BMW greift zur Notbremse. Angesichts wegbrechender Absatzzahlen im wichtigsten Einzelmarkt China leitet der Münchner Autobauer eine aggressive Preisoffensive ein. Die Strategie birgt erhebliche Risiken für die Gewinnmarge, erscheint im Kampf gegen die erstarkende lokale Elektro-Konkurrenz jedoch alternativlos.

  • Rabatte bis zu 24 % auf 31 Kernmodelle in China.
  • Absatzeinbruch: China-Verkäufe sanken im vierten Quartal um fast 16 %.
  • Kursreaktion: Die Aktie verliert seit Jahresbeginn über 7 %.

Der Druck auf den Premiumhersteller hat ein historisches Ausmaß erreicht. Zum Stichtag 1. Januar 2026 senkte der Konzern die Listenpreise für sein chinesisches Portfolio massiv. Betroffen sind sowohl Einstiegsfahrzeuge als auch das Luxussegment. Besonders drastisch fällt die Anpassung beim elektrischen iX1 eDrive25L aus, der um 24 Prozent günstiger wird. Selbst beim Flaggschiff i7 M70L streicht BMW rund 16 Prozent des Preises.

Diese Maßnahmen drücken den Aktienkurs. Das Papier notiert aktuell bei 88,84 Euro und hat sich damit deutlich von seinem 52-Wochen-Hoch bei über 97 Euro entfernt.

Alarmstufe Rot beim Absatz

Die Rabattschlacht ist die direkte Antwort auf enttäuschende Quartalszahlen. Während BMW in Europa noch leicht wachsen konnte, brach der Absatz in China im vierten Quartal 2025 um 15,9 Prozent ein. Besonders schmerzhaft ist der Rückgang bei Elektrofahrzeugen (BEV) um 10,5 Prozent.

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Chinesische Wettbewerber wie Li Auto und AITO dringen aggressiv in das Preissegment oberhalb von 300.000 Yuan vor – eine Zone, die traditionell von deutschen Premiummarken dominiert wurde. Durch die Preissenkungen rutschen nun zehn BMW-Modelle unter diese psychologisch wichtige Marke, um verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Marktbeobachter werten diesen Schritt als Versuch, die übervollen Lagerbestände bei den Händlern abzubauen und Platz für die kommende Modellgeneration zu schaffen.

Strategischer Spagat

Interessant ist die Diskrepanz in der globalen Strategie. Während BMW im Reich der Mitte die Preise kappt, wurden sie in den USA zum Jahreswechsel moderat um etwa ein Prozent angehoben. Dies verdeutlicht, wie unterschiedlich die Marktdynamiken derzeit sind: In den USA funktioniert die Preissetzungsmacht noch, in China herrscht ein Verdrängungswettbewerb.

Hoffnungsträger "Neue Klasse"

Der Konzern versucht, die Zeit bis zur breiten Einführung der „Neuen Klasse"-Plattform zu überbrücken. Für den chinesischen Markt sind zudem spezifische Kooperationen mit Technologiepartnern wie Huawei und Alibaba geplant, um Defizite beim autonomen Fahren und im digitalen Cockpit auszugleichen.

Anleger blicken nun gespannt auf den 11. März 2026. Bei der Vorstellung der Jahreszahlen wird sich zeigen, wie stark die Rabatte die Gewinne belasten und ob die Prognose von 10,75 Euro Gewinn je Aktie für 2025 hält. Bis die neuen Modelle greifen, bleibt die Verteidigung der Marktanteile ein teures Unterfangen.

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