Die Stimmung rund um den niederländischen Chipausrüster ASML hat sich am Freitag schlagartig gedreht. Auslöser war ein an der Börse seltenes „Double Upgrade“ eines Analystenhauses, das die Aktie direkt von einer Verkaufsempfehlung auf „Kaufen“ hochstufte. Während zuletzt Sorgen um eine schleppende Erholung im Halbleitermarkt dominierten, rückt nun mit Wucht die KI-Fantasie zurück in den Vordergrund. Doch was steckt hinter dieser plötzlichen Neubewertung?

Analysten drehen die Bewertung

Verantwortlich für den Stimmungsumschwung war eine entscheidende Analyse von Aletheia Capital. Analyst Warren Lau stufte die ASML-Aktie direkt von „Sell“ auf „Buy“ hoch und übersprang dabei die neutrale Bewertung – ein Schritt, den institutionelle Beobachter nur selten vollziehen. Begleitet wurde dieser Schritt von einer drastischen Anhebung des Kursziels, das von 750 auf 1.500 US-Dollar verdoppelt wurde.

Dieser Schritt löste massives Kaufinteresse aus und trieb den Kurs am Freitag deutlich nach oben. Unterstützt wurde die optimistische Sichtweise durch weitere Updates großer Finanzinstitute:
* Citi erhöhte das Kursziel auf 1.200 Euro.
* Cantor Fitzgerald schraubte die Erwartungen auf 1.300 Euro hoch.

Der Konsens an der Wall Street verschiebt sich damit deutlich: Experten gehen davon aus, dass der zyklische Abschwung durchschritten ist und eine neue, durch künstliche Intelligenz getriebene Wachstumsphase beginnt. Zum Wochenschluss am Freitag notierte das Papier bei 984,60 Euro und verringerte damit den Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 1.106 Euro.

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Die Treiber: TSMC und der KI-Boom

Die Analysten begründen ihre Euphorie vor allem mit drei Faktoren, die direkt auf die Sonderstellung von ASML einzahlen:

  1. Infrastruktur-Ausgaben: Die Investitionen in KI-Hardware schlagen früher als erwartet auf den Sektor für Halbleiterausrüstung durch.
  2. TSMC-Expansion: Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) plant laut Aletheia Capital, die Fertigungskapazitäten im Jahr 2027 um 40 bis 50 Prozent auszubauen. Dies würde eine gewaltige Auftragswelle für ASMLs EUV-Systeme (Extreme Ultraviolett) bedeuten.
  3. Gewinnsprung: Die Gewinnschätzungen für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 wurden deutlich angehoben, wobei das EUV-Wachstum bis 2027 auf 60 bis 70 Prozent beschleunigen soll.

Der Burggraben im KI-Markt

Marktbeobachter werten die jüngste Entwicklung als Bestätigung dafür, dass ASMLs „Burggraben“ im KI-Zeitalter unterschätzt wurde. Während Nvidia oft die Schlagzeilen dominiert, ist ASML der einzige Lieferant der Lithografie-Maschinen, die für die Herstellung der fortschrittlichsten Chips benötigt werden.

Besonders die neuen „High NA“-Systeme sind für die kommende Chip-Generation (2nm und kleiner) unverzichtbar. Aktuelle Marktchecks deuten zudem auf eine stärker als erwartete Nachfrage von Speicherchip-Herstellern hin, die ihre Produktion für High-Bandwidth Memory (HBM) – den Arbeitsspeicher für KI-Server – hochfahren müssen. Investoren scheinen nun wieder bereit, eine Prämie für diese Monopolstellung zu zahlen.

Blick auf die Zahlen im Januar

Nach dem technischen Ausbruch am Freitag richten sich die Blicke nun auf die kommenden Quartalszahlen, die für Mitte bis Ende Januar erwartet werden. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung sind dabei weniger die Ergebnisse des abgelaufenen vierten Quartals, sondern primär der Ausblick auf 2026. Sollte das Management die aggressiven Expansionspläne der Kunden und den hohen Auftragsbestand bestätigen, könnte dies die von den Analysten ausgerufenen neuen Kursziele untermauern.

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