Die Adobe-Aktie gerät nach einer deutlichen Herabstufung durch Jefferies unter Druck. Die Investmentbank hat ihre Einschätzung von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt und das Kursziel klar reduziert. Parallel dazu trübt sich das technische Bild weiter ein, während die Bewertung im historischen und sektoralen Vergleich eher günstig wirkt. Steht hier eine Neubewertung des gesamten Software-Sektors im Vordergrund?

Jefferies wird vorsichtiger

Jefferies hat heute die Einstufung für Adobe von „Buy“ auf „Hold“ zurückgenommen und das Kursziel von 500 auf 400 US‑Dollar gesenkt. Begründet wird der Schritt mit einer sektorweiten Neuausrichtung:

  • Die Bank rechnet 2026 mit einem verlangsamten Wachstum im Software-Bereich.
  • Andere Tech-Segmente wie Halbleiter werden aus Sicht der Analysten attraktiver eingeschätzt.
  • Bei Adobe verläuft die Monetarisierung von KI-Funktionen nach ihrer Einschätzung langsamer als zuvor erwartet.

Für die erste Jahreshälfte 2026 empfiehlt Jefferies ein Untergewicht in Software-Titeln und bevorzugt Infrastruktur-Investments.

Technische Lage klar negativ

Die Marktreaktion verstärkt ein bereits schwaches Chartbild. Die Aktie notiert zuletzt um 333,30 US‑Dollar und liegt damit spürbar im Minus gegenüber den jüngsten Handelstagen.

  • Der Kurs befindet sich unter der 8‑, 50‑ und 200‑Tage-EMA.
  • Analyseplattformen stufen den Trend aktuell als „stark bärisch“ ein.
  • Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei rund 39 und signalisiert anhaltenden Abwärtsdruck, nähert sich aber der überverkauften Zone.

Damit dominieren kurzfristig Momentum- und Trendfolgesignale die Wahrnehmung des Marktes.

Bewertung versus Marktstimmung

Fundamental ergibt sich ein anderes Bild. Auf Basis des aktuellen Kurses um 333,30 US‑Dollar wird Adobe mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,6 bewertet.

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  • Der Sektor-Durchschnitt liegt bei 31,7.
  • Vergleichbare Wettbewerber kommen im Mittel auf ein KGV von rund 56.

Modelle von Simply Wall St sehen einen fairen Wert von 521,39 US‑Dollar (Discounted-Cashflow-Ansatz). Theoretisch wäre die Aktie damit um mehr als 30 % unterbewertet. An der Börse dominieren derzeit jedoch Sektor-Rotation und Trendbetrachtung gegenüber solchen Bewertungsmodellen.

Gegensätzliche Analystenerwartungen

Die Einschätzungen der Research-Häuser zur Ergebnisentwicklung laufen auseinander:

  • Jefferies (5. Januar): Abstufung auf „Hold“, mit Verweis auf schleppende KI-Umsätze und Gegenwind für den Sektor.
  • Zacks Research (31. Dezember): Anhebung der EPS-Schätzungen für Adobe. Die Prognose für Q1 2026 wurde auf 4,80 US‑Dollar je Aktie erhöht, die Erwartung für das Gesamtjahr 2026 auf 19,00 US‑Dollar.

Die Kombination aus steigenden Gewinnschätzungen und gleichzeitig sinkenden Kurszielen unterstreicht die Unsicherheit beim Thema Bewertungsniveau und Multiple-Expansion.

Institutionelle Investoren im Fokus

Transparenzmeldungen zeigen ein gemischtes Bild auf der Großanlegerseite. Im dritten Quartal 2025 hat Davis Capital Management eine neue Position aufgebaut und rund 4.009 Aktien erworben. Miracle Mile Advisors reduzierte im selben Zeitraum seinen Bestand um 56,7 %.

Insgesamt halten institutionelle Investoren derzeit etwa 81,79 % der ausstehenden Aktien. Damit bleibt die Kursfindung stark von professionellen Marktteilnehmern geprägt.

Mit dem aktuellen Kursniveau um 333 US‑Dollar und dem neuen Jefferies-Ziel von 400 US‑Dollar testet der Markt nun, ob die vergleichsweise niedrige Bewertung eine spürbare Unterstützung bildet oder ob der negative Sektortrend die Aktie weiter in Richtung der 52‑Wochentiefs drückt.

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