Die BayWa AG steckt tiefer in der Krise als zuvor bekannt. Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen Untreueverdachts gegen den früheren Vorstandschef Klaus Lutz und ein abrupter Führungswechsel erschüttern das Vertrauen in den Münchener Agrarkonzern. Während die Sanierung nach Plan verläuft, drohen die juristischen Altlasten den Neustart zu überschatten.

Die Fakten im Überblick:

  • Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Ex-CEO Klaus Lutz wegen Untreueverdachts
  • Durchsuchungen am 15. Januar 2026, umfangreiches Material sichergestellt
  • Amtierender Vorstandschef Dr. Frank Hiller legte Amt am 9. Januar nieder
  • Cefetra-Verkauf für 125 Millionen Euro kurz vor Abschluss
  • Sanierungsmaßnahmen 36 Prozent über Plan

Durchsuchungen bei Ex-Vorstandschef

Am 15. Januar 2026 durchsuchte die Staatsanwaltschaft München I Privaträume des ehemaligen BayWa-Chefs Klaus Lutz. Der Vorwurf: Untreue. Welche konkreten Sachverhalte geprüft werden und wie viele Personen betroffen sind, gab die Behörde nicht bekannt. Im Raum stehen Vorwürfe geschönter Bilanzen und verheimlichter Probleme, die zur existenzbedrohenden Schieflage des Konzerns beigetragen haben sollen. Lutz legte einen Tag später sein Amt als IHK-Präsident München und Oberbayern nieder.

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Nur wenige Tage zuvor, am 9. Januar 2026, hatte auch der amtierende Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Hiller seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Die Führung übernahm ein dreiköpfiges Team. Zusätzlich verhängte das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeld von 2.500 Euro wegen verspäteter Bilanzmeldung – ein symbolischer Betrag, der dennoch die Zweifel an der Transparenz verstärkt.

Sanierung kommt voran trotz Turbulenzen

Die laufende Restrukturierung bis 2028 zeigt hingegen erste Erfolge. Das Unternehmen soll auf etwa ein Drittel seiner bisherigen Größe schrumpfen. Der Verkauf der Tochtergesellschaft Cefetra Group an ein Investorenkonsortium für rund 125 Millionen Euro steht kurz vor dem Vollzug im ersten Quartal 2026. Die Transaktion reduziert die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro.

Die ergebniswirksamen Transformationsmaßnahmen liegen mit einem EBITDA-Effekt von nahezu 120 Millionen Euro deutlich über dem ursprünglichen Plan von 85 Millionen Euro. Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten 2025 auf 9,6 Milliarden Euro – ein Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Erneuerbare-Energien-Tochter BayWa r.e. bereitet sich auf die Eigenständigkeit vor und hat bereits Projekte mit einer Gesamtleistung von 2,2 GW veräußert.

Der Cefetra-Vollzug in den kommenden Wochen wird zeigen, ob die BayWa die finanzielle Stabilität zurückgewinnen kann. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bleiben ein Unsicherheitsfaktor, dessen Ausgang über die Glaubwürdigkeit des Neuanfangs entscheiden könnte.

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