Tropensturm Narelle hat Chevrons australische LNG-Anlage Wheatstone schwerer getroffen als jeder Sturm zuvor. Beide Produktionslinien des 8,9-Millionen-Tonnen-Werks stehen still — und ein Ende der Unterbrechung ist noch nicht absehbar.

Milliardenverlust in einer Handelssitzung

Danny Woodall, Chevrons Betriebsdirektor für Australien, bestätigte, dass die Schäden an den luftgekühlten Wärmetauschern gravierender sind als bei der Gorgon-Anlage und schlimmer als bei früheren Zyklonen. Die Offshore-Plattform, rund 225 Kilometer vor der westaustralischen Küste, wurde bereits am 26. März abgeschaltet — seitdem ruhen sowohl LNG-Exporte nach Asien als auch die Versorgung mit Inlandsgas.

Die Reaktion an der Börse war entsprechend heftig: Der Kurs brach um rund sechs Prozent ein, was einem Marktwertsverlust von etwa 25 Milliarden US-Dollar in einer einzigen Sitzung entspricht. Wheatstone zählt zu Chevrons margenstarken Kerngeschäften, weshalb Anleger sofort die Konsequenzen für Cashflow, verzögerte Lieferkontingente und Reparaturkosten einpreisten. Zusätzlichen Druck erzeugte der gleichzeitige Rückgang des Ölpreises unter 100 Dollar je Barrel.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Chevron?

Globaler LNG-Markt unter Druck

Der Ausfall trifft einen ohnehin angespannten Markt. Produktionskürzungen in Katars Ras-Laffan-Anlage infolge des Nahost-Konflikts hatten den globalen LNG-Markt bereits belastet. Analysten schätzen, dass durch den Zyklon nun Kapazitäten von über 30 Millionen Tonnen pro Jahr betroffen sind. Zusammen mit den Ausfällen in Katar ist damit mehr als ein Viertel der weltweiten LNG-Versorgung unterbrochen. Die Straße von Hormus bleibt für den kommerziellen Energiehandel weitgehend gesperrt — sie steht für 34 Prozent des globalen Rohöl- und 20 Prozent des LNG-Handels.

Chevrons Gorgon-Anlage läuft zwar wieder mit voller Kapazität aller drei Produktionszüge — 15,9 Millionen Tonnen pro Jahr —, kann den Wheatstone-Ausfall allein jedoch nicht kompensieren.

Führungswechsel mitten in der Krise

Parallel zur operativen Krise vollzieht Chevron einen Managementwechsel. Gerbert Schoonman übernahm zum 1. April die Leitung der Shale-&-Tight-Sparte von Bruce Niemeyer. Jeanine Wai trat ebenfalls zum 1. April die Rolle der Investor-Relations-Direktorin an; sie bringt Kapitalmarkterfahrung von TotalEnergies, Barclays, J.P. Morgan, Citi und Bechtel mit. Jake Spiering wird ab dem 1. August als President of Corporate Business Development tätig.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Am 1. Mai legt Chevron die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Dann wird sich zeigen, wie stark die zuletzt höheren Ölpreise das Upstream-Geschäft stützen konnten — und in welchem Ausmaß der Wheatstone-Stillstand diesen Rückenwind zunichte macht. Solange der Reparaturzeitplan unklar bleibt, dürfte der Titel unter Druck bleiben.

Chevron-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Chevron-Analyse vom 02. April liefert die Antwort:

Die neusten Chevron-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Chevron-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Chevron: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...