Cardano: Strategieüberblick heute
Cardano steht diesmal weniger wegen eines Kurssprungs im Rampenlicht, sondern wegen eines Governance-Schritts, der das Projekt langfristig prägen dürfte. Parallel dazu ziehen sich Kleinanleger weitgehend zurück, während große Adressen millionenschwere Positionen aufbauen. Wie passt das zusammen – und was bedeutet diese Bruchlinie im Markt für ADA?
Governance-Schub als Signal
Diese Woche wurde die überarbeitete Cardano-Verfassung ratifiziert. 79 % des aktiv abstimmenden Stake waren über sogenannte DReps dafür. Die neue Verfassung tritt an der Epochengrenze am 24. Januar 2026 in Kraft und soll die Entscheidungsstrukturen im Netzwerk klarer und belastbarer machen.
Konkret umfasst das Paket:
- verfeinerte Grundsätze für die On-Chain-Governance
- klarere Rollen und Verantwortlichkeiten der Governance-Teilnehmer
- aktualisierte Einschränkungen für mögliche Governance-Aktionen
- ein angepasstes Mandat für das „Constitutional Committee“
Ab dem 24. Januar werden neue Governance-Entscheidungen nach diesen überarbeiteten Regeln bewertet. Aus Marktsicht ist das ein Hinweis darauf, dass Cardano sein Governance-Modell weiter professionalisiert – ein Punkt, der vor allem für langfristig orientierte Investoren relevant ist.
Kleinanleger ziehen sich zurück, Wale kaufen zu
Während sich die Struktur der Governance festigt, zeigt ein Blick auf die On-Chain-Daten ein deutliches Auseinanderlaufen der Akteursgruppen.
Der Spot-Handel auf dezentralen Börsen brach seit dem Hoch am 6. Januar deutlich ein. An diesem Tag lagen sowohl der Preis als auch das DEX-Volumen auf Jahreshöchststand. Bis zum 22. Januar sank das Spot-Volumen um mehr als 95 %. Das deutet stark darauf hin, dass die typische Retail-Nachfrage deutlich abgeflaut ist.
Ganz anders agieren große ADA-Inhaber:
- Adressen mit über 1 Milliarde ADA haben ihre Bestände von 1,92 auf 2,93 Milliarden ADA ausgebaut. Sie kauften damit rund 1,01 Milliarden ADA zu – im Gegenwert von etwa 360–380 Mio. US‑Dollar auf heutigem Kursniveau.
- „Mid-Tier“-Wale mit 10–100 Mio. ADA begannen am 17. Januar zu akkumulieren und legten rund 30 Mio. ADA zu (etwa 11 Mio. US‑Dollar).
- Adressen mit 1–10 Mio. ADA kamen in den vergangenen drei Wochen zusammen auf über 210 Mio. zusätzlich akkumulierte ADA.
Auffällig ist das Timing: Die Käufe setzten ein, nachdem der Abwärtstrend klar erkennbar war, das Spot-Interesse eingebrochen war und die Marktstruktur bearish wirkte. Parallel dazu gingen Coins mit Haltedauern zwischen 180 und 365 Tagen kaum noch in den Markt zurück. Die „Spent Coin“-Aktivität dieser Gruppe sank von 67,47 Mio. ADA am 14. Januar auf zuletzt rund 174.000 ADA – ein Rückgang von über 99 %. Das spricht für hohe Haltebereitschaft im langfristigen Lager.
Kurslage: Schwacher Markt, wichtige Zone
ADA bewegt sich aktuell im Bereich einer entscheidenden Unterstützungszone. Der Kurs liegt heute bei rund 0,36 US‑Dollar und damit nur knapp über dem 52‑Wochentief bei 0,33 US‑Dollar. Vom Hoch der vergangenen zwölf Monate bei 0,87 US‑Dollar ist ADA damit deutlich entfernt; der Abstand beträgt rund 59 %. Gleichzeitig notiert der Kurs rund 7 % unter dem 50‑Tage-Durchschnitt und auch klar unter dem 100‑Tage-Schnitt bei 0,46 US‑Dollar. Der 14‑Tage-RSI von 32,5 zeigt ein Umfeld nahe der überverkauften Zone, was technisch auf eine fortgeschrittene Korrekturphase hinweist.
