Die Allianz hat einen weiteren Baustein ihrer globalen Neuausrichtung abgeschlossen: Der Konzern zieht sich endgültig aus seinen indischen Joint Ventures mit Bajaj zurück und verkauft die letzten Anteile an der Vertriebsgesellschaft Bajaj Financial Distributors. Parallel dazu meldet die Schweizer Tochter eine neue Partnerschaft im Sportsponsoring. Wie ordnet sich dieser Mix aus Portfolio-Bereinigung und Markenpflege in die Gesamtstrategie ein?

Indien-Geschäft: Exit abgeschlossen

Am Freitag wurde der finale Schritt im Indien-Rückzug vollzogen. Bajaj Finserv übernimmt die verbleibenden 50 % an Bajaj Financial Distributors (BFDL) von der Allianz und hält die Gesellschaft damit vollständig.

Diese Transaktion ist der Schlusspunkt einer bereits zuvor angekündigten Serie von Verkäufen:

  • Vollständiger Ausstieg aus den indischen Joint Ventures mit Bajaj
  • Veräußerung der Anteile an
  • Bajaj General Insurance Company
  • Bajaj Life Insurance Company
  • Letzter Baustein: Verkauf der restlichen 50 % an BFDL an Bajaj Finserv

Mit dem Verkauf strafft die Allianz ihr Beteiligungsportfolio in Asien und setzt Kapital frei, das in andere Projekte und Kernmärkte umgelenkt werden kann. Der Schritt ist Teil einer laufenden Überprüfung der globalen Beteiligungen hinsichtlich strategischer Relevanz und Wachstumspotenzial.

Die Meldung wurde am Freitagmittag europäischer Zeit veröffentlicht. Trotz der inhaltlichen Bedeutung blieb die direkte Kursreaktion moderat.

Kursbild und Markteinordnung

Die Aktie schloss den Handel am Freitag auf Xetra bei 380,60 Euro, ein Rückgang von 0,39 % zum Vortag. Damit bewegt sich der Titel in der Nähe einer charttechnisch wichtigen Unterstützungszone um 380 Euro, die im Markt als relevante Marke beobachtet wird.

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Einige Eckdaten zur aktuellen Ausgangslage:

  • Schlusskurs Freitag: 380,60 Euro
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (460,12 Euro am 26.12.2025): rund -17 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Tief (303,10 Euro am 16.01.2025): rund +26 %
  • Seit 12 Monaten: +25,57 % Kursplus
  • Relative Stärke (RSI, 14 Tage): 37,3 (kein klares Überkauft-/Überverkauft-Signal)

Damit liegt der Kurs zwar klar unter dem Hoch aus dem Dezember, aber weiterhin deutlich über dem Tief vom Jahresanfang 2025. Die leichte Schwäche der vergangenen Tage ändert vorerst nichts daran, dass der längerfristige Trend intakt bleibt.

Strategische Neuausrichtung und weitere Initiativen

Der vollständige Ausstieg aus den Bajaj-Joint-Ventures fügt sich in eine breiter angelegte Strategie unter CEO Oliver Bäte ein. Der Konzern richtet sein Geschäft stärker auf Kernmärkte und profitablere Wachstumsfelder aus. Portfolioanpassungen und der Abbau komplexer Beteiligungsstrukturen sollen die Kapitalallokation verbessern und den Fokus schärfen.

Dazu passt auch die stärkere Betonung von Digitalisierung und Technologie. So hat die Allianz zuletzt eine globale Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic angekündigt, um digitale Fähigkeiten auszubauen und Prozesse weiter zu automatisieren. Solche Projekte gelten im Markt als Hinweis, dass die Mittel aus Desinvestments nicht einfach geparkt, sondern gezielt in neue Wachstumsinitiativen gesteckt werden.

Neben den strukturellen Maßnahmen setzt der Konzern auch auf Markenpräsenz. Die Allianz Suisse startet ab Januar 2026 eine strategische Partnerschaft mit dem Fußballclub FC Basel 1893. Mit diesem Schritt stärkt die Gruppe ihre Sichtbarkeit im Schweizer Markt, in dem sie seit Jahren aktiv ist.

Blick nach vorn: Zahlen Ende Februar im Fokus

Nach den jüngsten strategischen Weichenstellungen rücken nun die harten Fakten in den Vordergrund. Am 26. Februar 2026 legt die Allianz die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Von diesem Termin erwarten sich Investoren Klarheit darüber, wie robust das operative Geschäft durch das herausfordernde Marktumfeld gesteuert wurde und inwieweit die Portfoliobereinigung in den Kennzahlen sichtbar wird.

Der Analystenkonsens bleibt derzeit überwiegend positiv; so hat etwa Berenberg am 15. Januar seine Kaufempfehlung bestätigt. Entscheidend wird nun, ob die Quartals- und Jahreszahlen die aktuelle Bewertung untermauern und die Strategie mit Leben füllen. Gelingt dies, könnte die Unterstützungszone um 380 Euro zur Basis für den nächsten größeren Bewegungsschritt werden.

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