Die Talfahrt bei Beyond Meat setzt sich fort. Der Kurs liegt unter 1 US‑Dollar, der Verlust seit Jahresbeginn beträgt rund 78 %. Gleichzeitig hat eine umfangreiche Schuldenrestrukturierung die Aktionäre stark verwässert und die Zahl der ausstehenden Aktien vervielfacht. Angesichts anhaltender Verluste und eines schwierigen Marktumfelds rückt das Thema Insolvenz deutlich in den Vordergrund.

  • Kurs unter 1 US‑Dollar, Jahresverlust rund 78 %
  • Aktienzahl von ca. 77 auf über 450 Millionen gestiegen
  • Free Cashflow in neun Monaten um mehr als 100 Mio. US‑Dollar negativ
  • Markt für pflanzliche Fleischalternativen schrumpft, Wettbewerb nimmt zu

Harte Verwässerung durch Schuldenumbau

Beyond Meat hat kürzlich einen großen Debt-Exchange abgeschlossen, der die Kapitalstruktur grundlegend verändert hat. Rund 97 % der Anleihegläubiger tauschten ihre bisherigen Wandelanleihen gegen neue 7 % Convertible Senior Secured Second Lien PIK Toggle Notes mit Laufzeit bis 2030 sowie mehr als 316 Millionen neue Aktien.

Die Folgen im Überblick:

  • Die ausstehenden Aktien stiegen von etwa 77 Millionen auf über 450 Millionen
  • Neue wandelbare Schuldverschreibungen im Volumen von 208,7 Mio. US‑Dollar wurden ausgegeben
  • Der Wandlungskurs liegt bei 572,78 Aktien je 1.000 US‑Dollar Nennwert
  • Altaktionäre erleiden eine sehr starke Verwässerung

Trotz des Pennystock-Status liegt die Marktkapitalisierung wegen der nun enorm hohen Aktienzahl immer noch im Bereich von rund 370 bis 470 Mio. US‑Dollar.

Hohe Rindfleischpreise helfen kaum

Steigende Rindfleischpreise hätten theoretisch Rückenwind geben können. In den vergangenen zwölf Monaten sind die Preise für Rindfleisch in den USA um etwa 15 % gestiegen, unter anderem wegen der kleinsten Rinderherde seit Jahrzehnten. Die Preislücke zwischen pflanzlichen Alternativen und klassischem Rindfleisch hat sich dadurch deutlich verkleinert.

Trotzdem gelingt es Beyond Meat nicht, daraus Nutzen zu ziehen. Im dritten Quartal 2025 meldete das Unternehmen einen Rückgang der Absatzmengen um 10,3 % sowie einen Rückgang des Umsatzes pro Pfund um 3,5 %. Niedrigere Preise beleben die Nachfrage nicht. Statt auf pflanzliche Produkte weichen viele preissensible Verbraucher bei teurem Rindfleisch lieber auf Hähnchenfleisch aus.

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Cash Burn und Rechtsrisiken

Die Liquiditätslage bleibt angespannt. In den ersten neun Monaten 2025 verzeichnete Beyond Meat einen negativen Free Cashflow von über 100 Mio. US‑Dollar. Parallel dazu belastet ein Rechtsstreit: Nach einem Jury-Urteil wurde das Unternehmen zu Schadensersatz in Höhe von 38,9 Mio. US‑Dollar wegen Markenrechtsverletzung an Sonate Corporation verurteilt.

Beide Faktoren verschärfen den Druck auf die Bilanz zusätzlich und erhöhen die Abhängigkeit von weiteren Finanzierungsquellen.

Analysten gespalten, Short-Positionen sinken

Beim Analystenblick ergibt sich ein gemischtes Bild. Zacks hat die Aktie jüngst auf „Buy“ hochgestuft, gestützt auf verbesserte Gewinnerwartungen. Argus bleibt dagegen bei „Sell“ mit einem Kursziel von 2 US‑Dollar.

Auffällig ist zudem die Entwicklung am Leerverkaufsmarkt. Nach der massiven Verwässerung im Oktober 2025 ist der Short Interest deutlich zurückgegangen – von über 60 % des Freefloats auf etwa 27–28 %. Ein wesentlicher Grund ist das nun stark erhöhte Aktienangebot.

Zahlen und Kursverlauf 2025

Die bisherigen Eckdaten für 2025 zeigen die Schieflage klar:

  • YTD-Performance: –78,19 %
  • 52‑Wochen-Hoch: 7,69 US‑Dollar
  • 52‑Wochen-Tief: 0,50 US‑Dollar
  • Umsatz (TTM): 290,6 Mio. US‑Dollar
  • Ergebnis je Aktie (TTM): –3,17 US‑Dollar

Der kurze Ausbruch über 7 US‑Dollar im Oktober 2025, als die Aktie zeitweise zum Meme-Stock-Ziel wurde, war nicht nachhaltig. Größere Adressen wie D.E. Shaw und Wolverine Trading nutzten den Spike zum massiven Abbau. D.E. Shaw reduzierte seinen Anteil an einem einzigen Tag von 8 % auf 2,3 % und gab damit ein klares Signal, wie diese Rally intern gewertet wurde.

Insolvenzrisiko und nächste Wegmarke

Das Risiko eines Chapter‑11-Verfahrens bleibt angesichts des hohen Cash Burns, des schrumpfenden Markts für pflanzliche Fleischalternativen und des zunehmenden Wettbewerbs durch Handelsmarken erheblich. Der Weg zu nachhaltiger Profitabilität wirkt derzeit weit entfernt. Entscheidend wird der nächste Quartalsbericht, der für den 25. Februar 2026 erwartet wird: Dann wird sich zeigen, ob die eingeleiteten operativen Maßnahmen erste messbare Effekte auf Umsatzentwicklung, Marge und Liquiditätsverbrauch haben.

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