Broadcom setzt den nächsten Akzent im Zusammenspiel von KI und Netzwerktechnik. Auf der CES 2026 hat der Konzern eine Wi-Fi-8-Plattform vorgestellt, die Rechenleistung, Konnektivität und künstliche Intelligenz auf einem Chip zusammenführt. Parallel dazu wächst das KI-Halbleitergeschäft mit hohem Tempo und schiebt Umsatz und Gewinn spürbar an. Kann Broadcom damit seine starke Position im Infrastruktur‑ und AI-Segment weiter ausbauen?

Neue Wi-Fi-8-Plattform im Fokus

Am 6. Januar präsentierte Broadcom in Las Vegas den BCM4918, eine neue Wi-Fi‑8‑fähige „Accelerated Processing Unit“ (APU), zusammen mit zwei Dual-Band-Wi‑Fi‑8‑Bausteinen BCM6714 und BCM6719. Die Produkte erweitern das Portfolio im Bereich drahtlose Konnektivität um eine Plattform, die Rechenleistung und Netzwerkfunktionen enger verzahnt.

Der BCM4918 bündelt Hochleistungs-Computing, Netzwerkfunktionen und KI-Beschleunigung in einem System-on-Chip. Herzstück ist die integrierte Broadcom Neural Engine (BNE), die KI- und Machine-Learning-Berechnungen direkt auf dem Gerät ermöglichen soll. Ergänzt wird dies durch fortgeschrittene Networking-Engines, die einen weitgehenden CPU-Bypass für Netzwerkverkehr erlauben, sowie Multi-Gigabit-Ethernet-Schnittstellen.

Laut Broadcom markiert Wi‑Fi 8 einen Wendepunkt, an dem Breitband, Konnektivität, Rechenleistung und „Intelligenz“ zusammenwachsen. Die neuen Dual-Band-Chips BCM6714 und BCM6719 kombinieren 2,4‑GHz- und 5‑GHz‑Betrieb in einem einzigen Silizium und werden vom Unternehmen als besonders hoch integrierte Wi‑Fi‑8‑Funklösungen positioniert. On-Chip-Leistungsverstärker, hardwareunterstützte Telemetrie und eine dritte Generation digitaler Vorverzerrung sollen den Energiebedarf in Spitzenlast um rund 25 % senken.

Muster der neuen Wi‑Fi‑8‑Bausteine und des BCM4918 stehen bereits ausgewählten Kunden und Partnern zur Verfügung. Eine breitere Marktverfügbarkeit ist für die kommenden Quartale vorgesehen.

KI-Halbleiter als Wachstumsmotor

Die Wi‑Fi‑8-Initiative trifft auf ein ohnehin stark laufendes Halbleitergeschäft. Im Geschäftsjahr 2025 steuerte das Segment „Semiconductor Solutions“ 58 % zum Umsatz bei, wobei die Sparte „Wireless Device Connectivity“ von der breiteren Dynamik profitiert.

Besonders stark wächst der Bereich KI-Halbleiter: Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 erzielte Broadcom hier Einnahmen von 6,5 Milliarden US‑Dollar – ein Plus von 74 % gegenüber dem Vorjahr. Damit lag das Wachstumstempo sogar über dem Zuwachs von Nvidias Rechenzentrumsparte im gleichen Zeitraum (66 %).

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Für das erste Quartal 2026 peilt Broadcom an, die KI-Halbleitererlöse auf 8,2 Milliarden US‑Dollar zu steigern, was einer Verdopplung im Jahresvergleich entsprechen würde. Treiber sind maßgeschneiderte KI-Beschleuniger (XPUs) und Ethernet-basierte KI-Switches. Der Auftragsbestand für diese KI-Switches übersteigt bereits 10 Milliarden US‑Dollar, der 102‑Terabit‑pro‑Sekunde‑Switch „Tomahawk 6“ gewinnt bei großen Cloudkunden an Zugkraft.

