ASML erreicht heute ein neues Allzeithoch und durchbricht zugleich eine wichtige Marktkapitalisierungsmarke. Auslöser ist nicht eine eigene Meldung, sondern der starke Investitionsausblick des wichtigsten Kunden TSMC. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie nachhaltig der aktuelle Aufschwung im Halbleiter- und speziell im Ausrüstersegment ist.

  • Neues Allzeithoch und Marktkapitalisierung über 500 Milliarden Dollar
  • TSMC plant bis zu 56 Milliarden Dollar Investitionen für 2026
  • Analysten heben Kursziele teils deutlich an
  • Q4-Zahlen 2025 und Ausblick 2026 stehen in Kürze an

TSMC-Ausblick treibt ASML

In Amsterdam steigen die ASML-Papiere heute in der Spitze um 7,6 % und markieren im frühen Handel ein Rekordhoch bei 1.167 Euro. Gegen Morgen liegt das Plus bei rund 5 %. Der Börsenwert klettert auf etwa 443 Milliarden Euro (rund 515 Milliarden Dollar) und festigt damit ASMLs Position als wertvollstes Unternehmen Europas.

Treiber der Bewegung ist der neue Investitionsplan von Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC), größter Kunde von ASML. TSMC stellt für 2026 Kapitalausgaben von bis zu 56 Milliarden Dollar in Aussicht – mehr als von Analysten erwartet. Das Signal: Der Konzern rechnet mit anhaltend hoher Nachfrage, vor allem getrieben durch Anwendungen rund um künstliche Intelligenz.

Bereits gestern hatte TSMC Zahlen zum vierten Quartal 2025 vorgelegt. Der Gewinn sprang um 35 % auf einen Rekordwert und übertraf die Schätzungen. Die Kombination aus starken Ergebnissen und höherem Capex-Ausblick nimmt Anlegern einen Teil der Sorge vor einer möglichen AI-Übertreibung und sorgt für Rückenwind im gesamten Halbleiterausrüster-Sektor.

Auch andere europäische Halbleiterwerte profitieren von der besseren Stimmung, ASML führt die Kursgewinne im Sektor aber deutlich an. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie nun rund 23 % im Plus, nachdem sie bereits Anfang Januar die Marke von 1.000 Euro überwunden hatte.

Analysten erhöhen Kursziele

Die Rally fällt in eine Phase deutlich positiver Analystenkommentare. Bereits am 13. Januar hatte Rothschild Redburn sein Kursziel auf 1.250 Euro angehoben. Die Begründung: Man erwartet, dass der Auftragseingang im vierten Quartal 2025 den Marktkonsens um 13 % übertrifft. Konkret rechnet das Haus mit Bestellungen von 7.047 Millionen Euro, verglichen mit der Konsensschätzung von 6.249 Millionen Euro.

Bernstein stufte ASML zuletzt auf "Outperform" hoch und machte die Aktie zur Top-Empfehlung im europäischen Halbleiterbereich für 2026. Das Kursziel liegt bei 1.300 Euro. Die Analysten erwarten zusätzliche Impulse aus einem bevorstehenden DRAM-Superzyklus.

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Weitere auffällige Einschätzungen:

  • Aletheia Capital: Hochstufung von "Sell" auf "Buy", Verdopplung des Kursziels auf 1.500 Dollar
  • Morgan Stanley: Bestätigt "Overweight" mit Kursziel 1.000 Euro, stuft ASML als "Top Pick" ein
  • Jefferies: Hält an "Hold" fest, Kursziel 1.020 Euro

Im Fokus steht dabei vor allem der Auftragseingang: Rothschild Redburn weist darauf hin, dass der Q4-2025-Bericht das letzte Mal sein wird, dass ASML Orders quartalsweise ausweist. Die Analysten gehen davon aus, dass die Auslastung in der Halbleiterindustrie wieder ausreichend hoch ist, damit die Nachfrage nach Fertigungsausrüstung in der ersten Jahreshälfte 2026 deutlich anzieht.

AI-Nachfrage kompensiert China-Schwäche

Die starke Kursentwicklung erfolgt vor dem Hintergrund weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen in China. Exportbeschränkungen haben das Geschäft mit Deep-Ultraviolet-(DUV)-Anlagen deutlich belastet. Gleichzeitig wächst jedoch die Nachfrage nach den deutlich teureren Extreme-Ultraviolet-(EUV)-Systemen für Logik- und Speicherchips und gleicht diese Belastungen mehr als aus.

Die von TSMC angekündigten 56 Milliarden Dollar an Investitionen unterstreichen den Bedarf an modernster Lithografie-Technik. ASML ist der einzige Anbieter der hochkomplexen EUV-Maschinen, die für die Fertigung führender Chips benötigt werden – etwa für Smartphones von Apple oder KI-Beschleuniger von Nvidia. Steigen die Investitionen der Foundries in diese Technologien, profitiert ASML direkt über Systemverkäufe und Serviceumsätze.

Zusätzlich zeigt auch das Geschäft mit dem installierten Maschinenpark 2025 Stärke. Upgrades bestehender Systeme und die zunehmende Verbreitung von EUV bei den Kunden stützen den Umsatz im Bereich Installed Base Management.

Ausblick: Zahlen und Technologie-Update

ASML veröffentlicht die Zahlen zum vierten Quartal 2025 und für das Gesamtjahr am Mittwoch, den 28. Januar 2026. CEO Christophe Fouquet und CFO Roger Dassen wollen um 11:00 Uhr eine Pressekonferenz abhalten, gefolgt von einem Investorencall um 15:00 Uhr (jeweils CET).

Für das laufende Quartal hatte das Unternehmen zuvor Erlöse zwischen 9,2 und 9,8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, was einem sequenziellen Anstieg von 26,3 % entspricht. Analysten rechnen damit, dass ASML für 2026 einen insgesamt positiven Ausblick geben wird, insbesondere mit weiterem Wachstum im EUV-Geschäft, auch wenn sich das China-Geschäft normalisiert.

Ein weiterer wichtiger Impuls könnte im April 2026 folgen: Beim TSMC Technology Symposium erwarten Beobachter laut Rothschild Redburn ein Update zur Einführung der High-NA-Technologie. Demnach könnte sich der avisierte Start von 2030 auf 2028 vorziehen – ein Szenario, das die mittelfristige Nachfrage nach den fortschrittlichsten ASML-Systemen zusätzlich stärken würde.

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