Broadcom Aktie: China-Risiko wächst
Broadcom steckt plötzlich mitten im geopolitischen Kreuzfeuer. Eine neue Cybersicherheits-Direktive aus Peking stellt ausgerechnet die frisch für 69 Milliarden Dollar übernommene VMware-Sparte infrage – und damit einen zentralen Baustein der Software-Strategie. Für Anleger rückt damit eine Frage in den Vordergrund: Wie stark könnte das China-Risiko die bisherige KI-Erfolgsgeschichte bremsen?
Neue China-Direktive trifft VMware ins Mark
Rund um den 19. Januar sind Berichte über eine neue Vorgabe der chinesischen Cyberspace Administration (CAC) aufgetaucht. Demnach sollen Regierungsbehörden und Staatsunternehmen Software von einer Liste „hochriskanter ausländischer Anbieter“ bis Ende des ersten Halbjahres 2026 schrittweise ausmustern.
Nach diesen Berichten stehen die Virtualisierungs- und Cloud-Management-Produkte von VMware prominent auf dieser Liste. Genau diese Lösungen waren ein Kernargument für Broadcoms milliardenschwere Übernahme – sie liefern margenstarke, wiederkehrende Softwareerlöse und sollten das Geschäft unabhängiger vom zyklischen Chipmarkt machen.
Mit der chinesischen Direktive droht nun ein schrittweiser Rückzug aus einem wichtigen Marktsegment. Der Fokus der Tech-Auseinandersetzung verschiebt sich damit von den bekannten Hardware-Exportverboten hin zur Unternehmenssoftware – und trifft Broadcom direkt in seiner neuen Erlössäule.
Der Druck auf die Aktie ist entsprechend spürbar: Nach der Meldung hat der Kurs binnen einer Woche rund 10 % nachgegeben und liegt damit etwa 10 % unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch. Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt der Titel trotz der Korrektur aber deutlich im Plus.
Geopolitik statt reine KI-Fantasie
Im größeren Kontext wird der Schritt aus Peking als Reaktion auf verschärfte US-Exportbeschränkungen für Hochleistungs-Chips gewertet. Washington hat die Vorgaben für den Export von KI-Beschleunigern zuletzt mehrfach nachgeschärft, um Chinas Zugriff auf modernste Halbleitertechnologie zu begrenzen.
Mit der neuen Vorgabe signalisiert China nun, dass auch westliche Softwareanbieter stärker ins Visier geraten können. Für VMware ist das besonders heikel, weil die Produkte tief in der IT-Infrastruktur vieler chinesischer Unternehmen stecken. Ein geordneter Ausstieg dürfte technisch komplex und wirtschaftlich schmerzhaft werden – auch wenn die konkrete Umsatzbelastung noch unklar ist.
Damit bekommt eine bisher sehr positive Broadcom-Erzählung erste Kratzer. Bislang dominierte die Story eines klaren KI-Profiteurs: Broadcom liefert zentrale Netzwerk-Hardware für KI-Rechenzentren und profitiert von einem stark wachsenden Auftragsbestand. Vor der China-Meldung lag der Fokus vor allem auf der Integration von VMware und einem KI-bezogenen Auftragsvolumen von über 73 Milliarden Dollar.
Nun kommt ein „geopolitischer Risikoaufschlag“ hinzu, den der Markt zunehmend einpreist: Regulierung, zu der es keine Alternativen gibt, und politische Entscheidungen, die sich kurzfristig kaum beeinflussen lassen.
Weitere Belastungsfaktoren und Blick nach vorn
Zusätzlich zu den regulatorischen Risiken gab es eine kleinere Meldung aus den USA: Eine Pflichtmitteilung vom 21. Januar zeigt, dass der US-Abgeordnete David Taylor am 8. Januar Broadcom-Aktien im Volumen zwischen 1.001 und 15.000 Dollar verkauft hat. Das ist ein relativ kleines Ticket und für sich genommen nicht marktbewegend, fällt aber in eine Phase erhöhter Unsicherheit rund um China.
Entscheidend wird nun, wie das Management die Lage einordnet. Am oder um den 4. März 2026 legt Broadcom die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Analysten erwarten derzeit einen Gewinn je Aktie von rund 1,66 Dollar. Dieser Termin dürfte zur Nagelprobe werden: Dann wird Broadcom voraussichtlich erstmals konkret erläutern, welchen Einfluss die chinesische Direktive auf die Umsatzplanung der Software-Sparte hat und wie stark das Unternehmen seine bisherige KI- und VMware-Story anpassen muss.
Broadcom-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Broadcom-Analyse vom 23. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Broadcom-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Broadcom-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Broadcom: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








