Broadcom sorgt heute für ein auffälliges Zusammenspiel aus optimistischen Institutionen und zurückhaltenden Insidern. Ein höheres Kursziel von Mizuho, zusätzliche Käufe durch ARK Invest und starke Fundamentaldaten treffen auf fortgesetzte Aktienverkäufe des CEO. Im Fokus steht dabei, ob der enorme KI-Auftragsbestand das hohe Bewertungsniveau rechtfertigen kann.

Analysten und Großanleger werden offensiver

Mizuho Securities hat das Kursziel für Broadcom von 450 auf 480 US‑Dollar angehoben und die Aktie als „Top Pick“ für 2026 bestätigt. Analyst Vijay Rakesh stützt damit das bullische Lager, während der Kurs heute in einer Spanne zwischen rund 333 und 347 US‑Dollar handelt.

Weitere Unterstützung kommt von ARK Invest um Cathie Wood. Die Gesellschaft hat am 8. Januar 31.573 Broadcom‑Aktien im Volumen von etwa 10,5 Mio. US‑Dollar erworben. Auch andere Adressen stocken auf: DSM Capital Partners LLC hat seine Position zuletzt um 78,2 % ausgebaut und hält nun Broadcom‑Aktien im Wert von über 527 Mio. US‑Dollar.

Dem gegenüber steht eine deutliche Serie von Insiderverkäufen. CEO Hock E. Tan hat am 6. Januar 70.000 Aktien veräußert und damit rund 24,31 Mio. US‑Dollar erlöst. In den vergangenen 90 Tagen summieren sich Insiderverkäufe auf 780.701 Aktien beziehungsweise etwa 284 Mio. US‑Dollar. Der Markt bewertet diese Aktivitäten bislang jedoch nicht als Trendwende, da die Nachfrage institutioneller Investoren hoch bleibt.

Ein zentraler Treiber der positiven Einschätzungen ist der KI‑Bereich. Broadcom verfügt über einen Auftragsbestand von mehr als 73 Mrd. US‑Dollar im KI‑Segment – nahezu so viel wie der erwartete Gesamtumsatz für 2025. Das Management rechnet damit, dass die KI‑Umsätze 2026 im Jahresvergleich etwa doppelt so hoch ausfallen werden, angetrieben durch kundenspezifische Chips für inzwischen fünf Großkunden statt zuvor drei.

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Kurz zusammengefasst:
- Mizuho hebt Kursziel auf 480 US‑Dollar an, „Top Pick“ 2026
- ARK Invest kauft für rund 10,5 Mio. US‑Dollar Broadcom‑Aktien
- Insiderverkäufe von insgesamt ca. 284 Mio. US‑Dollar in 90 Tagen
- KI‑Auftragsbestand über 73 Mrd. US‑Dollar, erwartete Verdopplung der KI‑Erlöse 2026

Starke Zahlen, klarer Abstand zum Markt

Die aktuelle Bewegung der Aktie folgt auf ein solides viertes Geschäftsquartal. Broadcom erzielte einen Umsatz von 18,02 Mrd. US‑Dollar, ein Plus von 28,2 % gegenüber dem Vorjahr und über der Konsensschätzung von 17,46 Mrd. US‑Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,95 US‑Dollar ebenfalls über den erwarteten 1,87 US‑Dollar.

Der freie Cashflow stieg um 36,2 % auf 7,47 Mrd. US‑Dollar. Auf dieser Basis hat der Vorstand die Quartalsdividende auf 0,65 US‑Dollar angehoben. Die Kombination aus Wachstum und hoher Cash‑Generierung hat den Kurs in den vergangenen zwölf Monaten um rund 50 % nach oben geführt und damit den S&P 500 deutlich übertroffen.

Die 52‑Wochen‑Spanne von 138,10 bis 414,61 US‑Dollar zeigt, wie stark die Neubewertung von KI‑Infrastrukturwerten im vergangenen Jahr ausgefallen ist. Broadcom zählt hier klar zu den Gewinnern.

Ausblick: KI‑Backlog als Schlüsselfaktor

Trotz der anhaltenden Insiderverkäufe bleibt die Stimmung am Markt überwiegend positiv. Das Analystenkonsensrating lautet derzeit „Buy“, mit einem durchschnittlichen Kursziel von etwa 438 US‑Dollar. Daraus ergibt sich aus Sicht der Analysten weiteres Aufwärtspotenzial.

Im Mittelpunkt steht in den kommenden Quartalen die Frage, wie schnell der KI‑Auftragsbestand von 73 Mrd. US‑Dollar in Umsatz und Ergebnis überführt werden kann. Mit den „Ironwood“-TPUs und weiteren kundenspezifischen Siliziumlösungen im Hochlauf sehen Beobachter die Grundlage für weiteres Wachstum. Analysten bei The Motley Fool halten es für möglich, dass Broadcom bis 2027 in die Liga der Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 3 Billionen US‑Dollar aufsteigt – in einer Reihe mit Nvidia und Microsoft.

Aus technischer Sicht konsolidiert die Aktie derzeit die vorangegangenen Gewinne. Kurzfristig gilt das Niveau um 340 US‑Dollar als wichtige Orientierung. Gelingt eine Stabilisierung oberhalb dieser Marke, sehen Marktteilnehmer Spielraum für einen erneuten Anlauf in Richtung der von Mizuho genannten 480 US‑Dollar im weiteren Jahresverlauf.

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