Barrick erlebt eines der stärksten Comebacks im Rohstoffsektor. Nach einem eindrucksvollen Lauf über die vergangenen zwölf Monate notiert die Aktie heute auf einem neuen 52‑Wochen-Hoch. Getrieben wird der Anstieg von einer Kombination aus starken Fundamentaldaten, einem explodierenden Goldpreis und deutlich verbesserter Analystenstimmung.

Analysten drehen auf „Kaufen“

Ein wesentlicher Treiber der Kursrally sind mehrere Hochstufungen von Wall-Street-Häusern in den vergangenen Wochen. Bank of America hob die Aktie Ende November von „Neutral“ auf „Buy“ an und erhöhte das Kursziel von 38 auf 48 US‑Dollar. Kurz darauf folgte BNP Paribas mit einem Upgrade auf „Neutral“ und einem Ziel von 50 US‑Dollar. Scotiabank setzte noch einen drauf und stuft Barrick nun mit „Sector Outperform“ bei einem Kursziel von 43 US‑Dollar ein.

In Summe spiegelt sich darin ein klar positives Analystenbild wider:

  • 17 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf
  • 3 Analysten vergeben ein „Strong Buy“
  • 2 Experten bleiben bei „Hold“
  • Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 47,17 US‑Dollar

Der aktuelle Kursanstieg auf 40,83 Euro (Schlusskurs heute) bedeutet damit, dass ein gewisser Spielraum zum Konsensziel bleibt, auch wenn ein Teil der Erholung bereits eingepreist ist.

Technische Stärke und hohe Beteiligung großer Adressen

Auch aus technischer Sicht präsentiert sich die Aktie robust. Der Kurs liegt spürbar über den wichtigen gleitenden Durchschnitten: Der 50‑Tage-Schnitt verläuft bei 34,85 Euro, der 200‑Tage-Durchschnitt bei 24,49 Euro. Der Abstand von knapp 17 % zum 50‑Tage-Mittel unterstreicht den kurzfristigen Aufwärtstrend, der mit dem „Golden Cross“ im April 2025 signalisiert wurde – damals kreuzte der 50‑Tage-Durchschnitt den 200‑Tage-Schnitt von unten nach oben, ein klassisches technisch-bullisches Signal.

Parallel dazu haben institutionelle Investoren ihre Positionen deutlich ausgebaut. Vanguard sicherte sich im zweiten Quartal Anteile im Volumen von rund 1,46 Milliarden US‑Dollar. Arrowstreet Capital stieg mit etwa 1,09 Milliarden US‑Dollar ein. Capital International Investors erhöhte seine Beteiligung um 35,9 % auf 101,8 Millionen Aktien im Wert von 3,34 Milliarden US‑Dollar. Insgesamt halten institutionelle Investoren nun über 90 % der ausstehenden Aktien – ein starkes Vertrauensvotum großer Profianleger.

Starke Q3-Zahlen und solide Bilanz

Fundamental stützt ein überzeugendes drittes Quartal die positive Stimmung. Barrick übertraf mit einem Gewinn je Aktie von 0,58 US‑Dollar die Konsensschätzung leicht um 0,01 US‑Dollar. Der Umsatz kletterte auf 4,19 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 23,2 % im Jahresvergleich.

Besonders auffällig ist die Cashflow-Entwicklung:
- Operativer Cashflow erreichte einen Rekordwert von 2,4 Milliarden US‑Dollar, 105 % mehr als im Vorjahr
- Der freie Cashflow sprang von 444 Millionen auf 1,5 Milliarden US‑Dollar

Zudem fallen wichtige Kennzahlen solide aus:

  • Marktkapitalisierung: 78,4 Milliarden US‑Dollar
  • KGV (trailing): 22,5
  • Verschuldungsgrad (Debt/Equity): 0,14
  • Nettomarge: 24,53 %
  • Eigenkapitalrendite: 9,48 %

Die Bilanz wirkt damit relativ konservativ, die Profitabilität für einen Capital-Intensive-Miner ordentlich.

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Dividende leicht erhöht

Aktionäre profitieren zusätzlich von einer steigenden Ausschüttung. Der Vorstand hat die Quartalsdividende von 0,15 auf 0,175 US‑Dollar je Aktie angehoben. Auf Jahrbasis ergibt sich damit eine Dividende von 0,70 US‑Dollar, was auf aktuellem Kursniveau einer Rendite von rund 1,5 % entspricht. Mit einer Ausschüttungsquote von gut einem Drittel des Gewinns bleibt ausreichend Spielraum für Investitionen, Schuldentilgung und mögliche weitere Erhöhungen.

Goldpreis als Hauptmotor – Kosten als Gegengewicht

Die beeindruckende Performance der Aktie ist eng mit der Entwicklung des Goldpreises verknüpft. Der Preis für das Edelmetall ist im Jahr 2025 um rund 65 % gestiegen und liegt inzwischen deutlich über 4.400 US‑Dollar je Unze.

Treiber dieser Entwicklung sind vor allem:
- anhaltende geopolitische Spannungen
- starke Goldkäufe von Zentralbanken
- Zinssenkungen der US‑Notenbank
- Unsicherheit rund um Handelszölle

Diese Gemengelage sorgt für eine hohe Nachfrage nach sicheren Häfen und stützt die Margen von Goldproduzenten – trotz Gegenwind auf der Kostenseite.

Denn die All-in Sustaining Costs (AISC) stiegen im dritten Quartal auf 1.538 US‑Dollar je Unze, ein Plus von 2 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sank die Goldproduktion um 12 % auf 829.000 Unzen. Ein Grund dafür sind die ausgesetzten Aktivitäten in der Mine Loulo-Gounkoto. Für das Gesamtjahr 2025 erwartet das Management nun eine zurechenbare Goldproduktion von 3,15 bis 3,5 Millionen Unzen (ohne Loulo-Gounkoto) nach 3,91 Millionen Unzen im Jahr 2024. Höhere Preise kompensieren zwar die niedrigeren Volumina, doch der Kostendruck bleibt ein Thema.

Bewertung: Aufgeholt, aber noch moderat

Nach dem starken Kursanstieg stellt sich die Bewertungsfrage. Auf Basis der erwarteten Gewinne liegt das Forward-KGV bei rund 12,8 und damit etwa 4,7 % unter dem Branchenschnitt von 13,47. Aus Sektorperspektive wirkt die Aktie damit nicht überzogen teuer.

Im Vergleich zum größeren Wettbewerber Newmont fällt das Bild differenzierter aus. Newmont wird mit einem KGV von 14,5 auf Basis der vergangenen Gewinne und höheren Margen gehandelt. Einige Analysten sehen die starke Aufholjagd von Barrick – rund 176 % Kursplus gegenüber dem Tief – als Grund, kurzfristig von einer ausgereizten Bewertung zu sprechen, auch wenn der relative Abschlag zum Sektor noch vorhanden ist.

Ausblick: Q4-Zahlen und Managementwechsel im Fokus

Spannend wird nun, ob Barrick das aktuelle Tempo halten kann. Die Q4-Zahlen, die im Februar erwartet werden, sollen zeigen, ob die starke Cashflow- und Ergebnisdynamik anhält – insbesondere vor dem Hintergrund der gesunkenen Produktion und des anhaltenden Kostendrucks. Zusätzlich beobachtet der Markt die weitere Umsetzung nach dem CEO-Wechsel im dritten Quartal genau. Entscheidend für den Kursverlauf in den kommenden Monaten dürfte sein, ob Barrick überzeugend belegen kann, dass der aktuelle Aufschwung mehr ist als nur ein Produkt des hohen Goldpreises.

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