Auf der Kundenseite hat Broadcom seine XPU-Basisbreite deutlich erhöht. Zu den großen Abnehmern zählen inzwischen Alphabet und Meta Platforms, hinzu kommt mit Anthropic ein weiterer KI-Spezialist. Analystenschätzungen zufolge könnte der Konzern im Geschäftsjahr 2026 insgesamt rund 96 Milliarden US‑Dollar Umsatz erzielen – etwa 50 % mehr als die 63,9 Milliarden US‑Dollar aus 2025.

Rekordquartal und höhere Dividende

Bereits mit den Zahlen vom 11. Dezember 2025 hatte Broadcom die starke Entwicklung untermauert. Im vierten Quartal erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 18,0 Milliarden US‑Dollar, ein Anstieg um 28 % gegenüber dem Vorjahr. Der GAAP-Nettogewinn lag bei 8,518 Milliarden US‑Dollar, das bereinigte verwässerte EPS bei 1,95 US‑Dollar.

CEO Hock Tan betonte dabei, dass der KI-Schub weiter anhalte und die erwartete Verdopplung der KI-Umsätze im ersten Quartal 2026 maßgeblich von kundenspezifischen Beschleunigern und Ethernet-Switches getragen werde.

Auch auf der Ertragsseite zeigt sich die Dynamik:

  • Adjusted EBITDA stieg im Geschäftsjahr 2025 um 35 % auf einen Rekordwert von 43,0 Milliarden US‑Dollar
  • Der freie Cashflow belief sich auf 26,9 Milliarden US‑Dollar
  • Die Quartalsdividende für 2026 wurde um 10 % auf 0,65 US‑Dollar je Aktie erhöht – die 15. jährliche Anhebung in Folge seit 2011

Wettbewerb und Bewertungskontext

Im KI-Halbleitermarkt trifft Broadcom unter anderem auf Nvidia und Marvell Technology. Marvell meldete im jüngsten Quartal ein Wachstum der Rechenzentrumsumsätze um 39 % und eine Design-Pipeline von über 50 Projekten mit einem potenziellen Volumen von 75 Milliarden US‑Dollar für kundenspezifische Chips. Der Wettbewerb um Großaufträge der Hyperscaler bleibt damit intensiv.

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Ende: 1. Februar 2026) stellt Broadcom rund 19,1 Milliarden US‑Dollar Umsatz in Aussicht, ebenfalls ein Plus von etwa 28 % gegenüber dem Vorjahr. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei rund 67 % des geplanten Umsatzes liegen. Der Zacks-Konsens für den Gewinn je Aktie 2026 beträgt 9,86 US‑Dollar, was einem Zuwachs von 44,6 % gegenüber 2025 entsprechen würde.

An der Börse hat sich der Titel zuletzt auf hohem Niveau behauptet. Die Aktie schloss gestern bei 343,50 US‑Dollar und liegt damit nur knapp unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, während sie im Zwölfmonatsvergleich mehr als 50 % zugelegt hat.

Ausblick: KI- und Netzwerkstory verzahnt

Mit der Wi‑Fi‑8-Plattform setzt Broadcom seine Strategie fort, Rechenleistung, Konnektivität und KI-Beschleunigung technologisch enger zu verknüpfen. Kurzfristig stehen dabei vor allem die Umsetzung der ambitionierten KI-Umsatzziele im laufenden Quartal, der Abbau des hohen Auftragsbestands bei KI-Switches und die Gewinnung weiterer Großkunden im Fokus. Mittel- bis langfristig wird entscheidend sein, inwieweit die neuen Wi‑Fi‑8‑Lösungen zusammen mit XPUs und Ethernet-Switches ein stimmiges Gesamtangebot für Hyperscaler und Netzwerkbetreiber bilden und so das avisierte Umsatzwachstum auf rund 96 Milliarden US‑Dollar im Geschäftsjahr 2026 untermauern.

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