“ organisierten nationalen Wirtschaft. Das Projekt wurde beim Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt und soll digitale Asset-Infrastruktur direkt in das Finanzsystem des Inselstaats integrieren.
Kern der Zusammenarbeit ist die Nutzung des Stablecoins USDC für staatliche Zahlungen und den lokalen Handel. Grundlage ist Bermudas Digital Asset Business Act, der einen regulierten Rahmen für digitale Finanzdienstleistungen bietet. Ein zuvor gestartetes Pilotprogramm nach dem Bermuda Digital Finance Forum im Mai 2025 dient nun als Basis für die breitere Umsetzung.
Für Coinbase-Investoren ist dieses Vorhaben eine konkrete Anwendung der eigenen Infrastruktur auf staatlicher Ebene. Das Modell könnte – bei Erfolg – als Blaupause für weitere Jurisdiktionen dienen und die Position des Unternehmens im globalen Krypto-Finanzsystem stärken.
US-Regulierung: CLARITY Act auf Eis
Deutlich weniger klar ist die Lage in den USA. CEO Brian Armstrong verhandelt in Davos aktuell zur US-Krypto-Gesetzgebung, insbesondere zum Marktstrukturgesetz CLARITY Act. Die politische Umsetzung ist ins Stocken geraten.
Auslöser ist der Streit um Änderungen im Zusammenhang mit dem GENIUS Act. Diese Ergänzungen würden Krypto-Unternehmen faktisch verbieten, Zinsen auf Stablecoins zu zahlen. Coinbase hat daraufhin seine Unterstützung für das Gesetz zurückgezogen. Armstrong warnt, eine solche Zinsbremse würde Innovation hemmen und traditionelle Banken begünstigen.
In der Folge hat der Bankenausschuss des US-Senats die eigentlich für Mitte Januar geplante Markup-Sitzung verschoben. Nach Angaben von Armstrong verlaufen die Gespräche mit Bankvertretern zwar „konstruktiv“, der Zeitplan bleibt aber ungewiss. Aus Branchensicht kommt es nun stark darauf an, ob Lösungsvorschläge wie die von den Senatoren Tillis und Alsobrooks – mit einer Abschwächung des Zinsverbots – aufgegriffen werden.
Insiderverkäufe: 10b5-1-Plan im Fokus
Parallel sorgten jüngste Insidertransaktionen für Aufmerksamkeit. Finanzchefin Alesia Haas hat am 15. Januar 2026 insgesamt 8.050 Coinbase-Aktien verkauft und damit rund 2,01 Millionen US-Dollar erlöst.
Wesentlich für die Einordnung: Die Verkäufe erfolgten vollständig im Rahmen eines vorab festgelegten Rule-10b5-1-Handelsplans, der bereits am 3. September 2025 – also deutlich vor der aktuellen Regulierungsspannung – beschlossen wurde. Diese Pläne dienen dazu, Verkaufstermine und -volumina im Voraus zu definieren und so den Vorwurf des Insiderhandels auf Basis nicht-öffentlicher Informationen zu vermeiden.
Damit sprechen die vorliegenden Daten für reguläre Portfolio-Steuerung statt für eine kurzfristige negative Einschätzung des Unternehmens durch das Management. Trotz der Transaktionen halten Unternehmensinsider weiterhin bedeutende Aktienpakete, was ihre Interessen an die langfristige Entwicklung des Unternehmens bindet.
Marktumfeld und neue Konkurrenz
Das Marktumfeld ist anspruchsvoll. Bitcoin, einer der wichtigsten Referenzwerte für die Coinbase-Aktie, steht zuletzt unter Druck und notiert im Bereich von 90.000 bis 92.500 US-Dollar. Hintergrund sind unter anderem globale handelspolitische Spannungen, die die Risikobereitschaft dämpfen.
Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb aus dem traditionellen Finanzsektor deutlich zu. Große Brokerhäuser wie Charles Schwab bereiten den Start direkter Krypto-Handelsangebote für Anfang 2026 vor. Diese Anbieter wollen digitale Vermögenswerte in bestehende Plattformen integrieren und damit Marktanteile von Krypto-Börsen abgreifen, indem sie Kunden ein Komplettangebot aus klassischen und digitalen Produkten bieten.
Analystensicht und Bewertungsspanne
Trotz dieser Belastungsfaktoren sehen viele Analysten weiteres Potenzial. Der aktuelle Konsens liegt bei einem „Moderate Buy“-Rating, die durchschnittlichen Kursziele bewegen sich um 362 US-Dollar und damit spürbar über dem aktuellen Kursniveau.
Begründet wird diese Einschätzung vor allem mit der langfristigen Rolle von Coinbase als Infrastruktur-Anbieter für digitale Vermögenswerte – Projekte wie die Bermuda-Initiative gelten dabei als wichtiges Signal für institutionelle und staatliche Nutzungsszenarien. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung bleibt allerdings, inwieweit sich der regulatorische Rahmen in den USA entspannt und wie stark der Markteintritt etablierter Broker tatsächlich auf das Geschäft durchschlägt.
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