Gute Inflationsdaten sollten eigentlich Rückenwind liefern. Doch am Kryptomarkt verpuffte der Impuls schnell – und Bitcoin rutschte zum Wochenstart wieder unter Druck. Warum reagieren Anleger so nervös, obwohl die Aussicht auf US-Zinssenkungen eher positiv wirkt?

Breiter Abverkauf trotz CPI-Entspannung

Am Montag geraten viele große Digitalwerte gleichzeitig ins Minus. Der Rücksetzer wirkt deshalb weniger wie ein isoliertes Bitcoin-Problem, sondern wie ein Stimmungsthema im ganzen Sektor. In den USA hatte der Verbraucherpreisindex zuletzt zwar für Erleichterung gesorgt: Die Inflation kühlte im Januar auf 2,4% ab (nach 2,7% im Dezember). Das stärkte Erwartungen auf mindestens zwei Zinssenkungen der US-Notenbank in diesem Jahr, zugleich fiel die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,05% und damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang Dezember.

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Bitcoin reagierte zunächst wie im Lehrbuch: Vom Freitag aus schob sich der Kurs bis über das Wochenende wieder über die Marke von 70.000 US-Dollar. Doch das Niveau hielt nicht. Zum Wochenstart drehte der Markt erneut nach unten – ein Zeichen dafür, dass viele Marktteilnehmer Rallys aktuell eher zum Reduzieren als zum Aufstocken nutzen.

ETF-Abflüsse vs. „Wale“: Zwei Kräfte ziehen gegeneinander

Auffällig ist das Spannungsfeld zwischen Kapitalflüssen und On-Chain-Daten. Auf der einen Seite stehen deutliche Abflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs: In den vergangenen zehn Tagen flossen laut Daten rund 639 Mio. US-Dollar ab. Über drei Monate summierten sich die Nettoabflüsse beim iShares Bitcoin Trust (IBIT) auf etwa 2,8 Mrd. US-Dollar; die gesamte Spot-Bitcoin-ETF-Gruppe kam im selben Zeitraum auf rund 5,8 Mrd. US-Dollar Abflüsse.

Auf der anderen Seite betonen ETF-Beobachter, dass dies nicht zwingend einer breiten Kapitulation der langfristigen Anleger gleichkommt. Bitwise-CIO Matt Hougan sagte bei CNBC, nicht die ETF-Investoren würden den Abverkauf treiben. Über zwölf Monate betrachtet stehen Spot-Bitcoin-ETFs demnach weiterhin bei positiven Nettozuflüssen von 14,2 Mrd. US-Dollar.

Parallel dazu meldeten Marktanalysen kräftige Käufe großer Wallets: Adressen mit mehr als 1.000 BTC sollen in einer Woche rund 53.000 Bitcoin eingesammelt haben – ein Volumen von über 4 Mrd. US-Dollar und der stärkste Akkumulationsschub seit November. Das deutet auf eine Verschiebung von Coins in „stärkere Hände“ hin, auch wenn das kurzfristig nicht automatisch steigende Kurse bedeutet.

Wichtige Punkte im Überblick:
- CPI sinkt, Zinssenkungserwartungen steigen – der Markt bleibt dennoch defensiv.
- Spot-ETF-Abflüsse belasten die Stimmung, trotz positiver Nettozuflüsse auf Jahressicht.
- Große Halter kaufen aggressiv zu, während kurzfristige Anleger Risiken eher abbauen.

Kapitulation als Brandbeschleuniger – und eine schwere Makro-Woche

Zusätzlichen Druck lieferte zuletzt ein Ereignis, das Analysten als Kapitulation einordnen: Bitwise zufolge wurden in einer Woche Bitcoin-Verluste von 8,7 Mrd. US-Dollar realisiert – eines der größten Realisierungsereignisse überhaupt, nur übertroffen vom Umfeld des Three-Arrows-Capital-Zusammenbruchs. Dazu passt, dass der Crypto Fear & Greed Index weiter im Bereich „extreme fear“ liegt, auf Niveaus wie während der FTX-Phase 2022.

In dieser Gemengelage schaut der Markt nun auf die nächsten Datentermine: Diese Woche stehen unter anderem das Protokoll der Januar-Sitzung der Fed sowie der Kern-PCE-Index an, der bevorzugte Inflationsindikator der Notenbank. Nexo-Analystin Dessislava Ianeva erwartet, dass der PCE besonders genau darauf geprüft wird, ob sich der Preisdruck wirklich weiter abschwächt – zumal die Inflation weiterhin über dem 2%-Ziel liegt.

Bitcoin notiert aktuell bei 68.384 US-Dollar und liegt damit seit Jahresbeginn rund 22,93% im Minus. Kurzfristig dürfte die Reaktion auf Fed-Minutes und Kern-PCE entscheidend sein: Bestätigen die Daten nachlassenden Inflationsdruck, könnte das die defensive Haltung etwas lockern – fallen sie dagegen „zu heiß“ aus, könnten die zuletzt ohnehin wackligen Erholungsversuche erneut schnell abverkauft werden.

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