Mit dem heutigen Amtsantritt von Meg O'Neill vollzieht der britische Energiekonzern eine strategische Kehrtwende. Die erste weibliche Führungskraft an der Spitze eines globalen Öl-Giganten erbt einen massiven Schuldenberg und ein unübersichtliches Portfolio. Um die Lücke zur US-Konkurrenz zu schließen, verabschiedet sich das Management von teuren Elektroauto-Fantasien und forciert stattdessen milliardenschwere Verkäufe von Unternehmensteilen.

Milliardenverkäufe senken die Schuldenlast

Im Zentrum der neuen Strategie steht die Bereinigung der Bilanz. Aktuell drücken Verbindlichkeiten von über 22 Milliarden US-Dollar auf das Ergebnis. Abhilfe soll unter anderem der Verkauf eines 65-prozentigen Anteils an der Schmierstofftochter Castrol an Stonepeak schaffen, der rund sechs Milliarden Dollar in die Kassen spülen wird.

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Zusätzlich trennt sich der Konzern von der Raffinerie in Gelsenkirchen. Diese Transaktion an die Klesch Group senkt die operativen Kosten um eine Milliarde Dollar jährlich und treibt das laufende 20-Milliarden-Dollar-Verkaufsprogramm weiter voran. Sämtliche Erlöse fließen direkt in den Schuldenabbau.

Abkehr von grünen Investitionen

Parallel zu den Veräußerungen schraubt das Management die Einsparziele nach oben. Bis 2027 sollen die strukturellen Kosten nun um 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar sinken. Diese Neuausrichtung geht mit einem deutlichen Strategiewechsel einher. Die jährlichen Investitionen in die Ladeinfrastruktur für Elektroautos schrumpfen von ehemals fünf Milliarden auf unter 500 Millionen Dollar.

O'Neill, die 23 Jahre beim US-Konkurrenten ExxonMobil verbrachte, richtet den Fokus wieder auf das lukrativere Öl- und Gasgeschäft. Marktbeobachter werten diesen Schritt als Versuch, die Bewertungsabschläge gegenüber Rivalen wie Chevron oder Exxon aufzuholen, die den Schwenk zu erneuerbaren Energien nie in diesem Ausmaß vollzogen haben. Die Börse honoriert diese Fokussierung bereits: Mit einem aktuellen Kurs von 6,86 Euro notiert das Papier nur hauchdünn unter seinem 52-Wochen-Hoch und verzeichnet seit Jahresbeginn ein starkes Plus von über 35 Prozent.

Den nächsten konkreten Prüfstein für die neue Führungsebene liefert der 30. April. Mit der Vorlage der Quartalszahlen wird der Markt detaillierte Prognosen zum zukünftigen Fördergeschäft erhalten. Diese Daten werden maßgeblich bestimmen, wie realistisch der anvisierte Schuldenabbau auf die Zielmarke von 14 bis 18 Milliarden Dollar bis Ende 2027 ist.

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