Coinbase Aktie: Gemischtes Bild
Coinbase meldet einen strategisch wichtigen Deal mit der Regierung von Bermuda, steht an der Börse aber weiter in einem nervösen Umfeld. Fortschritte bei internationalen Projekten treffen auf stockende Regulierung in den USA und einen schwächeren Kryptomarkt.
- Bermuda plant als erster Staat eine vollständig „on-chain“ organisierte Volkswirtschaft
- Coinbase und Circle werden zentrale Infrastrukturpartner
- In den USA verschärft sich der Streit um das CLARITY-Gesetz
- Bitcoin fällt in Richtung 93.000 US‑Dollar, Risikoappetit sinkt
- Coinbase schloss zuletzt bei rund 241 US‑Dollar, Analysten sehen weiterhin Potenzial
Bermuda-Partnerschaft als strategischer Baustein
Die wichtigsten operativen Neuigkeiten kamen gestern aus Davos. Die Regierung von Bermuda kündigte an, die weltweit erste vollständig „on-chain“ organisierte Volkswirtschaft aufbauen zu wollen. Coinbase und Circle wurden dabei als zentrale Infrastrukturpartner ausgewählt.
Konkret sollen Stablecoin-Zahlungen für staatliche Dienstleistungen integriert und Tokenisierungswerkzeuge für den Bankensektor der Insel bereitgestellt werden. Für Coinbase ist das ein klarer Beleg für die eigene „on-chain“-Strategie: weg vom reinen Handelsplatz, hin zu Infrastruktur auf staatlicher Ebene.
Parallel dazu startete Coinbase gestern einen neuen Dienst, mit dem Unternehmen eigene, vollständig 1:1 besicherte Stablecoins ausgeben können. Dieses Angebot ergänzt das Bermuda-Projekt direkt und zielt auf den Markt für Unternehmensabwicklungen ab.
Politischer Gegenwind in den USA
Auf der anderen Seite belastet die politische Lage in den USA die Stimmung. Der Streit um den CLARITY Act, ein zentrales Gesetz zur Struktur des Kryptomarktes, hat sich zuletzt zugespitzt.
CEO Brian Armstrong bestätigte, dass Coinbase seine Unterstützung für den Gesetzentwurf zurückgezogen hat. Seine Begründung: „Wir haben lieber kein Gesetz als ein schlechtes Gesetz.“ Streitpunkt sind vor allem Klauseln, die Renditen auf Stablecoins verbieten würden – ein wichtiger Einnahmebereich für die Branche.
Diese Blockade im Gesetzgebungsprozess setzte die Aktie unter Druck. Hinzu kommt ein breiter Rückgang am Kryptomarkt, bei dem Bitcoin in Richtung der Marke von 93.000 US‑Dollar fiel. Belastungsfaktoren sind hier vor allem geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit den Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU.
Zum Handelsschluss in den USA am Freitag notierte die Coinbase-Aktie bei rund 241,15 US‑Dollar. Der Kurs spiegelt damit eine eher vorsichtige Haltung der Marktteilnehmer wider, obwohl die Bermuda-Vereinbarung langfristig positiv zu werten ist.
Wachstum im Ausland, Hürden daheim
Der Kontrast zwischen internationalem Fortschritt und heimischen regulatorischen Hürden wird deutlicher. Während der US-Senat beim CLARITY Act nicht vorankommt, setzt Bermuda bereits seit 2018 mit dem Digital Asset Business Act auf ein klares Regelwerk und schreitet nun zur Umsetzung.
Operativ ist Coinbase dabei finanziell solide unterwegs. Im dritten Quartal 2025 übertraf das Unternehmen die Gewinnerwartungen mit einem Gewinn je Aktie von 1,50 US‑Dollar gegenüber rund 1,17 US‑Dollar, die der Markt erwartet hatte.
Analysten bleiben insgesamt positiv gestimmt. Bank of America bekräftigte am 8. Januar ihr „Buy“-Votum und verwies dabei auf die Produkterweiterung im Derivatebereich sowie das Potenzial des eigenen Ethereum Layer‑2 Netzwerks, künftig erhebliche Cashflows zu generieren.
Branchenweit zeichnet sich zudem eine Verschiebung in der Ertragsstruktur ab. Bisher dominierten Transaktionsgebühren den Umsatz. Mit Infrastrukturprojekten wie in Bermuda und Angeboten für Unternehmens-Stablecoins zielt Coinbase auf breiter aufgestellte Einnahmequellen. Das Timing ist relevant: Schätzungen zufolge könnte die Marktkapitalisierung von Stablecoins bis 2028 auf rund 1,2 Billionen US‑Dollar steigen.
Technische Lage und Ausblick
Kurzfristig bewegt sich die Aktie technisch in einem Unterstützungsbereich zwischen 230 und 240 US‑Dollar. Das Konsensrating der Analysten liegt bei „Moderate Buy“. Kursziele verschiedener Häuser signalisieren weiteres Aufwärtspotenzial, falls sich die regulatorische Lage entspannt und der Kryptomarkt stabilisiert. Ein von Benzinga auf Basis von 29 Analysten ermitteltes durchschnittliches Kursziel lag im Januar 2026 bei rund 374,27 US‑Dollar.
Für die kommenden Wochen sind mehrere Wegmarken entscheidend. Im Vordergrund stehen die weiteren Verhandlungen zum US‑Kryptogesetz; eine Annäherung zwischen Branche und dem Senate Banking Committee könnte eine schnelle Neubewertung der Aktie auslösen. Mittelfristig rückt das Bermuda Digital Finance Forum vom 11. bis 14. Mai 2026 in den Blick, das voraussichtlich den Startschuss für die nächste Phase des „on-chain“-Pilotprojekts geben soll.
Als nächstes größeres unternehmensspezifisches Ereignis folgt der Q4-Bericht im Februar. Dann wird sich zeigen, in welchem Umfang die politischen Gegenwinde und die jüngste Marktvolatilität die Handelsvolumina und damit die Zahlen von Coinbase tatsächlich beeinflusst haben.
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