Bitcoin: Marktbeobachtung gefragt
Bitcoin startet ins Jahr 2026 mit angezogener Handbremse. Enge Handelsspannen, widersprüchliche Kapitalströme und neue Regulierungsregeln prägen das Bild. Während ETFs Rekordabflüsse verzeichnen, bauen einzelne Unternehmen ihre Bestände weiter aus. Die zentrale Frage: Spricht mehr für eine längere Schwächephase – oder für eine größere Bewegung nach der aktuellen Ruhephase?
Enge Spanne, angespannte Technik
Zum Start des ersten Börsenfreitags 2026 pendelt Bitcoin in einer vergleichsweise engen Spanne um die Marke von 89.000 US‑Dollar. Nach einem schwächeren Jahresende 2025 versucht der Markt damit, sich von einem Rückgang von rund 6,7 % im Vorjahr zu erholen.
Technisch deutet vieles auf einen „Volatilitäts-Squeeze“ hin: Die Schwankungsbreite hat sich stark zusammengedrückt, historisch oft ein Vorläufer größerer Kursausschläge. Auch aus Derivaten kommt Druck: Rund 21.000 Bitcoin-Optionskontrakte mit einem Nominalwert von etwa 1,85 Milliarden US‑Dollar laufen heute aus.
Wichtig dabei:
- Der „Max-Pain“-Level der Optionen liegt bei 88.000 US‑Dollar – ein Bereich, an dem viele Marktteilnehmer ein Auslaufen der Kontrakte erwarten.
- Das Put/Call-Verhältnis von 0,48 zeigt trotz jüngster Schwäche eine gewisse Call-Neigung der Derivatehändler.
Im Spotmarkt notiert Bitcoin aktuell bei 89.326 US‑Dollar und damit nur minimal unter seinem 50‑Tage-Durchschnitt von 89.572 US‑Dollar. Der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch liegt mit gut 28 % deutlich höher, während der Markt nur knapp über dem jüngsten Jahrestief handelt. Ein RSI von 38 signalisiert eine eher gedrückte, aber noch nicht überverkaufte Marktstimmung.
ETF-Abflüsse treffen auf Unternehmenskäufe
Auf der Nachfrageseite prallen zwei Entwicklungen aufeinander: starke Abflüsse aus Spot-ETFs und selektive Zukäufe großer Adressen.
Laut Daten von SoSoValue und CoinDesk verzeichneten US‑Spot-Bitcoin-ETFs im November und Dezember 2025 kumulierte Nettoabflüsse von 4,57 Milliarden US‑Dollar. Diese zweimonatige Phase war der stärkste Mittelabzug seit Einführung der Produkte und fiel zusammen mit einer Kurskorrektur von rund 20 % gegenüber den Oktober-Hochs um 126.000 US‑Dollar.
Gleichzeitig nutzen einzelne Unternehmen die Schwäche für Aufstockungen:
- Stablecoin-Emittent Tether hat zuletzt Bitcoin im Umfang von knapp 800 Millionen US‑Dollar erworben und hält inzwischen mehr als 96.000 BTC.
- Die japanische Investmentgesellschaft Metaplanet bleibt ebenfalls aktiv und kommt auf über 35.000 BTC.
Diese Käufe federn den Verkaufsdruck der ETFs teilweise ab, ändern aber bislang nichts daran, dass Bitcoin im Jahresvergleich deutlich unter seinen Höchstständen handelt. Die 30‑Tage-Volatilität von knapp 23 % unterstreicht die aktuell gedämpfte Dynamik.
On-Chain-Daten deuten auf Bärenphase
Auf der Blockchain-Ebene zeichnet sich ein eher skeptisches Bild. Auswertungen von CryptoQuant deuten darauf hin, dass Bitcoin seit November 2025 strukturell in einen Bärenmarkt übergegangen sein könnte. Der Kurs liegt derzeit unter der einjährigen durchschnittlichen Kostenbasis – ein klassisches Signal für einen Trendwechsel nach unten.
