Bloom Energy sorgt weiter für Schlagzeilen: Nach einem enormen Lauf in den vergangenen zwölf Monaten stellt sich zunehmend die Frage, ob der Höhenflug noch von den Fundamentaldaten gedeckt ist. Starke Wachstumszahlen und ein wichtiger Deal mit einem US-Versorger sprechen für das Papier – zugleich warnen prominente Marktstimmen vor einer gefährlich hohen Bewertung.

Heftiger Anstieg, erste Bremsspuren

Die Aktie hat sich in den letzten zwölf Monaten vervielfacht und liegt auch seit Jahresanfang kräftig im Plus. Gleichzeitig zeigt der jüngste Handelstag, wie anfällig ein derart heißgelaufener Titel sein kann: Heute gibt der Kurs spürbar nach und liegt mit 143,85 US‑Dollar rund 5 % unter dem 52‑Wochen-Hoch dieser Woche. Der RSI von über 90 und der große Abstand zu den gleitenden Durchschnitten deuten auf einen deutlich überkauften Markt hin.

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Parallel dazu mahnt der bekannte TV-Börsenkommentator Jim Cramer zur Vorsicht. Er bezeichnete die aktuelle Bewertung von Bloom Energy trotz solider Profitabilität und Momentum als „gefährlich“. Auslöser seiner Skepsis ist vor allem das Bewertungsniveau: Die Aktie wird etwa zum 150‑fachen der erwarteten Gewinne 2026 gehandelt. Zwar sollen die Ergebnisse im laufenden Jahr um rund 150 % wachsen, doch das Papier ist damit praktisch auf perfekte Entwicklung gepreist. Wie schnell die Stimmung drehen kann, zeigte bereits die starke Korrektur von rund der Hälfte des Werts zwischen November-Hoch und Zwischentief im Dezember, bevor die Rally wieder Fahrt aufnahm.

AEP-Deal als Rally-Treiber

Einer der wichtigsten Kurstreiber ist ein bestätigtes Geschäftsabkommen mit dem US-Versorger American Electric Power (AEP). AEP hat sich verpflichtet, Brennstoffzellen von Bloom Energy zu beziehen. Hintergrund ist der stark steigende Strombedarf von Rechenzentren, die zunehmend auf sauberere Energielösungen setzen.

Für Bloom Energy ist dieser Vertrag in zweierlei Hinsicht wichtig: Zum einen schafft er zusätzliche Nachfrage in einem strukturell wachsenden Marktsegment, zum anderen gilt der Deal als technologische Bestätigung im anspruchsvollen Versorgungsumfeld. Dieses Fundament stützt die Argumentation jener Anleger, die die jüngsten Kursgewinne trotz hoher Bewertung für nachvollziehbar halten.

Starke Quartalszahlen, aber Bewertungsabstand

Auch die jüngsten Finanzdaten liefern Rückenwind für die Story. Im dritten Quartal 2025 erzielte Bloom Energy:

  • Umsatz: 519,05 Mio. US‑Dollar (deutlich über den erwarteten 425,18 Mio. US‑Dollar)
  • Umsatzwachstum: +57,1 % gegenüber dem Vorjahr
  • Gewinn je Aktie (EPS): 0,15 US‑Dollar (klar über der Konsensschätzung von 0,08 US‑Dollar)

Die Kombination aus hohem Wachstum und besser als erwarteten Ergebnissen erklärt einen Teil der Kursrally. Gleichzeitig hat der Markt die Analystenziele weit hinter sich gelassen: Während die Aktie aktuell im Bereich von knapp 150 US‑Dollar gehandelt wird, liegt das durchschnittliche Kursziel der Experten laut Vorlage bei rund 100,57 US‑Dollar. Damit notiert der Titel fast 50 % über dem Konsens, der Einstufung zufolge bleibt es bei einem „Hold“ – also weder klarer Kauf- noch Verkaufsempfehlung. Dieser Abstand illustriert die Diskrepanz zwischen Marktstimmung und Vorsicht der Analysten.

Institutionen kaufen, Insider verkaufen

Ein Blick auf die Eigentümerstruktur zeigt ein gemischtes Bild. Institutionelle Investoren halten inzwischen gut drei Viertel der ausstehenden Aktien (77,04 %). Das signalisiert grundsätzlich Vertrauen großer Adressen in das langfristige Potenzial. Einzelne Beispiele unterstreichen das:

  • Emerald Advisers LLC hat seine Position im dritten Quartal um 82,3 % ausgebaut und hält nun Anteile im Wert von rund 57,93 Mio. US‑Dollar.
  • Huntleigh Advisors Inc. ist neu eingestiegen und hat 9.052 Aktien erworben.

Dem gegenüber steht jedoch ein merklicher Insiderverkauf in den vergangenen 90 Tagen. Führungskräfte und andere Insider haben in diesem Zeitraum insgesamt 120.410 Aktien im Gegenwert von rund 16,56 Mio. US‑Dollar veräußert. Solche Verkäufe werden von Marktbeobachtern häufig als Signal gewertet, dass das aktuelle Kursniveau zumindest ambitioniert ist – vor allem, wenn sie in eine starke Rally hinein erfolgen.

Fazit: Hoch bewertet mit Rückenwind

Bloom Energy verbindet derzeit zwei gegensätzliche Entwicklungen: operativ beeindruckende Wachstumszahlen und strategische Fortschritte, unter anderem durch den AEP-Deal, treffen auf eine Bewertung, die bereits sehr viel Zukunft eingepreist hat. Der extreme Anstieg innerhalb eines Jahres, der überkaufte technische Zustand und die Differenz zu den Analystenzielen sprechen für ein erhöhtes Rückschlagsrisiko, während die starke Nachfrage aus dem Rechenzentrumsbereich und das Wachstum der vergangenen Quartale die positive Grundstory untermauern. Wie sich die Aktie weiter entwickelt, dürfte vor allem davon abhängen, ob Bloom Energy die ambitionierten Gewinnerwartungen im Jahresverlauf bestätigen oder sogar übertreffen kann.

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