Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern hat 2025 an der Börse ein beeindruckendes Comeback hingelegt. Die Aktie verdoppelte sich binnen Jahresfrist – getrieben von Fortschritten in der Pipeline und vor allem von Hoffnungen im Glyphosat-Rechtsstreit. Doch nun beginnt das Jahr der Wahrheit: 2026 könnte die Weichen endgültig stellen.

Die wichtigsten Fakten:
- Kursplus von 122% im Jahr 2025
- Supreme Court könnte Glyphosat-Klagen massiv reduzieren
- 65.000 Verfahren noch anhängig, Rückstellungen bei 6,5 Mrd. Euro
- CEO Bill Anderson will Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 eindämmen

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Supreme Court als Schlüssel zum Durchbruch

Die zentrale Frage für Bayer: Wird der US Supreme Court die Berufung im Glyphosat-Streit annehmen? Anfang Dezember empfahl der US-Solicitor General genau das – ein Signal, dem das Höchstgericht üblicherweise folgt.

Die mögliche Auswirkung ist enorm: Sollte das Gericht entscheiden, dass die EPA-Zulassung von Glyphosat einzelstaatliche Klagen ausschließt, würde die Grundlage für den Großteil der rund 65.000 noch offenen Verfahren entfallen. JPMorgan rechnet in diesem Szenario mit einer Reduzierung der Rückstellungen um etwa fünf Milliarden Euro und einem Kursaufschlag von bis zu 20%.

Markus Manns, Fondsmanager bei Union Investment, bezeichnet die Empfehlung als "wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Reduzierung der Glyphosat-Risiken". Von ursprünglich 197.000 Klagen sind bereits 132.000 beigelegt oder abgewiesen.

Pharma-Pipeline liefert Impulse

Operativ läuft es bei Bayer ebenfalls rund. Das Prostatakrebs-Medikament Nubeqa erzielte in den ersten neun Monaten 2025 Umsätze von 1,68 Milliarden Euro. Das Nierenmedikament Kerendia erhielt eine FDA-Zulassungserweiterung für Herzinsuffizienz-Patienten.

Jüngste Erfolge umfassen die FDA- und EU-Zulassung von Lynkuet gegen Wechseljahresbeschwerden sowie die Zulassung von Finerenon in Japan. Der FXIa-Inhibitor Asundexian erreichte zudem die primären Endpunkte in einer Phase-III-Studie zur Schlaganfallprävention.

Investoren fordern Klarheit

Die Rally hat allerdings bereits viel Optimismus eingepreist. Mit einem Forward-KGV von 7,6 handelt die Aktie zwar deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 17 – doch die Konsensschätzung der Analysten liegt bei 34,18 Euro und damit unter dem aktuellen Kursniveau.

"Die Monsanto-Übernahme hat zu einem verlorenen Jahrzehnt für Bayer geführt", kritisiert Ingo Speich von Deka Investment. Der Marktwert schrumpfte von 120 Milliarden Euro (2015) auf derzeit rund 36 Milliarden Euro. CEO Bill Anderson bezeichnet 2026 selbst als "Make-or-Break-Story" – Investoren verlangen einen konkreten Plan B, sollte der Supreme Court nicht zugunsten von Bayer entscheiden.

JPMorgan stufte die Aktie Anfang Dezember auf "Overweight" hoch und verdoppelte das Kursziel auf 50 Euro. Berenberg erhöhte das Kursziel auf 41 Euro bei "Hold". Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Börse zu Recht auf eine Lösung im Glyphosat-Streit setzt – oder ob die Euphorie verfrüht war.

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