Einige Kennpunkte der On-Chain-Analyse:
- Möglicher Bodenbereich: Analysten sehen eine potenzielle Unterstützungszone zwischen 56.000 und 60.000 US‑Dollar für 2026. Diese Spanne entspricht dem „realisierten Preis“ aktiver Investorengruppen.
- Rückgang im Zykluskontext: Ein Rutsch in diesen Bereich würde einem Rückgang von etwa 55 % vom Allzeithoch entsprechen. Das wäre deutlich weniger als die 70–80 % Einbrüche früherer Zyklen und wird als Hinweis auf eine reifere Marktstruktur mit höherer institutioneller Liquidität gewertet.
- Stimmung: Der „Fear & Greed“-Index steht bei 28 und signalisiert spürbare Vorsicht, aber keine Panik.
Unterm Strich sprechen die On-Chain-Daten derzeit eher für eine mittelfristige Konsolidierung als für eine unmittelbar bevorstehende Trendwende nach oben.
Regulierung: Mehr Transparenz, weniger Risikoappetit
Parallel verändern neue Regeln den Rahmen für Krypto-Investments. Seit dem 1. Januar 2026 gilt in 48 Jurisdiktionen das Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) der OECD – unter anderem in Großbritannien, Brasilien und den Cayman Islands.
Kern der Vorgaben:
- Krypto-Börsen und Dienstleister müssen detaillierte Transaktionsdaten, inklusive Steuerresidenz und realisierten Gewinnen, erheben.
- Diese Informationen werden automatisch an die zuständigen Steuerbehörden weitergeleitet.
- In Großbritannien sind Plattformen nun verpflichtet, der Steuerbehörde HMRC umfassende Transparenz zu liefern.
Diese Verschärfung zielt klar auf die Eindämmung von Steuerhinterziehung. Kurzfristig scheint sie allerdings die Risikobereitschaft zu dämpfen: Spot-Umsätze sind auf rund 21 Milliarden US‑Dollar gefallen – ein Rückgang von über 40 % in einer ohnehin dünnen Feiertagsliquidität.
Gleichzeitig entstehen neue regulierte Märkte: Turkmenistan hat zum 1. Januar 2026 sowohl Krypto-Mining als auch Krypto-Börsen offiziell legalisiert und ein Lizenzregime für digitale Assets eingeführt. Das zeigt, dass stärkere Kontrolle und neue Adoption derzeit parallel laufen.
Ausblick 2026: Gedämpfte Erwartungen, hohe Spannbreite
Für den weiteren Jahresverlauf zeichnen verschiedene Indikatoren ein gemischtes Bild. Prediction-Markets stellen sich eher nüchtern auf:
- Auf Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin 2026 die Marke von 150.000 US‑Dollar erreicht, aktuell bei nur 21 %.
- Die Chance auf Kurse von 100.000 US‑Dollar wird deutlich höher eingeschätzt und liegt bei 80 %. Der Markt rechnet also mit einer Erholung, aber nicht zwingend mit einem extremen Ausbruch nach oben.
Klassische Finanzhäuser bleiben dagegen auf längere Sicht optimistischer. Institute wie Standard Chartered und Bernstein halten an Kurszielen von bis zu 250.000 US‑Dollar fest. Begründet wird dies vor allem mit dem begrenzten Angebot und der Annahme, dass die aktuelle Phase geldpolitischer Straffung irgendwann dreht.
Kurzfristig sind die Erwartungen deutlich vorsichtiger: Von Finbold zitierte KI-Modelle sehen bis Ende Januar einen möglichen Bitcoin-Kurs um 91.900 US‑Dollar, vorausgesetzt, die Zone um 88.000 US‑Dollar behauptet sich in den kommenden Tagen als Unterstützung. Für Anleger bedeutet das: 2026 startet mit einem Spannungsfeld aus struktureller Abkühlung, enger Handelsspanne und der Möglichkeit einer größeren Bewegung, sobald sich der aktuelle Volatilitätsdruck löst.
Bitcoin: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bitcoin-Analyse vom 02. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Bitcoin-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bitcoin-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Bitcoin: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








