Bitcoin steckt gleich von zwei Seiten Gegenwind ein: schwache US-Konjunktursignale und neue geopolitische Spannungen im Nahen Osten. Beides hat die Risikoneigung der Anleger abrupt gedreht – und aus einer freundlichen Wochenmitte wurde ein Dämpfer zum Wochenschluss. Im Hintergrund läuft zudem eine Debatte, die für viele entscheidend ist: Wird Bitcoin weiter wie ein klassisches Risiko-Asset gehandelt oder emanzipiert sich der Markt?

Risiko-Ausverkauf nach Doppelschock

Auslöser der jüngsten Verkaufswelle war ein Mix aus Politik und Makro. In den USA gingen im Februar laut Bericht 92.000 Jobs verloren, erwartet worden waren 59.000. Gleichzeitig lag die Arbeitslosenquote mit 4,4% leicht über den Prognosen (4,3%). Solche Daten treffen Aktien und Kryptowährungen oft gleichzeitig, weil Investoren in Stressphasen Risiken reduzieren und Korrelationen zunehmen.

Zusätzlich schürften steigende Spannungen im Nahen Osten die Unsicherheit. Nachdem US-Präsident Trump eine harte Linie gegenüber dem Iran betonte, zogen die Ölpreise an. Das verstärkte das „Risk-off“-Umfeld: Höhere Energiepreise bedeuten potenziell mehr Inflationsdruck – und damit weniger Spielraum für Zinssenkungen.

Zyklus-Fragezeichen und institutioneller Druck

Ein Krypto-Investor aus der Branche (ZX Squared Capital) warnt vor einem möglichen weiteren Rückgang von 30% im Jahr 2026 und verweist dabei auf den historischen Vierjahres-Zyklus rund um das Halving. Der Gedanke dahinter: Nach früheren Halvings folgte nach dem Hoch meist eine längere Baisse. Gleichzeitig schwingt ein zweites Argument mit: Die institutionelle Adoption sei bislang langsamer und enger begrenzt als oft angenommen.

Brisant ist dabei ein spezieller Mechanismus: Unternehmen, die Bitcoin als Treasury-Asset halten und zugleich Schulden bedienen müssen, könnten bei anhaltend schwachen Kursen zum Verkaufen gezwungen sein. Laut Zheng machen Krypto-ETFs und „Digital Asset Treasury“-Firmen zusammengenommen nur rund 10% des gesamten Kryptomarkts aus – genug, um in Stressphasen Druck zu erzeugen, aber noch zu wenig, um Verkäufe immer zuverlässig aufzufangen.

On-Chain: Kurzfristige nehmen Gewinne mit, „Wale“ taktieren

Die Zwischenrally der Woche löste deutliche Bewegungen auf der Blockchain aus. Laut CryptoQuant wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 27.000 BTC von kurzfristigen Haltern mit Gewinn an Börsen geschickt – ein Hinweis, dass viele schnelle Gewinne lieber gesichert als ausgebaut wurden. Profitabel sind demnach vor allem Käufer der letzten ein bis vier Wochen, deren Einstand grob um 68.000 US-Dollar lag.

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Größere Adressen (10 bis 10.000 BTC) zeigten laut Santiment zunächst Käufe, als Bitcoin zwischen rund 62.900 und 69.600 US-Dollar pendelte. Nach dem Sprung über 70.000 US-Dollar und dem Lauf bis 74.000 US-Dollar gaben diese großen Halter allerdings etwa 66% dieser zuvor aufgebauten Positionen wieder ab – eher taktisches Agieren als ein klarer Trend.

Dazu kommt ein psychologischer Deckel: Glassnode zufolge liegen aktuell 43% des gesamten Bitcoin-Angebots „unter Wasser“. Das erhöht bei Erholungen den Verkaufsdruck, weil viele Anleger nahe dem Einstand aussteigen wollen.

Bitcoin hängt stärker an Wall Street

Trotz positiver Branchensignale – etwa BNY Mellon als ETF-Verwahrer oder Kraken mit direktem Zugang zu Zahlungswegen der US-Notenbank – reagiert der Markt derzeit stärker auf Dollar, Zinsen und Aktienindizes als auf „krypto-interne“ Fortschritte. Genau diese stärkere Verflechtung mit der klassischen Finanzwelt führt dazu, dass Bitcoin bei Tech-Schwäche mit abverkauft wird.

Auch bei den ETFs zeigte sich die Nervosität: Laut 21Shares flossen diese Woche zunächst netto über 700 Mio. US-Dollar zu, bevor der Arbeitsmarktbericht am Freitag die Richtung drehte. Am selben Tag verzeichneten Bitcoin-ETFs Abflüsse von 228 Mio. US-Dollar – der schwächste Tag seit drei Wochen.

Ein Satz zu den Kursdaten: Am Freitag schloss Bitcoin bei 70.874,99 US-Dollar, Tagesminus 2,47% – auf Jahressicht liegt der Coin damit deutlich im Minus (YTD: -20,12%).

Was kurzfristig den Ton angibt

Der Ausblick bleibt vor allem makrogetrieben: Der Markt rechnet laut Artikel weiterhin nur mit einer Zinssenkung der US-Notenbank im Jahr 2026. Gleichzeitig könnten dauerhaft höhere Ölpreise die Inflationserwartungen anheben und damit die Zinsfantasie weiter dämpfen.

Ein Lichtblick kommt aus der Marktstruktur: Nettozuflüsse in Stablecoins sprangen in der Woche um 415% auf 1,7 Mrd. US-Dollar – Kapital, das potenziell „an der Seitenlinie“ parkt. Außerdem ging der Nettoverkauf langfristiger Halter laut Daten deutlich zurück (von -243.737 BTC am 5. Februar auf -31.967 BTC bis 1. März). Das spricht zumindest dafür, dass der Verkaufsdruck aus dem Langfristlager spürbar nachlässt – während die kurzfristige Richtung weiter an Iran-Konflikt, Öl und Fed-Erwartungen hängt.

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