Black Friday, Gates & Uran: Wenn Konsumrekorde, Milliardäre und Rohstoffe die Zukunft neu vermessen
Liebe Leserinnen und Leser,
11,8 Milliarden Dollar an einem einzigen Tag – der Black Friday 2025 hat nicht nur neue Rekorde geschrieben, sondern auch gezeigt, wie sich das Einkaufsverhalten fundamental wandelt. Während Amerikaner ihre Smartphones zücken statt in Geschäfte zu pilgern, sortiert Bill Gates sein Milliardendepot radikal um, und ein fast vergessener Rohstoff erlebt sein Comeback als Hoffnungsträger der Energiewende. Drei Entwicklungen, die auf den ersten Blick wenig verbinden – doch sie alle erzählen von einer Wirtschaft im Umbruch, in der alte Gewissheiten bröckeln und neue Gewinner entstehen.
Black Friday: Die stille Revolution im Kaufverhalten
Der Ansturm auf die Geschäfte? Geschichte. Am 29. November 2025 gaben US-Konsumenten online 11,8 Milliarden Dollar aus – ein Plus von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Einzeltagesumsatz der Saison. Doch die eigentliche Nachricht steckt nicht in der Zahl selbst, sondern darin, wie gekauft wurde: Mehr als 55 Prozent aller Transaktionen liefen über Smartphones. Erstmals in der Geschichte überholt mobiles Shopping den Desktop – und das ist keine Randnotiz, sondern ein Strukturbruch.
Zwischen dem 1. und 28. November summierte sich der Online-Umsatz auf 111,4 Milliarden Dollar. Die Prognose für die gesamte Saison? 253,4 Milliarden – das erste Viertelbillion-Dollar-Quartal der Geschichte. Dabei verändert sich nicht nur das "Wo", sondern auch das "Wie": Buy Now, Pay Later (BNPL) verzeichnete in den ersten vier Novemberwochen ein Plus von 9 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar, bis Jahresende werden 20,2 Milliarden erwartet. Besonders bemerkenswert: 80 Prozent dieser Ratenkäufe werden mobil abgewickelt.
Und dann ist da noch der KI-Faktor. Traffic-Verweise von KI-Quellen – etwa großen Sprachmodellen – explodierten um 805 Prozent. Künstliche Intelligenz wird zum Shopping-Assistenten, der Produkte vorschlägt, Preise vergleicht und Kaufentscheidungen beeinflusst. Für deutsche Anleger bedeutet das: Unternehmen, die mobile Bezahlsysteme, BNPL-Dienste oder KI-gestützte Handelsplattformen anbieten, könnten in den kommenden Jahren überproportional profitieren.
Gates Foundation Trust: Der große Umbau
Wenn einer der einflussreichsten Investoren der Welt sein Portfolio umschichtet, lohnt sich ein genauer Blick. Der Gates Foundation Trust, mit 36,58 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen einer der größten institutionellen Anleger, hat im dritten Quartal 2025 kräftig umgebaut – und dabei auch vor der eigenen Geschichte nicht haltgemacht.
Die auffälligste Bewegung: Microsoft, das von Bill Gates gegründete Unternehmen, wurde um fast zwei Drittel reduziert. Von 26,2 Millionen Aktien blieben nur noch 9,2 Millionen übrig – ein Verkauf im Wert von mehreren Milliarden. Die Position rutschte vom ersten auf den vierten Platz. Stattdessen führt nun Berkshire Hathaway das Depot an, obwohl auch hier 9,78 Prozent der Anteile abgebaut wurden. Mit 21,77 Millionen B-Aktien im Wert von 10,94 Milliarden Dollar macht Warren Buffetts Investmentgesellschaft fast 30 Prozent des Gesamtdepots aus.
Weitere nennenswerte Verkäufe: Caterpillar minus 13,6 Prozent, Walmart minus 7,7 Prozent, FedEx minus knapp 6 Prozent. Unverändert blieben dagegen Deere & Co. und Ecolab – ein Signal dafür, dass Gates in Industriewerte und Wasseraufbereitung weiter Potenzial sieht. Die Botschaft? Selbst langjährige Überzeugungen werden hinterfragt, wenn sich Märkte verändern. Für deutsche Anleger ist interessant: Der Trust setzt auf Substanz (Berkshire, Canadian National Railway) und meidet spekulative Tech-Wetten.
Uran: Der vergessene Star der Energiewende
Während alle von Solar, Wind und Batterien sprechen, vollzieht sich im Hintergrund eine nukleare Renaissance – und Uran wird zum strategischen Rohstoff. UBS spricht von einem "Paradigmenwechsel" und prognostiziert, dass die Nachfrage bis 2035 um mehr als 50 Prozent steigen wird. Der Grund: Wachsende Elektrifizierung trifft auf Dekarbonisierungsdruck, und Kernkraft bietet beides – hohe Grundlast und niedrige Emissionen.
Das Problem: 75 Prozent der globalen Produktion konzentrieren sich auf Kasachstan, Kanada und Namibia. Strukturelle Unterinvestitionen und Projektrisiken könnten die Vorlaufzeiten verlängern. UBS erwartet Defizite bis 2029, die sich in den 2030er Jahren sogar ausweiten werden. Bereits heute akkumulieren physische Uran-Trusts Bestände und entziehen dem Spotmarkt Volumen – ein Preistreiber, den Anleger im Blick behalten sollten.
