Bloom Energy steht nach einem starken Jahresauftakt vor einer neuen politischen und regulatorischen Weichenstellung. Eine von Präsident Trump ausgerufene „Emergency Reliability Action“ zielt direkt auf die Stromversorgung für KI-Rechenzentren – und schafft für den Brennstoffzellen-Spezialisten Chancen, aber auch Unsicherheiten. Wie stark beeinflusst der Plan die bisherige Investmentstory rund um dezentrale Energieversorgung?

Notfallmaßnahme für Grundlastkraftwerke

Ausgangspunkt ist eine Anordnung der US-Regierung vom Freitag: PJM Interconnection, der größte Netzbetreiber der USA, soll eine Notfallauktion durchführen, um zusätzliche Grundlastkapazität zu beschaffen. Im Fokus stehen neue Kapazitäten auf Basis von Erdgas, Kohle und Kernkraft, um den rasch steigenden Strombedarf von KI-Datenzentren abzusichern.

Für Bloom Energy ist das zunächst Rückenwind auf der Brennstoffseite. Die klare politische Unterstützung für Erdgas – unterstrichen durch Aussagen wie „We need gas plants... We need it all“ von Gouverneur Youngkin – legitimiert den Einsatz der von Bloom genutzten Festoxid-Brennstoffzellen, die überwiegend mit Erdgas betrieben werden. Der Trend weg von einer ausschließlichen Fokussierung auf erneuerbare Energien stützt das Argument einer „always-on“-Lösung.

Gleichzeitig richtet sich die Initiative explizit auf die Stärkung des zentralen Stromnetzes. Genau hier liegt der Konflikt mit der jüngsten Kursfantasie der Aktie: Der starke Anstieg bei Bloom war wesentlich durch die „Grid-Defection“-These getrieben – also die Erwartung, dass Datenzentren das überlastete Versorgungsnetz umgehen und direkt vor Ort mit Bloom-Servern versorgt werden. Gelingt es dem Trump-Plan, den Ausbau von Gaskraftwerken im Versorgungsnetz deutlich zu beschleunigen, könnte der Druck zu Off-Grid-Lösungen theoretisch abnehmen.

Zeitvorteil gegenüber neuen Gaskraftwerken

Trotz des politischen Schubs für zentrale Kraftwerke verweisen Marktbeobachter auf einen entscheidenden Zeitfaktor zugunsten von Bloom. Selbst die Trump-Regierung räumt ein, dass der Bau neuer Gaskraftwerke üblicherweise vier bis fünf Jahre dauert – auch bei beschleunigten Genehmigungsverfahren.

Bloom Energy kann seine Energy Server demgegenüber in weniger als 50 Tagen installieren. Analysten von Clear Street brachten es bereits zu Monatsbeginn auf den Punkt: „Das Netz lässt sich nicht über Nacht reparieren.“ Daraus folgt, dass der „Off-Grid“-Vorteil von Bloom auf absehbare Zeit bestehen bleibt.

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Die Nachfrage der KI-Industrie nach zusätzlicher Energie ist akut. Der „Wettlauf um KI-Dominanz“ erfordert zusätzliche Leistung heute und nicht erst Anfang der 2030er Jahre. Dieser Zeitdruck hält den Bedarf an schnell verfügbaren, dezentralen Lösungen wie denen von Bloom hoch.

AEP-Deal als Kurstreiber im Hintergrund

Die aktuelle Kurskonsolidierung findet vor dem Hintergrund einer außergewöhnlich starken Rallye statt. Am 8. Januar meldete Bloom Energy eine endgültige Vereinbarung mit American Electric Power (AEP) über die Lieferung von bis zu 1 Gigawatt (GW) Festoxid-Brennstoffzellen.

Kernpunkte des Deals:

  • Volumen: bis zu 1 GW Brennstoffzellenkapazität
  • Vertragswert: rund 2,65 Milliarden US-Dollar
  • Einordnung: größte kommerzielle Brennstoffzellen-Beschaffung in der Geschichte

Der Vertrag festigt die Rolle von Bloom als wichtiger Baustein der entstehenden KI-Infrastruktur. Die Meldung ließ den Kurs innerhalb von weniger als zwei Wochen von unter 100 US-Dollar auf knapp 150 US-Dollar steigen. Der aktuelle Rückgang in den Bereich um 140 US-Dollar stellt damit eine technische Anpassung nach einer sehr schnellen Bewertungsanpassung dar.

Bewertung, Szenarien und Ausblick

Die Stimmung im Markt ist entsprechend aufgeheizt. Die Aktie ist zu einer Art Schauplatz unterschiedlicher Bewertungsansätze geworden. Einige Analysten verweisen auf eine sehr ambitionierte Bewertung von mehr als dem 170-Fachen der erwarteten Gewinne. Andere Marktteilnehmer setzen auf ein deutlich größeres Potenzial.

Investor Tom Nash etwa hat jüngst ein langfristiges Kursziel von 1.000 US-Dollar je Aktie bis 2030 skizziert – unter der Annahme, dass Bloom rund 20 % der zusätzlichen Stromnachfrage im KI-Bereich abdeckt. Solche Projektionen unterstreichen die Spannbreite der Markterwartungen, sind aber klar an starke Wachstumsannahmen geknüpft.

Für die nähere Zukunft richtet sich der Blick auf die konkreten Ausgestaltungen der PJM-Notfallauktion, deren Details in den kommenden Wochen erwartet werden. Entscheidend wird sein, ob Kriterien wie „Geschwindigkeit der Bereitstellung“ eine zentrale Rolle spielen oder ob auch dezentrale Lösungen wie Brennstoffzellen formell einbezogen werden. Sollten die Auktionsregeln schnell verfügbare, verteilte Kapazitäten begünstigen, könnte dies der Bloom-Aktie einen weiteren Impuls geben. Bis dahin testet der Titel die jüngst aufgebauten Unterstützungszonen, während sich der „Trump-Trade“ im Energiesektor Schritt für Schritt konkretisiert.

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