ASML hat in den letzten Tagen eine bemerkenswerte Rally hingelegt. Gleich zwei namhafte Investmenthäuser haben ihre Einschätzung für den niederländischen Halbleiterausrüster deutlich nach oben geschraubt – einer davon verdoppelte sein Kursziel kurzerhand von 750 auf 1.500 US-Dollar. Die Aktie markierte daraufhin ein neues 52-Wochen-Hoch. Was steckt hinter dem plötzlichen Optimismus?

Kehrtwende mit Ansage

Aletheia Capital vollzog am ersten Handelstag 2026 eine drastische Neubewertung: Von "Sell" direkt auf "Buy", kombiniert mit einem Kursziel von 1.500 Dollar – doppelt so hoch wie zuvor. Die Begründung: Große Chipfertiger fahren ihre Investitionen massiv hoch. Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) will seine Kapitalausgaben 2026 auf knapp 50 Milliarden Dollar steigern, nach 40 bis 42 Milliarden im Vorjahr.

Die Reaktion des Marktes ließ nicht auf sich warten. Die Aktie schoss am 2. Januar um rund 9 Prozent nach oben und erreichte wenig später bei 1.246,38 Dollar ein neues Jahreshoch.

Bernstein setzt noch einen drauf

Kurz darauf zog Bernstein SocGen nach und hob das Rating von "Market Perform" auf "Outperform" an. Das Kursziel wurde von 800 auf 1.300 Euro erhöht. Analyst David Dai nennt drei zentrale Faktoren:

  • DRAM-Superzyklus: Die drei größten DRAM-Hersteller bauen 2026 bis zu 250.000 Wafer pro Monat an neuen Kapazitäten auf
  • Höhere Lithografie-Intensität: Der Übergang zum 1c-Knoten steigert die Litho-Intensität auf 28 Prozent – deutlich mehr als die 20 bis 24 Prozent früherer Generationen
  • Advanced-Logic-Nachfrage: Die 3nm-Fertigung benötigt besonders viel Lithografie-Equipment und ist die Basis für die meisten KI-Beschleuniger

Hacking-Vorwürfe entkräftet

Am 7. Januar sah sich ASML gezwungen, Cybersecurity-Gerüchte auszuräumen. Im Hacker-Forum BreachForums war behauptet worden, Unternehmensdaten seien kompromittiert. Nach eigener Prüfung stellte ASML klar: Die Vorwürfe seien unbegründet, ein Datenleck habe es nicht gegeben. Dennoch gab die Aktie an diesem Tag rund 1 Prozent ab und beendete damit eine sechstägige Gewinnserie.

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Zahlen untermauern Aufwärtstrend

Die Quartalsergebnisse Q3 2025 lieferten solide Fundamentaldaten. Der Umsatz lag bei 7,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,47 Milliarden), die Bruttomarge verbesserte sich auf 51,6 Prozent. Besonders auffällig: Die Nettoauftragseingänge verdoppelten sich auf 5,4 Milliarden Euro, getrieben durch steigende Nachfrage nach EUV-Systemen.

Für Q4 2025 prognostiziert das Management Erlöse zwischen 9,2 und 9,8 Milliarden Euro – ein sequenzieller Anstieg von rund 26 Prozent.

Was die Analysten erwarten

Von 26 Analysten bewerten aktuell 18 die Aktie mit "Strong Buy", einer mit "Moderate Buy" und sieben mit "Hold". Das durchschnittliche Kursziel von 1.083 Dollar wurde bereits übertroffen. Morgan Stanley bleibt bei "Overweight" und verweist auf den aufziehenden DRAM-Zyklus sowie steigende Foundry-Ausgaben.

Für das Geschäftsjahr 2025 rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 29,06 Dollar – ein Plus von 40 Prozent. 2026 soll ein weiteres Wachstum von 4 Prozent auf 30,19 Dollar folgen.

China-Geschäft als Unsicherheitsfaktor

Nicht alles läuft rund: Das China-Geschäft normalisiert sich nach zwei außergewöhnlich starken Jahren. ASML geht davon aus, dass die Erlöse aus dieser Region zurückgehen werden. Auch das Deep-Ultraviolet-Segment dürfte 2026 schwächer ausfallen, da China ein wichtiger Absatzmarkt für Immersions- und Mainstream-Lithografie-Systeme ist.

Mit einem Forward-KGV von 35,4 ist die Bewertung anspruchsvoll. Am 28. Januar folgen die Q4-Zahlen – dann wird sich zeigen, ob die optimistischen Prognosen der Analysten Bestand haben.

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