Mitten in einer laufenden Sanierung verliert ABO Energy seinen Finanzchef. Alexander Reinicke, seit 2022 im Amt und über zwei Jahrzehnte im Unternehmen, schied am 12. März mit sofortiger Wirkung aus der Geschäftsführung aus. Gründe nannte das Unternehmen nicht.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Nur drei Tage zuvor hatten die Anleihegläubiger mit 99-prozentiger Mehrheit für die vorgeschlagenen Restrukturierungsmaßnahmen gestimmt — ein wichtiger Etappensieg, der nun von Unsicherheit über die Führungskontinuität begleitet wird. Reinickes Aufgaben werden interimistisch auf das bestehende Führungsteam verteilt.

Rekordverlust nach jahrelangem Wachstum

Der Hintergrund der Sanierung ist gravierend. Für 2025 erwartet die Geschäftsführung einen Jahresverlust von rund 170 Millionen Euro — das erste Minus in der knapp 30-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Konzerngesamtleistung dürfte bei rund 230 Millionen Euro liegen.

Verantwortlich waren vor allem überzeichnete Windkraftauktionen in Deutschland, die zu drastisch gesunkenen Einspeisevergütungen und Wertberichtigungen von 35 Millionen Euro führten. Projektverschiebungen und negative Entwicklungen in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn verstärkten den Druck zusätzlich. An der Börse spiegelt sich das deutlich wider: Vom Hoch bei 45,20 Euro im Juli 2025 fiel die Aktie bis auf 4,25 Euro im Februar 2026 — ein Wertverlust von über 90 Prozent.

Das Gläubigervotum vom 9. März war trotzdem substanziell. Mit 48 Prozent der ausstehenden Schuldverschreibungen — rund 38,7 Millionen Euro — wurde das erforderliche Quorum von 25 Prozent deutlich übertroffen. Kernbeschluss ist die Aussetzung einer Negativverpflichtung bis Ende 2026, die es dem Unternehmen erlaubt, wieder Sicherheiten für neue Tarifausschreibungen zu stellen. Ergänzt wird das durch ein Stillhalteabkommen mit den finanzierenden Banken aus dem Januar 2026.

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Solargeschäft liefert operative Lichtblicke

Auf der operativen Seite gibt es Fortschritte. Bei der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur sicherte sich ABO Energy Zuschläge für drei Solarparks mit zusammen 50 Megawatt — der dritte Ausschreibungserfolg in Folge. Die beiden vorherigen Solarrunden 2025 hatten bereits Zuschläge für fünf Parks mit rund 57 Megawatt gebracht. Der aktuelle Projektblock ist Teil eines Hybrid-Portfolios mit acht Standorten, 100 MWp Solarkapazität und rund 80 MW Batteriespeicher. Baustart ist für Herbst 2026 geplant.

Die Geschäftsführung hält an der angestrebten Transformation zum unabhängigen Stromproduzenten fest und verweist auf eine Projektpipeline von rund 30 Gigawatt.

Der nächste konkrete Prüfstein ist der Jahresabschluss 2025, den ABO Energy am 22. Juni vorlegen wird — gefolgt von der Hauptversammlung am 13. August. Beide Termine werden zeigen, ob das Unternehmen den Sanierungskurs auch ohne seinen langjährigen Finanzchef glaubwürdig halten kann.

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