Vergessen Sie für einen Moment die großen US-Tech-Giganten. Die Bank of America hat einen neuen "Top-Pick" für das Jahr 2026 ausgerufen, und dieser kommt aus Deutschland. Aixtron rückt als entscheidender Ausrüster für die KI-Infrastruktur in den Mittelpunkt, doch während die US-Banker euphorisch sind, mahnen andere Experten zur Vorsicht. Ist die jüngste Konsolidierung nur eine Atempause vor dem nächsten Schub?

  • BofA Top-Pick: Bank of America sieht Aixtron als "nächsten AI Power Play" mit Kursziel 25,10 Euro.
  • Wachstumstreiber: Optoelektronik und Galliumnitrid (GaN) profitieren vom Rechenzentrum-Boom.
  • Gegenwind: mwb research bleibt skeptisch wegen Schwäche im SiC-Geschäft und senkt 2026er Prognosen.

KI-Infrastruktur als Kurstreiber

Die Bank of America (BofA) hat ihre Einschätzung unmissverständlich formuliert: Aixtron ist ihr "Small- und Mid-Cap Top-Pick" für 2026. Die Analysten sehen das Unternehmen als klassischen "Schaufelverkäufer" im KI-Goldrausch. Der Fokus liegt dabei nicht auf den Chips selbst, sondern auf den kritischen Anlagen, die für deren Herstellung benötigt werden.

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Insbesondere das Segment Optoelektronik gilt als Zugpferd für das laufende Jahr und 2026. Zwei Drittel dieser Umsätze stammen bereits aus dem Bereich Rechenzentren. Der Grund ist simpel: Um die gewaltigen Datenmengen der Künstlichen Intelligenz zu bewältigen, setzen Betreiber zunehmend auf Silizium-Photonik für schnellere Verbindungen. Hier spielt Aixtron eine Schlüsselrolle.

Die zweite Welle: GaN ab 2027

Während die Optoelektronik aktuell die Bücher füllt, positionieren sich die Analysten der BofA bereits für den nächsten großen Trend: Galliumnitrid (GaN). Ab 2027 wird eine massive Umstellung der Rechenzentren auf 800V-Architekturen erwartet.

Da KI-Server extrem energiehungrig sind, wird GaN benötigt, um die Effizienz und Leistungsdichte in den Server-Racks zu steigern. Die Bank of America prognostiziert, getrieben durch Produkteinführungen wie NVIDIAs "Rubin Ultra", einen Anstieg der GaN-Umsätze bei Aixtron um 44 Prozent im Jahr 2027. Mit einem geschätzten Marktanteil von 90 Prozent im GaN-Epitaxie-Markt dürfte das Unternehmen der Hauptprofiteur dieser Entwicklung sein.

Nicht alle sind überzeugt

Trotz der bullishen Töne aus den USA bleibt das Bild gemischt. Die Analysten von mwb research hoben zwar ihr Kursziel auf 21,00 Euro an, bestätigten aber lediglich ihr "Hold"-Rating. Ihr Hauptargument: Das Risiko-Rendite-Verhältnis sei auf dem aktuellen Niveau bereits fair bewertet.

Sorgen bereitet hier vor allem das Geschäft mit Siliziumkarbid (SiC). Die Experten erwarten, dass die Schwäche in diesem Segment auch 2026 anhalten wird und senkten ihre Umsatz- und Gewinnprognosen für das kommende Jahr. Eine spürbare Erholung im SiC-Bereich wird erst ab 2027 erwartet, wenn die Produktionszahlen von Elektrofahrzeugen mit entsprechender Technologie deutlich steigen.

Charttechnik: Überhitzt oder Chance?

Nach einer dynamischen Rallye, die den Kurs am 6. Januar auf ein neues 52-Wochen-Hoch von 21,37 Euro trieb, hat die Aktie zuletzt korrigiert. Aktuell notiert das Papier bei 19,80 Euro. Der Rücksetzer hat die zuvor heißgelaufene technische Situation deutlich abgekühlt.

Der RSI (Relative Strength Index) auf 14-Tages-Basis liegt mittlerweile bei sehr niedrigen 25,1. Werte unter 30 gelten klassischerweise als überverkauft, was technisch orientierte Anleger als Signal für eine mögliche Bodenbildung interpretieren könnten. Trotz der jüngsten Korrektur liegt die Aktie auf Monatssicht noch immer mit gut 11 Prozent im Plus und hält sich komfortabel über dem 200-Tage-Durchschnitt von 14,76 Euro.

Ausblick: Auftragseingänge im Fokus

Für Anleger richtet sich der Blick nun auf die zweite Jahreshälfte 2026. Sollte die These der Bank of America zutreffen, müssten sich dann die ersten großen Aufträge für den GaN-Ausbau in den Büchern niederschlagen. Kurzfristig liefert der Geschäftsbericht am 26. Februar 2026 die nächste Möglichkeit zur Bestandsaufnahme. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spannungsfeld zwischen KI-Fantasie und zyklischer Schwäche im SiC-Geschäft.

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