Barrick Aktie: Konflikt eskaliert
Die Barrick-Aktie gerät unter Druck. Während das Unternehmen Rekordergebnisse für 2025 vorlegte, belastet ein eskalierender Konflikt mit Joint-Venture-Partner Newmont die Stimmung. Newmont wirft Barrick Vertragsbruch vor – ausgerechnet vor der geplanten Abspaltung der nordamerikanischen Geschäfte. Der Streit könnte die gesamte IPO-Strategie gefährden.
Aktie unter Druck trotz Rekordergebnissen
Am 3. März 2026 verlor die Aktie bis zum frühen Nachmittag 8,7 Prozent. Der Rückgang erfolgte zeitgleich mit fallenden Goldpreisen und einer Neubewertung der Produktionsperspektiven durch Investoren.
Gold hatte Ende Februar noch bei 5.278 US-Dollar pro Unze notiert. Nach Angriffen der USA und Israels auf den Iran schoss der Preis kurzzeitig auf 5.416 Dollar, fiel dann aber wieder deutlich zurück. Diese Bewegung zog Barrick mit nach unten.
Dabei stehen die fundamentalen Zahlen im klaren Gegensatz zur Kursentwicklung. Der Umsatz stieg 2025 um 31 Prozent auf 16,96 Milliarden Dollar, der Gewinn legte um 133 Prozent auf 4,99 Milliarden zu. Im vierten Quartal erzielte Barrick mit einem operativen Cashflow von 2,73 Milliarden Dollar und einem Free Cashflow von 1,62 Milliarden einen Rekord. Das Unternehmen führte eine neue Dividendenpolitik ein, die 50 Prozent des Free Cashflows ausschütten soll, und kaufte im Gesamtjahr Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Dollar zurück.
Nevada-Streit bedroht IPO-Pläne
Das größte Problem für Barrick ist derzeit nicht der Goldpreis, sondern Newmont. Der Joint-Venture-Partner hat eine formelle Vertragsbruch-Mitteilung eingereicht und wirft Barrick vor, Ressourcen aus dem gemeinsamen Nevada Gold Mines-Projekt zum eigenen Fourmile-Projekt umgeleitet zu haben.
Nach der Vereinbarung von 2019 hat Newmont ein Vorkaufsrecht bei Transaktionen, die das Joint Venture betreffen. Die Vorwürfe wiegen schwer, denn Barrick plant, seine nordamerikanischen Vermögenswerte – inklusive seiner Beteiligung an Nevada Gold Mines – in eine separate Gesellschaft auszugliedern und davon 10 bis 15 Prozent zu verkaufen. Newmont argumentiert, dieser Schritt erfordere seine Zustimmung.
RBC-Analyst Josh Wolfson schätzt, dass Nevada Gold Mines rund 60 Prozent des Marktwerts von Barrick ausmacht. Ohne dieses Asset verliert die Abspaltung erheblich an Attraktivität. Erschwerend kommt hinzu, dass Barricks Goldproduktion 2025 das sechste Jahr in Folge zurückging und auch für 2026 ein weiterer Rückgang erwartet wird.
Produktionsausblick gedämpft
Für 2026 rechnet Barrick mit einer Goldproduktion von 2,90 bis 3,25 Millionen Unzen – nach 3,26 Millionen im Vorjahr. Die All-in-Sustaining-Kosten sollen auf 1.760 bis 1.950 Dollar pro Unze steigen, basierend auf einem angenommenen Goldpreis von 4.500 Dollar.
Verantwortlich für den Kostenanstieg sind niedrigere abgebaute Erze, höhere Preise für Verbrauchsmaterialien und die erhöhte Goldpreisannahme. Zusätzlich steigen die Kosten in der Mine Loulo-Gounkoto in Mali, wo Barrick im Dezember 2025 die Kontrolle zurückerlangte und nun den Abbau hochfährt.
Das einzige Projekt, das echtes Wachstumspotenzial zeigt, ist Fourmile in Nevada – zu 100 Prozent in Barricks Besitz. Dort verdoppelten sich die nachgewiesenen Goldressourcen im zweiten Jahr in Folge auf nun 2,6 Millionen Unzen in der Kategorie "indicated" und 13 Millionen Unzen "inferred". Für 2026 plant Barrick, die Explorationsausgaben auf 150 bis 160 Millionen Dollar zu erhöhen. Doch genau dieses Projekt steht im Zentrum des Newmont-Konflikts.
Entscheidung in den kommenden Wochen
Laut Joint-Venture-Vereinbarung hat Barrick 30 Tage Zeit, den vermeintlichen Vertragsbruch zu beheben oder Korrekturmaßnahmen einzuleiten. Die Auflösung oder Eskalation dieses Konflikts dürfte maßgeblich bestimmen, wie sich die Aktie in den kommenden Monaten entwickelt. Mit einem KGV von 12,4 und strukturell niedrigeren Kosten als Newmont bietet Barrick bei steigenden Rohstoffpreisen operativen Hebel – sofern der Nevada-Streit nicht zum Stolperstein wird.
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