Barrick profitiert wie kaum ein anderer Minenwert von der aktuellen Edelmetall-Rally. Rekordhohe Goldpreise, kräftige Cashflows und eine mögliche Abspaltung der Nordamerika-Aktivitäten haben den Titel in eine neue Bewertungsdimension geschoben. Gleichzeitig bleibt ein Bewertungsabschlag gegenüber Wettbewerbern bestehen – trotz gelöster Risiken in Afrika und prall gefüllter Kasse.

Edelmetall-Boom als Haupttreiber

Der Edelmetallmarkt erlebt im Januar 2026 eine Ausnahmesituation. Gold-Futures haben ein Rekordniveau von rund 4.642 US-Dollar je Unze erreicht, Silber ist zeitweise über 90 US-Dollar je Unze gestiegen. Auslöser sind unter anderem schwächer als erwartete US-Inflationsdaten, die die Fantasie für baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed schüren.

Für Barrick kommen mehrere Rückenwinde zusammen:

  • Rekord-Goldpreise deutlich über 4.500 US-Dollar je Unze, was die Margen deutlich ausweitet
  • Anhaltende Goldkäufe von Zentralbanken, die Teile ihrer Reserven vom US-Dollar umschichten
  • Starke Mittelzuflüsse in Gold-ETFs von institutionellen und privaten Investoren
  • Erwartete Fed-Zinssenkungen (2–3 Schritte im Jahr 2026 in der Diskussion)

Im Zuge dieser Neubewertung des Sektors hat die Aktie am 13. Januar 2026 an der NYSE ein neues 52-Wochen-Hoch bei 49,76 US-Dollar markiert. Aus deutscher Sicht zeigt sich das ebenfalls deutlich: In Frankfurt liegt der Kurs mit 42,60 Euro nur noch knapp unter dem jüngsten Jahreshoch von 42,88 Euro, während der Titel auf Sicht von zwölf Monaten um rund 179 % zugelegt hat.

Operativ ein Cashflow-Motor

Die starken Kursgewinne sind klar unterlegt durch die Zahlen zum dritten Quartal 2025. In diesem Zeitraum förderte Barrick 829.000 Unzen Gold und 55.000 Tonnen Kupfer. Daraus resultierten:

  • rund 2,4 Mrd. US-Dollar operativer Cashflow (Rekordniveau)
  • etwa 1,5 Mrd. US-Dollar Free Cashflow
  • ein Gewinn je Aktie (EPS) von 2,08 US-Dollar auf Zwölfmonatsbasis

Entscheidend ist dabei die Kostenseite: Die sogenannten All-in Sustaining Costs (AISC) lagen stabil im Bereich von 1.400 bis 1.600 US-Dollar je Unze. Bei Spotpreisen jenseits von 4.500 US-Dollar erreicht Barrick damit operative Margen von annähernd 70 %. Solch hohe Profitabilität ist im industriellen Bergbau historisch die Ausnahme und erklärt, warum Investoren bereit sind, höhere Bewertungen zu akzeptieren.

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Geplante IPO-Struktur als zusätzlicher Katalysator

Für zusätzlichen Schwung sorgte im Dezember 2025 die Ankündigung, einen Börsengang der nordamerikanischen Goldaktivitäten zu prüfen. In einer möglichen neuen Gesellschaft („NewCo“) sollen zusammengefasst werden:

  • der 61,5%-Anteil an Nevada Gold Mines
  • die Beteiligung an der Mine Pueblo Viejo in der Dominikanischen Republik
  • das zu 100 % im Eigentum stehende Fourmile-Projekt, eine der bedeutendsten Goldentdeckungen dieses Jahrhunderts

Gerade Fourmile gilt als Wachstumsjoker: Gegen Ende des Jahrzehnts könnte dieses Projekt die jährliche Goldproduktion des Konzerns um etwa 20 % erhöhen. Analysten sehen in der Herauslösung der Nordamerika-Assets die Chance, verborgene Werte sichtbarer zu machen. So hat Bernstein die Aktie mit „Outperform“ eingestuft und ein Kursziel von 60 Kanadischen Dollar ausgegeben. BNP Paribas Exane hat das Papier ebenfalls hochgestuft und verweist explizit auf mehrere Kurstreiber – darunter die IPO-Pläne.

Politische Risiken: Mali-Thema entschärft

Ein wichtiger Belastungsfaktor der Vergangenheit war der Streit mit der Regierung in Mali. Dieses Thema hat Barrick inzwischen beigelegt. Die Einigung stellt einen Anteil im mittleren Zehnerbereich an der zurechenbaren Produktion wieder her und reduziert zugleich die wahrgenommenen Länder- und Cashflow-Risiken in der Region.

Damit fällt ein wesentlicher Bewertungsabschlag weg, der den Titel im Vergleich zu Wettbewerbern zuvor gebremst hatte. Ganz verschwunden ist der Risikoabschlag allerdings nicht: Die fortgesetzte Präsenz in politisch anspruchsvolleren Jurisdiktionen bleibt ein Faktor, den der Markt in die Bewertung einpreist.

Bewertung: Abschlag trotz Rally

Trotz der Kursrally handelt Barrick weiterhin mit einem Abschlag gegenüber vielen Peers. Die Kennzahlen zeichnen ein Bild hoher Profitabilität bei gleichzeitig solider Bilanz:

  • Marktkapitalisierung: rund 84,0 Mrd. US-Dollar
  • PEG-Ratio von 0,18 – ein Wert, der nach klassischen Maßstäben auf ein mögliches Unterbewertungsszenario hinweist
  • „Financial Health Score“ von 3,5 mit der Einstufung „GREAT“
  • Piotroski-Score von 9 – Maximalwert als Zeichen hoher finanzieller Qualität

Aktionäre wurden in den vergangenen Quartalen deutlich beteiligt: Über 1,5 Mrd. US-Dollar flossen in Aktienrückkäufe, die Basisdividende wurde um 25 % angehoben. Im vierten Quartal 2025 stieg die Quartalsausschüttung auf 0,175 US-Dollar je Aktie, nach einem gestuften Ausbau im Jahresverlauf.

Nächste Termine im Fokus

Der nächste wichtige Prüfstein steht bereits fest: Am 5. Februar 2026 legt Barrick die Zahlen für das Gesamtjahr und das vierte Quartal 2025 vor. Das Management hat angekündigt, zu diesem Anlass ein Update zum möglichen Börsengang der Nordamerika-Aktivitäten zu geben. Vor diesem Hintergrund bleibt die Aktie technisch klar im Aufwärtstrend und zeigt aktuell keine Anzeichen größeren Verkaufsdrucks, während sie sich auch relativ zum S&P 500 weiter behauptet.

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