Bitcoin: Fundamentalkonflikt
Der Februar 2026 bringt Bitcoin in eine paradoxe Lage: Während institutionelle Anleger massenhaft aussteigen und der Kurs 50 Prozent unter dem Allzeithoch notiert, kaufen Großinvestoren systematisch zu. Tariffschocks und politische Unsicherheit treffen auf strukturelle Angebotsverknappung – ein Markt im Widerspruch mit sich selbst.
Trumps Zölle verschärfen den Ausverkauf
Die letzte Februarwoche lieferte einen weiteren Belastungsfaktor. Am 23. Februar kündigte US-Präsident Trump eine globale Zollerhöhung um 15 Prozent an. Bitcoin verlor innerhalb weniger Stunden mehr als fünf Prozent.
Der Hintergrund: Der Supreme Court hatte Trumps zuvor eingeführte Globalzölle kassiert. Die Regierung reagierte prompt und verhängte per Trade Act von 1974 zunächst zehn Prozent, mit Ankündigung einer Erhöhung auf 15 Prozent. Solche Zölle drohen die Importkosten zu erhöhen und damit die Inflation anzufachen – was der Federal Reserve Zinssenkungen erschweren würde.
Die Reaktion der Investoren war eindeutig: Rotation aus Risiko-Assets wie Kryptowährungen und Tech-Aktien in klassische Fluchthäfen. Gold und Silber legten zu, während dem Kryptomarkt Liquidität entzogen wurde.
ETF-Abflüsse erreichen historisches Ausmaß
Das institutionelle Bild hat sich seit 2025 fundamental gedreht. In den vergangenen fünf Wochen zogen Anleger knapp 3,8 Milliarden US-Dollar aus US-gelisteten Bitcoin-Spot-ETFs ab – die längste Abflussserie seit Februar 2025. BlackRocks IBIT führt die Rückzugsbewegung mit rund 2,13 Milliarden Dollar an.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: US-ETFs, die vor einem Jahr 46.000 Bitcoin erwarben, sind 2026 Netto-Verkäufer. Eine der verlässlichsten Nachfragequellen ist weggebrochen. Michael Field von Morningstar ordnet ein: Die Abflüsse zeigten nicht, dass Investoren Krypto aufgegeben hätten, wohl aber, dass Bitcoin die Erwartungen als sicherer Hafen derzeit nicht erfülle. Die Korrelation zu Aktien und Anleihen sei höher als ursprünglich gedacht.
On-Chain-Daten zeigen Gegenbewegung
Während ETFs verkaufen, zeichnet sich auf Blockchain-Ebene ein anderes Bild ab. Laut Glassnode stockten Großinvestoren ihre Bestände in drei Monaten um rund 230.000 Bitcoin auf – ein Gegenwert von 15,59 Milliarden Dollar. Im Januar verließen 20.000 Bitcoin innerhalb einer Woche die Handelsplätze, die Exchange-Reserven erreichten Mehrjahrestiefs.
Die verfügbare Menge schrumpft strukturell: Von den ursprünglichen 21 Millionen Bitcoin sind nur noch 1,32 Millionen ungemint. Schätzungen zufolge gelten drei bis vier Millionen Bitcoin als dauerhaft verloren. Das bedeutet: Die Nachfrage konkurriert um einen schrumpfenden Pool.
Strategische Reserve bleibt Papiertiger
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Die US-Regierung hält mit geschätzten 328.372 Bitcoin die weltweit größten staatlichen Bestände. Präsident Trump hatte per Executive Order eine Strategische Bitcoin-Reserve angekündigt – doch ein Jahr später existiert sie hauptsächlich auf dem Papier.
Mehrere Fristen sind verstrichen: Die Anordnung verpflichtete das Finanzministerium, innerhalb von 60 Tagen rechtliche Faktoren zu prüfen und Gesetzesvorschläge zu unterbreiten. Keine öffentliche Reaktion erfolgte. Senator Cynthia Lummis verfolgt parallel einen legislativen Ansatz mit dem BITCOIN Act (S.954), der den Ankauf von bis zu einer Million Bitcoin erlauben würde. Die Umsetzung lässt auf sich warten.
Optionsmarkt signalisiert Vorsicht
Der Optionsmarkt reflektiert die gespaltene Stimmung. Die 25-Delta-Risk-Reversal fiel am 5. Februar auf -19,34 – den niedrigsten Stand seit 2022. Das zeigt: Händler zahlen die stärkste Prämie für Absicherungen gegen Kursverluste seit über drei Jahren.
Jean-David Péquignot von Deribit beobachtet: 30-Tage-Puts handeln mit sieben Prozent Volatilitätsaufschlag gegenüber Calls. Institutionelle Anleger zahlen für Downside-Protection, statt auf steigende Kurse zu setzen.
Für März zeigt sich bei CME ein uneinheitliches Bild: 660 Millionen Dollar Open Interest bei Calls stehen 240 Millionen bei Puts gegenüber – ein Verhältnis von 3:1. CME-Analysten interpretieren das als mögliche Positionierung auf eine Erholung bis Ende Q1. Allerdings konzentrieren sich Put-Positionen zwischen 60.000 und 90.000 Dollar, viele davon aktuell im Geld. Die Grundhaltung bleibt defensiv.
Analysten uneins über Märzausblick
Die Bandbreite der Prognosen ist ungewöhnlich groß. Steven McClurg von Canary Capital erwartet einen Rückgang auf 50.000 Dollar im Sommer und bezeichnet 2026 als „Bärenphase des Vierjahreszyklus". Standard Chartered hat seine Jahresendzielmarke entsprechend auf 50.000 Dollar gesenkt.
Nic Puckrin von Coin Bureau sieht einen „50-50-Wurf": Bitcoin könnte sich erholen oder weiter fallen, abhängig von Makrofaktoren und politischen Entwicklungen wie dem CLARITY Act. Eine mögliche Erholung im März dürfte seiner Ansicht nach nicht nachhaltig sein. Realistisch sei eine längere Seitwärtsphase zwischen 60.000 und 71.000 Dollar.
Die nächsten entscheidenden Signale: Drehen die ETF-Abflüsse? Stabilisiert sich die Zollpolitik? Und wie schnell kommen CLARITY Act und BITCOIN Act durch den Kongress?
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