Für Investoren wird es konkret bei NuScale Power. Das US-Unternehmen ist der erste und bisher einzige Anbieter kleiner modularer Reaktoren (SMR) mit einer Designzulassung der amerikanischen Atomaufsicht NRC. Im September 2025 wurde bekannt, dass die Tennessee Valley Authority gemeinsam mit ENTRA1 ein 6-Gigawatt-SMR-Programm plant – das größte seiner Art in den USA. NuScale-CEO John Hopkins sprach von einem "historischen" Moment.
Die Zahlen allerdings mahnen zur Vorsicht: Im dritten Quartal erzielte NuScale lediglich 8,2 Millionen Dollar Umsatz, die Liquidität lag bei 753,8 Millionen Dollar. Gewinne? Fehlanzeige. Die Aktie legte 2025 bisher 6,19 Prozent zu auf 19,04 Dollar. Analysten sehen Potenzial: Zwölf Experten vergaben in den letzten drei Monaten vier Kaufempfehlungen, fünfmal Halten und dreimal Verkaufen. Das mittlere Kursziel von 36,55 Dollar impliziert ein Aufwärtspotenzial von knapp 92 Prozent – allerdings bei hohem Risiko. Wer auf die nukleare Zukunft setzen will, braucht einen langen Atem und Nerven aus Stahl.
Earnings Season: Die Tech-Giganten im Realitätscheck
Während Uran und Black Friday Zukunftsgeschichten erzählen, lieferte die Earnings Season im Oktober und November harte Fakten. Nvidia überzeugte Mitte November mit starken Zahlen und optimistischer Prognose – der KI-Boom trägt weiter. Apple und Amazon glänzten mit Umsatz- und Gewinnsteigerungen, wobei Amazons Cloud-Sparte AWS besonders stark abschnitt. Meta hingegen enttäuschte mit einem Gewinneinbruch, allerdings war eine einmalige Steuerrückstellung von 16 Milliarden Dollar der Hauptgrund – buchhalterische Kosmetik, keine operative Schwäche.
Palantir und Coinbase überraschten positiv, Super Micro Computer dagegen verfehlte die Erwartungen und schickte die Aktie auf Talfahrt. Besonders bemerkenswert: AMD übertraf im November die Prognosen bei Umsatz und Gewinn, konnte aber die hohen Markterwartungen dennoch nicht erfüllen – ein Zeichen dafür, wie angespannt die Stimmung im Chipsektor inzwischen ist.
Für die kommenden Tage stehen weitere Schwergewichte an: Am 2. Dezember berichtet CrowdStrike, am 3. Dezember folgen Salesforce, Snowflake und C3.ai, am 11. Dezember dann Broadcom. Gerade Broadcom wird spannend – der Chipdesigner profitiert wie Nvidia vom KI-Boom, hat aber eine breitere Produktpalette. Anleger sollten genau hinhören, was das Management zur Nachfrage im ersten Quartal 2026 sagt.
Anzeige: Nach intensiver Recherche habe ich eine Strategie entwickelt, die systematisch die nächste Generation von Tech-Gewinnern identifiziert – bevor sie zu den neuen Microsofts, Apples oder NVIDIAs werden. Chefanalyst Carsten Müller hat in seinem kostenlosen Webinar ein NextGen-20-Depot zusammengestellt, das bereits über 400 Prozent Gesamtperformance erzielt hat, mit Einzelwerten wie Palantir (+1.186%), Rocket Lab (+1.019%) oder AST SpaceMobile (+1.604%). Die Strategie basiert auf drei Filtern: bahnbrechende Technologie, nachweisbare Markt-Traktion und konkrete Trigger-Ereignisse. Sie erhalten Zugang zu allen 20 Zukunftsaktien mit jeweils bis zu 517 Prozent Gewinnpotenzial bis 2026, plus einem detaillierten Sonderreport zu den fünf mächtigsten Technologietrends 2026 – von KI-Infrastruktur über Raumfahrt bis Biotech. Das Webinar zeigt konkret, wie Sie diese Chancen in Ihrem eigenen Depot umsetzen können. Kostenloser Zugang zum Future-Money-Projekt
Ausblick: Zwischen Konsum, Kapital und Kernkraft
Was verbindet einen Rekord-Shopping-Tag, ein umgebautes Milliardendepot und einen Rohstoff-Boom? Sie alle zeigen, dass sich die Koordinaten der Weltwirtschaft verschieben. Konsumenten kaufen anders, Investoren gewichten neu, und die Energiefrage wird zur strategischen Schicksalsfrage. Wer als Anleger erfolgreich sein will, muss diese Verschiebungen früh erkennen – und bereit sein, auch unbequeme Wahrheiten zu akzeptieren. Etwa die, dass selbst Microsoft im Gates-Depot nicht mehr unantastbar ist.
In dieser Woche wird sich zeigen, ob die Earnings-Saison mit einem Paukenschlag endet oder ob die Tech-Euphorie erste Risse bekommt. Eines ist sicher: Die Märkte bleiben volatil, die Chancen groß – und die Risiken ebenso.
Einen erfolgreichen Start in die neue Woche wünscht Ihnen
Andreas Sommer








