Starke US-Inflationsdaten, frische ETF-Zuflüsse und klare Signale aus Washington: Bitcoin erlebt zum Jahresauftakt einen bemerkenswerten Schub. Der Kurs hat eine wichtige Widerstandszone überwunden, während gleichzeitig das Angebot an verfügbaren Coins knapp bleibt und die Politik an einem neuen Regelwerk arbeitet. Wie stabil ist dieser Aufschwung?

Inflation, Zinsen und Short-Squeeze

Auslöser der aktuellen Bewegung waren die am Donnerstag veröffentlichten US-Inflationsdaten. Der Kernverbraucherpreisindex (Core CPI) fiel auf 2,6 % und damit auf den niedrigsten Stand seit März 2021 – zudem unter die Erwartungen des Marktes. Das nährt die Hoffnung auf Zinssenkungen der Federal Reserve und sorgt insgesamt für mehr Risikoappetit an den Finanzmärkten.

Bei Bitcoin führte das zu einem raschen Kursanstieg und einem deutlichen Short-Squeeze. Viele auf fallende Kurse wettende Trader wurden auf dem falschen Fuß erwischt:

  • Rund 688 Millionen US-Dollar an Krypto-Futures-Positionen wurden innerhalb von 24 Stunden liquidiert
  • Davon entfielen etwa 603 Millionen US-Dollar auf Short-Positionen

Nach dem Ausbruch über den Bereich um 94.000 bis 95.000 US‑Dollar rücken für viele Marktteilnehmer nun die runden Marken 100.000 und perspektivisch 110.000 US‑Dollar als technische Zielzonen in den Blick. Der aktuelle Kurs von rund 96.400 US‑Dollar liegt damit klar über dem 50‑Tage-Durchschnitt und etwa 14 % über dem 52‑Wochentief, aber noch gut 23 % unter dem Rekordhoch.

Die Tradingfirma QCP Capital beschreibt das Umfeld als „Goldilocks-Szenario“: robuste US-Arbeitsmarktdaten bei gleichzeitig rückläufiger Inflation – ein Mix, der Risikoanlagen wie Bitcoin stützt.

Institutionelle Nachfrage zieht an

Parallel zur Erholung des Kurses nimmt die institutionelle Nachfrage spürbar zu. Am 14. Januar verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettozuflüsse von knapp 754 Millionen US‑Dollar – der stärkste Tageswert seit Anfang Oktober 2025.

An der Spitze standen:

  • Fidelity mit rund 351 Millionen US‑Dollar Zufluss
  • BlackRocks IBIT mit etwa 127 Millionen US‑Dollar

Diese ETF-Ströme gehen Hand in Hand mit großen Unternehmenskäufen. Die frühere MicroStrategy, inzwischen unter dem Namen Strategy unterwegs, erwarb 13.627 Bitcoin im Volumen von rund 1,25 Milliarden US‑Dollar zu einem durchschnittlichen Preis von etwa 91.519 US‑Dollar je Coin.

Insgesamt hält Strategy nun rund 687.410 Bitcoin zu Anschaffungskosten von etwa 51,8 Milliarden US‑Dollar. Auf Basis des aktuellen Marktpreises ergibt sich ein Wert von ungefähr 62 Milliarden US‑Dollar. An der Börse spiegelte sich die gestiegene Krypto-Nachfrage auch in entsprechenden Aktien wider: Titel wie Coinbase und Strategy legten zuletzt um rund 3 % beziehungsweise 6 % zu.

Knappes Angebot auf Börsen

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Unter der Oberfläche stützt ein angespanntes Angebotsbild die Kursentwicklung. On‑Chain‑Daten zeigen, dass die Bitcoin-Bestände auf zentralisierten Börsen von ihrem Hoch bei rund 2,98 Millionen Coins im April 2025 bis Mitte November auf etwa 2,54 Millionen gesunken sind.

Dieser Rückgang deutet darauf hin, dass mehr Anleger ihre Bestände in eigene Wallets oder institutionelle Verwahrungslösungen verschieben. Solche Coins stehen kurzfristig seltener zum Verkauf und verringern das verfügbare Angebot, das Kursanstiege abbremsen könnte. Berichte aus dem Jahr 2025 schätzten die Zahl der Bitcoin-Besitzer weltweit auf 480 bis 500 Millionen Menschen – eine breite Basis, auch wenn die genaue Verteilung heute nicht exakt quantifizierbar ist.

Ein 14‑Tage-RSI von 38 signalisiert trotz der jüngsten Bewegung noch keine überkaufte Marktsituation, was zusätzlichen Spielraum für weitere Schwankungen lässt.

Regulierung: „Clarity Act“ rückt näher

Für zusätzlichen Rückenwind sorgt der Blick nach Washington. Der Bankenausschuss des US-Senats befasst sich heute in einer sogenannten Markup-Sitzung mit einem umfassenden Gesetzespaket zur Strukturierung der Digitalmärkte, das voraussichtlich „Clarity Act“ heißen wird.

Der Entwurf sieht eine klarere Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC vor und soll damit einen verbindlichen Rahmen für digitale Vermögenswerte schaffen. Auch wenn Verzögerungen im politischen Prozess möglich sind, werten Marktteilnehmer allein das Erreichen dieser Verfahrensstufe als Fortschritt hin zu mehr Rechtssicherheit.

Parallel bleibt die geplante Auszahlungsmilliarde aus der Insolvenzmasse der ehemaligen Börse FTX ein Thema. Für den 31. März 2026 ist eine weitere Tranche von rund 2,2 Milliarden US‑Dollar vorgesehen, die Registrierung endet am 14. Februar. Für Gläubiger ist das positiv, gleichzeitig beobachten Analysten genau, ob ein Teil dieser Liquidität später wieder in den Kryptomarkt zurückfließt oder zunächst Verkaufsdruck erzeugt.

Stimmung und Ausblick auf 2026

Die Marktstimmung ist klar ins positive Lager gekippt, auch wenn die Marke von 100.000 US‑Dollar als wichtiger Test gilt. Bitwise‑CIO Matt Hougan hält neue Allzeithochs im Jahr 2026 für möglich, vorausgesetzt, es kommt nicht zu abrupten Flash‑Crashes und regulatorische Initiativen wie der Clarity Act werden erfolgreich verabschiedet.

Gleichzeitig warnt Bitwise vor möglichen größeren Verkaufsorders großer Adressen („Whales“), wenn sich der Kurs der sechsstelligen Marke nähert. Die Kombination aus schwächerem US‑Dollar-Index, Rekordzuflüssen in Spot‑ETFs und einem historisch niedrigen Angebotsbestand auf Börsen spricht jedoch dafür, dass Bitcoin in den kommenden Wochen in einer Phase erhöhter Volatilität bleibt. Für den weiteren Verlauf werden insbesondere der politische Fortschritt beim Clarity Act und die FTX‑Auszahlung Ende März als zentrale Wegmarken gelten.

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