Broadcom hat eine bemerkenswert dichte Woche hinter sich. Erst Rekordquartalszahlen, dann der Produktionsstart des weltschnellsten Ethernet-Switch-Chips, und jetzt der Auftritt auf der wichtigsten Konferenz der optischen Netzwerktechnik. Das Unternehmen setzt derzeit Schritt für Schritt um, was andere noch ankündigen.

Tomahawk 6: Vom Prototyp zur Massenproduktion

Am 12. März gab Broadcom bekannt, dass der Tomahawk 6 nun in Produktionsvolumen ausgeliefert wird. Der Chip ist der erste Ethernet-Switch weltweit mit einer Durchsatzleistung von 102,4 Terabit pro Sekunde — doppelt so viel wie sein Vorgänger. Bemerkenswert ist dabei das Tempo: Vom ersten Muster bis zur Serienproduktion vergingen weniger als drei Quartale.

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Der Chip richtet sich gezielt auf KI-Infrastruktur aus. In sogenannten Scale-out-Netzwerken ermöglicht er den Aufbau eines Clusters mit 128.000 Beschleunigern über lediglich zwei Switch-Ebenen. Analysten von Dell'Oro Group bewerten das als praktischen Fortschritt: weniger Netzwerkebenen, geringere optische Komplexität, schnellere Cluster.

Rekordquartal als Rückenwind

Den Hintergrund dieser Produktoffensive bilden die Zahlen aus dem ersten Fiskalquartal, die Broadcom am 4. März veröffentlichte. Der Umsatz stieg um 29 Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar. Das KI-Segment wuchs dabei um 106 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar — getrieben von Custom-Chips für Hyperscaler und KI-Netzwerktechnik.

CEO Hock Tan gab für das laufende Quartal eine Umsatzprognose von 22 Milliarden Dollar aus, rund 8 Prozent über den damaligen Analystenerwartungen von 20,4 Milliarden. Für 2027 stellte er KI-Chip-Erlöse von über 100 Milliarden Dollar in Aussicht — allein aus dem Chip-Geschäft.

Broadcom bedient inzwischen sechs strategische Großkunden mit maßgeschneiderten KI-Beschleunigern, darunter Alphabet, Meta und seit dem März-Call auch OpenAI. Im ersten Quartal flossen 10,9 Milliarden Dollar an Kapitalrückgaben an Aktionäre — 7,8 Milliarden über Aktienrückkäufe, 3,1 Milliarden als Dividende. Der Vorstand genehmigte zudem ein neues Rückkaufprogramm über weitere 10 Milliarden Dollar.

OFC 2026 und die Margen-Frage

Parallel zur Tomahawk-6-Auslieferung präsentiert Broadcom auf der OFC 2026 in Los Angeles (noch bis 19. März) seinen optischen DSP „Taurus" — den ersten mit 400 Gigabit pro Lane. Die Technologie soll Modulherstellern den Weg zu kosteneffizienten 1,6-Terabit-Transceivern ebnen und langfristig 3,2-Terabit-Lösungen vorbereiten.

Ein Wermutstropfen bleibt die Bruttomarge: Sie sank im Quartal auf 77 Prozent, weil Custom-Chips strukturell niedrigere Margen aufweisen als Standardprodukte. Je stärker dieses Segment wächst, desto mehr gerät die Profitabilität unter Druck. Wie sich dieses Verhältnis bei einem prognostizierten KI-Umsatz von über 100 Milliarden Dollar entwickelt, wird eine der zentralen Fragen der kommenden Quartale sein.

Die Aktie notiert aktuell rund 20 Prozent unter ihrem Dezember-Hoch von 353 Euro — trotz eines Kursgewinns von knapp 60 Prozent im Jahresvergleich.

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