BayWa Aktie: Chef geht!
Die BayWa AG verliert mitten in der Sanierung ihren Vorstandsvorsitzenden. Dr. Frank Hiller legte sein Amt Anfang Januar mit sofortiger Wirkung nieder – ohne offizielle Begründung. Parallel verhängte das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeld gegen den Konzern wegen verspäteter Bilanzvorlage. Zwei weitere Warnsignale in einem ohnehin kritischen Restrukturierungsprozess.
Die Fakten:
- CEO Dr. Frank Hiller scheidet zum 9. Januar 2026 aus dem Vorstand aus
- Bundesamt für Justiz verhängt 2.500 Euro Ordnungsgeld wegen verspäteter Bilanzvorlage
- Konzern steckt seit Anfang 2025 im StaRUG-Restrukturierungsverfahren
- Finanzierung bis Ende 2028 gesichert, Gläubiger haben Sanierungsplan zugestimmt
Abgang ohne Erklärung
Am 9. Januar 2026 teilte die BayWa AG per Ad-hoc-Mitteilung mit, dass Vorstandschef Dr. Frank Hiller sein Amt sofort niederlegt. Der Dienstvertrag endet zum 31. Juli 2026. Der Aufsichtsrat verteilte die Aufgaben auf die verbleibenden Vorstandsmitglieder. Eine Begründung für den plötzlichen Abgang lieferte das Unternehmen nicht. In der Pflichtmitteilung betonte die BayWa lediglich, die Restrukturierung verlaufe planmäßig und werde wie vorgesehen fortgesetzt.
Der Zeitpunkt irritiert: Während der Agrar- und Handelskonzern seine Transformation umsetzt, Standorte schließt und Personal anpasst, verliert er seine operative Führung. Die Gläubiger hatten im Mai 2025 dem Sanierungsplan zugestimmt und Kreditlaufzeiten bis Ende 2028 verlängert. Eine geplante Kapitalerhöhung von bis zu 201,6 Millionen Euro soll die finanzielle Basis stärken.
Ordnungsgeld wegen Bilanzversäumnis
Bereits am 6. November 2025 verhängte das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeld von 2.500 Euro gegen die BayWa AG. Der Grund: Das Unternehmen hatte seinen Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 nicht fristgerecht beim Bundesanzeiger eingereicht. Die Rechtsgrundlage bildet § 325 des Handelsgesetzbuchs, der börsennotierte Unternehmen zur zeitnahen Offenlegung verpflichtet. Die BayWa legte keinen Einspruch ein.
Die Summe selbst ist vernachlässigbar. Die Symbolik nicht: Ein Konzern, der seine regulatorischen Pflichten nicht erfüllt, nährt Zweifel an der internen Stabilität. Die verspätete Bilanzvorlage steht im direkten Zusammenhang mit dem laufenden StaRUG-Verfahren, das die BayWa Ende Januar 2025 beim Amtsgericht München eingeleitet hatte.
Kernelemente der Sanierung
Das Restrukturierungskonzept sieht die Konzentration auf die Bereiche Agrar, Technik, Bau und Energie vor. Nicht-strategische Beteiligungen werden veräußert. Im Dezember 2025 unterzeichnete die BayWa Verträge für den Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra an neue Investoren. Rund 300 Finanzgläubiger akzeptierten die Verlängerung der Kreditlaufzeiten.
Die operative Transformation läuft: Standorte werden geschlossen, Strukturen gestrafft. Die Finanzierung ist bis Ende 2028 gesichert. Doch die jüngsten Ereignisse – CEO-Abgang und Ordnungsgeld – werfen Fragen zur Stabilität der Unternehmensführung auf.
Die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2024 steht weiterhin aus. Bis zur ordentlichen Hauptversammlung muss die BayWa beweisen, dass die Restrukturierung auch ohne den bisherigen Vorstandschef auf Kurs bleibt.
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