CATL startet mit hohen Erwartungen in das neue Börsenjahr. Der Batteriekonzern treibt 2026 gleich mehrere Großprojekte voran, trifft aber gleichzeitig auf deutliche Warnsignale zur kurzfristigen Nachfrage. Wie gut lässt sich dieser Spagat aus langfristigem Ausbau und absehbarer Delle im ersten Quartal überstehen?

Großoffensive bei Natrium-Ionen-Technologie

Zum Jahreswechsel hat CATL seine Technologie-Roadmap konkretisiert. Für 2026 ist der breite Rollout von Natrium-Ionen-Batterien über mehrere Anwendungsbereiche bestätigt.

Die sogenannte „Dual-Star“-Strategie sieht vor, Natrium-Ionen-Zellen parallel zur bestehenden Lithium-Ionen-Produktion zu fahren. Ziel ist es, sich weniger stark von schwankenden Lithiumpreisen abhängig zu machen und die Produktpalette zu verbreitern.

Geplant ist der Einsatz der neuen Batterietechnologie in:
- Pkw
- Nutzfahrzeugen
- stationären Energiespeichersystemen

Damit stellt CATL seine Produktionsbasis breiter auf und schafft technologische Optionen jenseits des klassischen Lithium-Segments.

Infrastruktur: Zielmarke 3.000 Tauschstationen

Parallel zum Technologieausbau forciert das Unternehmen seine Service-Infrastruktur. Laut Daten vom 31. Dezember 2025 wurden im vergangenen Jahr 1.325 Batteriewechselstationen fertiggestellt.

Für 2026 setzt sich CATL deutlich höhere Ziele:
- Ausbau des „Chocolate Battery Swap“-Netzwerks auf über 140 Städte
- Betrieb von mehr als 3.000 Tauschstationen bis Jahresende
- Aufbau eines eigenen Autobahn-Netzes für Batteriewechsel

Diese Infrastrukturpläne sollen die Bindung von Automobilherstellern an das CATL-Ökosystem stärken und Nutzern Wartezeit-Ängste beim Laden nehmen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei CATL?

Kurzfristiger Gegenwind bei der Nachfrage

Trotz dieser Wachstumsprojekte steht die Aktie kurzfristig unter Druck. Der Branchenverband China Passenger Car Association (CPCA) hat für Anfang 2026 eine deutliche Abkühlung im Markt für Lithium-Batterien angekündigt.

CPCA-Generalsekretär Cui Dongshu rechnet damit, dass die Nachfrage im ersten Quartal „stark zurückgehen“ könnte. Hauptgrund ist das Auslaufen von Steuervergünstigungen für Autokäufe, die Ende 2025 zu Vorzieheffekten geführt hatten.

Konkret:
- Für große Batteriehersteller wird im Januar 2026 ein Produktionsrückgang von rund 7 % gegenüber dem Vormonat erwartet.
- Institutionelle Schätzungen sehen das kurzfristige Produktionsvolumen von CATL selbst um bis zu 10 % niedriger.

Damit prallen ambitionierte Ausbaupläne und ein absehbarer Nachfrageknick direkt aufeinander.

Diversifikation in Richtung Chips

Zur Absicherung seiner Lieferkette weitet CATL zudem seine Aktivitäten im Halbleiterbereich aus. Das Unternehmen hat gemeinsam mit Partnern ein neues Joint Venture für Automotive-Chips gegründet: Tongxin Micro Technology.

Das Gemeinschaftsunternehmen verfügt über ein eingetragenes Kapital von 300 Millionen Yuan. Über die Beteiligung will CATL das Risiko künftiger Chip-Engpässe im E-Auto-Sektor reduzieren und seine Wertschöpfungskette weiter vertikal integrieren.

Marktreaktion und Einschätzung

Die gegensätzlichen Signale – technologischer und infrastruktureller Ausbau auf der einen, erwartete Nachfrageschwäche auf der anderen Seite – sorgen für erhöhte Unsicherheit im Kursverlauf.

Die in Shenzhen gelistete Aktie beendete das Börsenjahr 2025 mit einem Schlusskurs von 367,26 CNY, was im letzten Handelstag einem leichten Rückgang von 0,53 % entsprach. Von institutioneller Seite bleibt der Ton dennoch konstruktiv: Citi führt CATL weiter als „Top Pick“. Die Bank bewertet die angekündigten Produktionskürzungen überwiegend als saisonal bedingt und nicht als Hinweis auf einen strukturellen Verlust von Marktanteilen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Technologie: Masseneinführung von Natrium-Ionen-Batterien für 2026 bestätigt
  • Infrastruktur: Ziel von über 3.000 Batterietauschstationen in mehr als 140 Städten
  • Nachfrage: Erwarteter Produktionsrückgang im Januar 2026, für CATL kurzfristig bis zu –10 %
  • Aktienkurs: Jahresendstand 2025 bei 367,26 CNY in Shenzhen
  • Strategie: Neues Automotive-Chip-Joint-Venture mit 300 Mio. Yuan Kapital

Im Kern läuft es auf eine klare Konstellation hinaus: Operativ stärkt CATL seine Marktposition über Technologie, Infrastruktur und vertikale Integration, während der Aktienkurs zunächst den prognostizierten Nachfrageschub am Ende 2025 und die anschließende Delle im ersten Quartal 2026 verarbeiten muss.

CATL-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue CATL-Analyse vom 02. Januar liefert die Antwort:

Die neusten CATL-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für CATL-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

CATL: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...