XRP: ETF-Fantasie trifft Realität
XRP steht Mitte Januar 2026 an einem spannenden Punkt: Auf der einen Seite locken ein frisches Kaufsignal aus der Charttechnik, starke Zuflüsse in neue Spot-ETFs und wachsende Netzwerkaktivität. Auf der anderen Seite bremsen Gewinnmitnahmen und Konkurrenz durch Stablecoins die Dynamik. Entscheidend wird, ob fundamentale Nachfrage und Regulierungsschub ausreichen, um den jüngsten Rücksetzer in eine nachhaltige Aufwärtsbewegung zu drehen.
Kursbild und technisches Signal
Nach einer Rally von rund 1,80 US-Dollar Anfang Januar ist XRP zuletzt wieder unter Druck geraten. Nach einem Rücklauf von den jüngsten Hochs notiert der Coin aktuell bei 2,08 US-Dollar und liegt damit deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch von 3,04 US‑Dollar. Der RSI von 28,8 signalisiert dabei einen bereits überverkauften Bereich, während der Kurs knapp über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 2,02 US‑Dollar verharrt.
Spannend aus technischer Sicht: Am 13. Januar hat XRP seinen ersten „Golden Cross“ des Jahres 2026 bestätigt. Dabei hat der 23‑Tage-Durchschnitt den 50‑Tage-Durchschnitt nach oben gekreuzt – ein klassisch bullisches Signal. Trader leiten daraus kurzfristige Zielzonen zwischen 2,28 und 2,35 US‑Dollar ab, wo die 200‑Tage-Linie als nächster Widerstand wartet. Der Bereich um 2,02 bis 2,03 US‑Dollar gilt als zentrale Unterstützungszone, in der das Signal entstanden ist.
ETF-Zuflüsse als Treiber
Einen wichtigen Schub für die Investmentstory liefern die neuen Spot‑XRP‑ETFs in den USA. Seit November 2025 hat die SEC sechs dieser Produkte zugelassen, die inzwischen an US-Börsen gehandelt werden.
Die Bilanz nach rund zwei Monaten ist beachtlich:
- Kumulative Nettozuflüsse: rund 1,26 Milliarden US‑Dollar
- Kein einziger Tag mit Nettomittelabflüssen seit dem Start
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Damit erreichen die XRP‑ETFs ein ähnliches Zuflussniveau wie die Bitcoin‑ETFs, brauchten dafür aber deutlich länger: Während Spot‑Bitcoin‑ETFs 1,4 Milliarden US‑Dollar Nettozuflüsse in weniger als einem Monat einsammelten, benötigten XRP‑ETFs dafür etwa zwei Monate. Standard-Chartered-Analyst Geoffrey Kendrick hält dennoch Zuflüsse von 4 bis 8 Milliarden US‑Dollar im ersten Jahr für möglich – ein Volumen, das den Marktpreis strukturell stützen könnte.
On‑Chain-Daten: Nutzung steigt, Angebot schrumpft
Abseits der Börsen zeigt die On‑Chain-Seite ein robustes Bild. Die Aktivität im XRP‑Ledger hat Anfang 2026 ein 180‑Tage-Hoch erreicht: Im Januar wurden im Schnitt 1,45 Millionen Transaktionen pro Tag abgewickelt. Marktbeobachter führen den Anstieg vor allem auf grenzüberschreitende Zahlungen und wachsende DeFi‑Anwendungen im XRP‑Ökosystem zurück.
Parallel dazu sinkt das auf Börsen gehaltene Angebot deutlich: Der Bestand an XRP auf zentralen Exchanges ist von über 4 Milliarden Token Ende 2025 auf unter 2 Milliarden gefallen. Solche Rückgänge werden üblicherweise als Zeichen interpretiert, dass mehr Coins in langfristigen Wallets gehalten und nicht für den kurzfristigen Verkauf bereitgehalten werden – die unmittelbare Verkaufsliquidität nimmt also ab.
Regulierungsschub aus Europa
Auch regulatorisch kommt Bewegung in die XRP‑Geschichte. Ripple, das Fintech-Unternehmen hinter großen Teilen der Infrastruktur, hat in Luxemburg eine vorläufige E‑Money‑Lizenz erhalten. Damit öffnet sich die Tür, regulierte Digital‑Asset‑Zahlungsdienste in der gesamten EU anzubieten.
Zusätzlich verfolgt Ripple eine CASP‑Lizenz im Rahmen der neuen MiCA‑Regulierung. Diese Zulassungen würden es ermöglichen, XRP‑basierte Dienste innerhalb eines klaren europäischen Rechtsrahmens zu betreiben. Für institutionelle Nutzer, die Wert auf regulatorische Klarheit legen, ist das ein wichtiger Baustein.
Konkurrenz durch Stablecoins
Die eigentliche Story von XRP bleibt der Einsatz im internationalen Zahlungsverkehr: schnelle, günstige Transaktionen als Alternative zu langsamen Systemen wie SWIFT, wo Abwicklungen oft drei bis fünf Tage dauern. Standard Chartered verweist genau auf diese Positionierung als langfristiges Argument für den Coin. Ripple‑CEO Brad Garlinghouse hat sogar in Aussicht gestellt, dass XRP mittelfristig bis zu 14 % der jährlich rund 150 Billionen US‑Dollar an SWIFT‑Volumen abwickeln könnte.
Gleichzeitig wächst der Druck durch Stablecoins. Auch Ripple selbst verstärkt diesen Bereich mit dem im Dezember 2024 gestarteten RLUSD‑Stablecoin. Viele Analysten sehen in stabilen, fiat‑gebundenen Token eine praxisnahe Lösung für Werttransfer, weil das Kursrisiko im Vergleich zu volatilen Kryptowährungen entfällt. Für XRP bedeutet das: Der Coin muss seinen Mehrwert über Geschwindigkeit, Kosten und Ökosystem-Anbindung klar ausspielen.
Fazit: Knotenpunkt aus Technik, ETFs und Regulierung
XRP geht mit einem gemischten Setup in die zweite Januarhälfte 2026. Kurzfristig dominiert eine Konsolidierung unterhalb wichtiger Widerstände, und Gewinnmitnahmen dämpfen den Schwung der Rally vom Jahresanfang. Gleichzeitig sprechen mehrere Faktoren für einen konstruktiven mittelfristigen Hintergrund: der bestätigte Golden Cross, stetige ETF‑Zuflüsse ohne Abflusstage, sinkende Exchange‑Bestände und klarere regulatorische Perspektiven in Europa.
Ob dieses Bündel an Impulsen ausreicht, um die anvisierte Zone um 2,28 bis 2,35 US‑Dollar zu überwinden, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen – insbesondere mit Blick auf das Sentiment im Gesamtmarkt und die weitere Entwicklung der Zuflüsse in die US‑Spot‑ETFs.
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