Analysten sehen den Markt aktuell in einer Spanne zwischen einer übergeordneten Unterstützung bei 0,33–0,34 US‑Dollar und einem Widerstandsbereich um 0,40–0,42 US‑Dollar. Mehrere Indikatoren liefern dabei erste vorsichtig positive Signale:
- ein mögliches inverses Schulter-Kopf-Schulter-Muster unterhalb einer fallenden Trendlinie
- ein wöchentliches MACD, das frühe Anzeichen einer Bodenbildung zeigt
- ein RSI nahe überverkauftem Bereich
- ein steigender Money Flow Index (MFI), während der Preis nahe den Tiefs verharrt
- ein positiver Chaikin Money Flow (CMF) trotz schwacher Kursentwicklung
Wichtige Marken auf der Oberseite sind demnach 0,37, 0,39 sowie die Zone um 0,42–0,43 US‑Dollar. Auf der Unterseite gelten 0,35 US‑Dollar als kritische kurzfristige Unterstützung; ein Bruch des Bereichs 0,33–0,34 US‑Dollar würde das Risiko eines Rutsches in Richtung 0,25 US‑Dollar erhöhen.
Ökosystem: Midnight und DeFi-Infrastruktur
Parallel zur Governance-Weiterentwicklung arbeitet das Cardano-Ökosystem an mehreren Infrastrukturbausteinen.
Midnight-Partnerchain
Die Datenschutz-fokussierte Partnerchain Midnight verfolgt einen Ansatz „rationaler Privatsphäre“. Nutzer sollen granular steuern können, welche Informationen sie mit wem teilen – bei gleichzeitiger Ausrichtung auf regulatorische Anforderungen.
Der Fahrplan sieht vor:
- Q1 2026: erste dApps sollen live gehen
- Q2 2026: Ausbau des Netzwerks
- Q3 2026: Integration mit anderen Blockchains und hybriden Anwendungen
Damit entsteht neben dem Basissystem von Cardano eine zusätzliche Ebene für Anwendungen, die mehr Datenschutz und flexible Offenlegung benötigen.
DeFi-Budget für Trading-Infrastruktur
Im DeFi-Bereich sorgt derzeit die „DeltaDeFi Budget Info Action“ für Aufmerksamkeit. Der Vorschlag beantragt 1.500.000 ADA für eine Hydra-basierte Trading-Infrastruktur. Ziel ist der Aufbau einer produktionsreifen, latenzarmen Orderbuch-Börse mit Fokus auf ADA und Cardano-native Tokens.
Der Antrag befindet sich aktuell in der Community-Review, die Frist läuft bis zum 29. Januar. Inhaltlich geht es um den Ausbau einer technischen Basis, die Cardano-DeFi wettbewerbsfähiger gegenüber bestehenden Hochleistungs-Dexes machen soll.
Stimmung und Ausblick
Die Stimmung rund um ADA ist gemischt. Ein Fear-&-Greed-Wert von 44 spiegelt ein neutral bis leicht ängstliches Umfeld wider, und laut einer Analyse vom 18. Januar überwiegen aktuell klar bearish interpretierte technische Signale (86 % vs. 14 % bullish).
Gleichzeitig stehen mehrere Faktoren gegen diese kurzfristige Schwächephase: die ratifizierte Verfassung und der Start der neuen Governance-Regeln am 24. Januar, die anlaufende Midnight-Roadmap sowie die gezielte Akkumulation großer Adressen bei zugleich stark gesunkener Aktivität langjähriger Holder.
Für die nächsten Wochen rücken daher zwei Ebenen in den Vordergrund: Auf der technischen Seite ist entscheidend, ob ADA die Unterstützungszone um 0,33–0,35 US‑Dollar verteidigen und im Anschluss in Richtung 0,40 US‑Dollar und darüber ansetzen kann. Auf der fundamentalen Seite werden die Umsetzung der neuen Governance-Regeln, die ersten Midnight-dApps im ersten Quartal und das Votum zur DeltaDeFi-Finanzierung bis zum 29. Januar konkrete Anhaltspunkte dafür liefern, ob der aktuelle Vertrauensvorschuss der großen Inhaber gerechtfertigt ist.
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