Alphabet zieht die Zügel enger – und macht klar, wo die Reise 2026 hingehen soll: Künstliche Intelligenz soll nicht nur in der Cloud und in der Suche wachsen, sondern auch in die „echte Welt“ der Fabriken vordringen. Gleichzeitig steht mit einer großen Übernahme im Bereich Cybersicherheit der nächste Baustein kurz vor dem Abschluss. Doch was steckt hinter dieser auffälligen Bündelung von Projekten unter dem Google-Dach?

Robotik rückt näher an Google

Ein zentrales Signal: Intrinsic, Alphabets Robotik-Tochter für KI-Modelle und Software rund um Industrieroboter, wird künftig direkt unter Google geführt. Nach knapp fünf Jahren als eigenständige Alphabet-Einheit wandert das Projekt damit aus dem Bereich der „Other Bets“ in den Kernkonzern.

Wichtig ist dabei die strategische Logik: Intrinsic soll zwar als eigene Einheit bestehen bleiben, aber enger mit Google DeepMind zusammenarbeiten und auf Gemini-Modelle sowie Google-Cloud-Dienste zugreifen. Alphabet will Robotik damit offenbar ähnlich skalierbar machen wie einst Android im Smartphone-Markt – also eine Art Plattform-Ansatz für Roboter-Software.

Konkret steht dafür vor allem „Flowstate“, eine webbasierte Plattform, mit der sich Roboter-Anwendungen bauen lassen, ohne sich durch tausende Zeilen Code zu kämpfen. Intrinsic kooperiert zudem mit Nvidia bei agentischer und physischer KI und hat mit Foxconn ein Joint Venture gestartet, um mithilfe von Flowstate und einem eigenen Vision-Modell smartere Roboter in US-Fabriken auszurollen. Der Kontext ist klar: Amazon automatisiert Lager längst im großen Stil, Tesla treibt humanoide Robotik („Optimus“) voran – Alphabet will hier nicht nur zuschauen.

Starke Zahlen – und sehr hohe Investitionen

Operativ kam Alphabet zuletzt mit Rückenwind aus 2025. Im vierten Quartal legte der Konzernumsatz um 18% auf 113,8 Mrd. US-Dollar zu. Der Gewinn je Aktie stieg auf 2,82 US-Dollar (Vorjahr: 2,15 US-Dollar) und lag damit über den Erwartungen von 2,65 US-Dollar.

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Der Treiber hinter den Zahlen: Google Cloud. Die Sparte wuchs im Quartal um 48% auf 17,7 Mrd. US-Dollar – getragen von Nachfrage nach KI-Infrastruktur und KI-Lösungen für Unternehmen. Parallel blieb auch das Kerngeschäft dynamisch: Die Suchumsätze stiegen um 17% auf 63,1 Mrd. US-Dollar. Alphabet betonte, dass KI die Nutzung und die Art der Suchanfragen verändert und zugleich Rekordwerte bei Queries erreicht wurden – ohne die klassische Suche zu „kannibalisieren“. YouTube wiederum überschritt 2025 über Werbung und Abos hinweg die Marke von 60 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz.

Der Haken aus Investorsicht: Alphabet plant 2026 Investitionen (Capex) von 175 bis 185 Mrd. US-Dollar – ungefähr doppelt so viel wie 2025 (91,4 Mrd. US-Dollar) und deutlich über dem, was Analysten laut Artikel erwartet hatten (rund 120 Mrd. US-Dollar). Das ist ein klares Bekenntnis zur Infrastruktur-Offensive für KI – aber eben auch eine Ansage, dass freie Cashflows kurzfristig stärker unter Druck geraten können.

Passend dazu nennt Alphabet die wachsende Reichweite seiner KI-Produkte: Die Gemini-App soll inzwischen über 750 Mio. monatlich aktive Nutzer haben.

Wiz-Übernahme kurz vor dem Ziel

Auch beim Thema Sicherheit will Alphabet nachlegen. Für die geplante Übernahme des Cybersicherheits-Spezialisten Wiz für 32 Mrd. US-Dollar (Cash) liegt inzwischen die bedingungslose Kartellfreigabe der EU-Kommission vor (Entscheid vom 10. Februar 2026). Damit ist die größte regulatorische Hürde aus dem Weg.

Der Abschluss wird laut Artikel bis Ende März 2026 erwartet, sobald letzte formale Freigaben in kleineren Jurisdiktionen – etwa Australien – durch sind. Strategisch passt der Deal ins Bild: Wiz bringt „agentless“ Multi-Cloud-Sicherheitsfunktionen mit, die Google Cloud ergänzen sollen. Zugleich ist es ein direkter Angriff auf die Security-Angebote von AWS und Microsoft Azure.

Zum Marktbild: Die Alphabet-Aktie notiert heute bei 259,05 Euro und liegt damit in den letzten 30 Tagen rund 9% im Minus – trotz eines starken 12-Monats-Plus von gut 62%. Das spricht weniger gegen die langfristige Story als für eine kurzfristig kritischere Bewertung von Investitionshöhe und Tempo.

Am 16. März 2026 soll zudem eine Quartalsdividende von 0,21 US-Dollar je Aktie ausgezahlt werden (Stichtag: 9. März). Die nächsten Quartalszahlen werden im Artikel für rund den 23. April 2026 erwartet – dann wird sich erstmals konkreter zeigen, wie schnell sich die massiv hochgefahrenen Investitionen in zusätzlichem Cloud- und KI-Umsatz niederschlagen.

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