Was für eine Nacht in der Steffl Arena! Die Vienna Capitals liefern das Comeback des bisherigen Spieljahres und bezwingen die Black Wings Linz nach einem 1:4-Rückstand mit 7:6. Ein wahrer Moralbooster für die Wiener, die damit ihren ersten Saisonsieg einfahren.

Katastrophaler Start der Capitals

Das erste Drittel entwickelt sich zum Albtraum für die Heimmannschaft. Die Defensive zeigt massive Lücken, die Linzer finden immer wieder gefährliche Räume. Bereits in der 4. Minute muss Torhüter Wraneschitz nach einer Soloaktion von Knott hinter sich greifen. Zwar gleichen die Capitals durch Bourque kurzzeitig aus, doch die Freude währt nur Minuten. Lebler nutzt eine Überzahlsituation eiskalt und macht es 2:1.

Die Wiener zeigen sich vor dem Tor erstaunlich ineffizient. Zur dramatischen Zuspitzung kommt eine verletzungsbedingte Unterbrechung, als Lindner von den Black Wings das Eis mit Hilfe verlassen muss. Vor der Pause setzt es dann den nächsten Dämpfer: Ein Abpraller von Hults ins eigene Tor und das 4:1 durch Söllinger kurz vor der Sirene.

Pausenansprache mit Wirkung

Was Trainer Dave Barr in der Kabine gesagt hat, dürfte sitzen geblieben sein. Die Capitals starten mit neuer Energie ins zweite Drittel. Hults verkürzt bereits in der 22. Minute auf 2:4 – das erste Lebenszeichen. Torhüter Cowley, der Wraneschitz ersetzt hat, hält die Wiener mit wichtigen Paraden im Spiel.

Dann kommt die Wende: Souch macht es 3:4 und bringt neue Hoffnung in die Arena. Doch die Linzer kontern sofort durch St-Amant zum 5:3. Die Capitals lassen sich nicht beirren: Wallner verkürzt erneut, Lanzinger erzielt den lange umjubelten Ausgleich zum 5:5. Die Stimmung kocht – das Spiel ist komplett offen.

Wiener drehen auf, Linz verliert die Fassung

Das dritte Drittel beginnt, als hätte es den Rückstand nie gegeben. Richter zieht alleine vor Tirronen ab und vollendet zum 6:5 – erstmals führen die Capitals! Die Linzer wirken sichtlich geschockt, verlieren ihre Struktur. Preiser setzt den nächsten Schlag und erhöht auf 7:5.

In der Schlussphase wird es nochmal hitzig. Mehrere Strafen und emotionale Szenen bestimmen das Spiel. Linz setzt alles auf eine Karte und nimmt den Torhüter raus. Die Rechnung geht auf: Barron verkürzt auf 6:7. Doch mehr ist nicht drin – die Capitals halten den knappen Vorsprung über die Zeit.

Ein Sieg, der nach den enttäuschenden ersten Spieltagen genau zur rechten Zeit kommt. Die Steffl Arena feiert ihre Helden – und das völlig zurecht.