Anzeige: Genau zu diesem Thema – den schnellen Bewegungen in Rüstungs- und Energiewerten – hat Chefanalyst Carsten Müller eine Trading-Strategie entwickelt, die solche Kursschwankungen systematisch nutzt. In der sogenannten Cash-Rallye zeigt er zweimal pro Woche konkrete Trade-Signale auf Basis einer Kombination aus technischen Ausbruchssignalen und fundamentalen Auslösern – Rheinmetall und Siemens Energy zählen dabei zu den bisherigen Beispielen mit Gewinnen von +136,5 % bzw. +96,9 %. Die Strategie funktioniert sektorübergreifend und erfordert kein spezielles Vorwissen, nur ein gewöhnliches Depot. Mehr zur Cash-Rallye-Strategie von Carsten Müller


Siemens Energy und die Energie-Infrastruktur-Wette

Ein Wort noch zu Siemens Energy, das heute etwas unter dem Radar läuft. Die Aktie gibt leicht nach auf rund 154 Euro, liegt aber seit Jahresbeginn noch immer rund 28 Prozent im Plus. Vergangene Woche hat das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2 Milliarden Euro angekündigt – ein klares Signal des Managements, dass man den aktuellen Kurs für unterbewertet hält.

Das Interessante: Siemens Energy profitiert nicht direkt vom Krieg, sondern von der Reaktion darauf. Westliche Regierungen investieren massiv in den Ausbau eigener Stromnetze und LNG-Infrastruktur, um die Abhängigkeit von politisch instabilen Regionen zu reduzieren. Siemens Energy liefert genau dafür die Schlüsseltechnologien – Gasturbinen, Transformatoren, Netzkomponenten. JPMorgan, RBC und die Deutsche Bank haben alle Kaufempfehlungen mit Kurszielen zwischen 180 und 195 Euro ausgesprochen.


Lufthansa-Streik: Turbulenz auf dem Boden

Kurze Einordnung zum Pilotenstreik bei Lufthansa: Heute ist der erste von zwei Streiktagen. In Frankfurt fallen rund 400 von 1.165 geplanten Starts und Landungen aus, in München 230 von 800. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die mehr als 5.000 Piloten von Lufthansa, Cargo und Cityline zu einem 48-Stunden-Ausstand aufgerufen – Kernthemen sind Betriebsrenten und Gehälter. Die Aktie verliert heute rund 2,3 Prozent auf etwa 7,88 Euro. Für Freitag ist bereits eine leichte Entspannung absehbar, da Cityline nur einen Tag bestreikt wird.


Markt-Stimmung: Deutsche Anleger erstaunlich gelassen

Zum Abschluss ein Blick auf das Sentiment: Laut der aktuellen Erhebung der Deutschen Börse bleiben 58 Prozent der institutionellen Anleger im DAX bullisch, bei Privatanlegern stieg der Bullenanteil sogar auf 59 Prozent. Sentiment-Analyst Joachim Goldberg spricht von „Zweckoptimismus\" – die Long-Positionen seien eher Belastung als Stütze, nach oben erwartet er ab 24.600 Punkten Verkaufsdruck.

Auf der anderen Seite des Atlantiks ist die Stimmung deutlich düsterer: Unter US-Privatanlegern schnellte der Bärenanteil laut AAII-Umfrage von 35,5 auf 46,4 Prozent. Der Ölpreisschock trifft die amerikanischen Anleger offenbar emotionaler als die deutschen – vielleicht weil man hier bereits an geopolitische Unsicherheit gewöhnt ist.


Was die nächsten Tage bringen

Auf dem Radar solltest du behalten: Morgen werden die US-Daten zum Personal Consumption Expenditure Index (PCE) veröffentlicht – das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. In einem Umfeld, in dem Ölpreise die Inflationserwartungen nach oben treiben, könnte dieser Datenpunkt die Diskussion über Zinssenkungen neu entfachen. Bereits jetzt preisen Märkte für 2026 kaum noch eine Fed-Zinssenkung ein.

Nächste Woche stehen mehrere Zentralbankentscheidungen an – und keine einzige dürfte in diesem Umfeld eine Lockerung wagen. Das bedeutet: Höhere Zinsen bleiben vorerst die Realität, was Wachstumsaktien weiter belastet und defensive Werte wie Versorger oder Infrastruktur-Unternehmen attraktiver macht.

Das übergeordnete Bild bleibt eines der Unsicherheit. Aber – und das ist der Punkt – Unsicherheit ist nicht dasselbe wie Krise. Wer heute RWE, Siemens Energy oder geduldige Rüstungsinvestoren betrachtet, sieht Unternehmen, die in einem turbulenten Umfeld klare Wachstumspfade abstecken. Das verdient Aufmerksamkeit.

Bis morgen,
Andreas Sommer