XRP: Enges Korsett
XRP tritt beim Kurs derzeit auf der Stelle, im Hintergrund verschiebt sich jedoch die Nachfrage deutlich in Richtung institutioneller Investoren. Während viele Privatanleger auf spektakuläre Bewegungen warten, ziehen große Adressen still Coins von den Börsen ab und positionieren sich für mögliche regulatorische Weichenstellungen in den USA. Die zentrale Frage: Wie lange lässt sich diese Diskrepanz zwischen verhaltener Kursentwicklung und zunehmender institutioneller Aktivität noch aufrechterhalten?
Technische Lage: Seitwärts, aber angeschlagen
Der XRP-Kurs bewegt sich aktuell in einer engen Spanne und notiert mit rund 1,87 US‑Dollar knapp unter der Marke von 2 US‑Dollar. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein leichtes Plus von gut 2 %, im 30‑Tage-Vergleich aber ein Rückgang von über 13 % – ein Bild, das eher nach Konsolidierung als nach Rally aussieht.
Charttechnisch fällt vor allem zweierlei auf:
- Der Kurs liegt rund 8 % unter dem 50‑Tage-Durchschnitt, was auf anhaltenden Druck nach unten hindeutet.
- Der 14‑Tage-RSI bei 28,8 signalisiert jedoch bereits überverkaufte Zonen, in denen in früheren Zyklen oft eine Bodenbildung einsetzte.
Hinzu kommt: XRP notiert nur wenige Prozent über dem 52‑Wochen-Tief und deutlich unter seinem Hoch der vergangenen zwölf Monate. Die Seitwärtsphase findet also nahe dem unteren Ende der Spanne statt – ein Umfeld, in dem kleinere Rückschläge möglich bleiben, ein technischer Rebound aber wahrscheinlicher wird, sobald frische Impulse kommen.
On-Chain-Daten: Institutionen ziehen Coins ab
Abseits des Charts zeichnet sich ein deutlich anderes Bild: Die On-Chain-Metriken sprechen von Verknappung und langsamer, aber stetiger Nachfrage institutioneller Akteure.
Zentrale Punkte:
- Börsenbestände auf Mehrjahrestief: Die XRP-Bestände auf zentralisierten Börsen sind auf das niedrigste Niveau seit sieben Jahren gefallen. Coins wandern verstärkt in Cold-Wallets und Verwahrungslösungen – ein klares Signal, dass der unmittelbar verfügbare Verkaufsdruck sinkt.
- Zunehmende institutionelle Bestände: Der Franklin XRP Trust (XRPZ) verwaltet inzwischen über 100 Millionen XRP. Spot-ETFs verzeichnen kontinuierliche tägliche Zuflüsse von im Schnitt rund 15 Millionen US‑Dollar und nehmen damit einen Großteil des Angebots auf, das etwa aus Escrow-Freigaben in den Markt kommt.
- Divergenz bei der Netzwerknutzung: Während die verwalteten Vermögen institutioneller Produkte steigen, geht die Zahl täglich aktiver Adressen im XRP Ledger spürbar zurück. Das unterstreicht die Zurückhaltung des Retail-Segments, obwohl sich gleichzeitig ein neuer Anwendungsbereich entwickelt: Der Bereich „Real World Assets“ (RWA) auf dem XRPL ist in den vergangenen 30 Tagen um 18 % gewachsen und liegt damit vor vielen Wettbewerbern.
In Summe deuten diese Daten auf eine stille Akkumulationsphase hin: Weniger verfügbare Coins auf Börsen, mehr Tokens in langfristigen Strukturen – bei gleichzeitig schwacher Aktivität klassischer Privatanwender.
Ökosystem: Infrastruktur für institutionelles DeFi
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Parallel zur Verschiebung der Nachfrage arbeitet das XRP-Ökosystem an Infrastruktur, die klar auf institutionelle Nutzung ausgerichtet ist.
Wichtige Entwicklungen:
- Native Lending-Plattform: Für das erste Quartal 2026 ist der Start eines nativen Kreditprotokolls im XRP Ledger geplant. Es soll festverzinsliche Kredite über sogenannte Single-Asset-Vaults ermöglichen – ein Format, das besonders auf die Anforderungen traditioneller Finanzakteure zugeschnitten ist.
- Stablecoin RLUSD als Ergänzung: Das von Ripple unterstützte Stablecoin-Projekt RLUSD gewinnt bei den Abwicklungsvolumina an Bedeutung. Es ergänzt die Funktion von XRP als Brückenwährung und erhöht die Attraktivität des Netzwerks für Zahlungs- und Abwicklungsprozesse.
- Vertrauliche Transaktionen: Weiter vorangetrieben wird zudem Zero-Knowledge-Funktionalität. Ziel ist es, Transaktionen so zu gestalten, dass sie regulatorische Anforderungen im Wertpapierbereich erfüllen und gleichzeitig Datenschutzanforderungen institutioneller Nutzer berücksichtigen.
Diese Bausteine zielen klar auf ein Ökosystem, in dem regulierte Finanzinstitute DeFi-Funktionen nutzen können, ohne ihre Compliance-Anforderungen zu verletzen.
Regulierung: US-Entscheidungen im Fokus
Januar 2026 könnte für XRP regulatorisch ein Schlüsselmonat werden. Zwei Initiativen in den USA stehen im Mittelpunkt:
- Digital Asset Market Clarity Act: Der Bankenausschuss des US-Senats soll den Gesetzentwurf noch in diesem Monat weiterbearbeiten. Kern ist eine klare Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC – ein Schritt, der für XRP rechtliche Unsicherheiten deutlich verringern und die Einordnung des Tokens festigen könnte.
- SEC‑Initiative „Project Crypto“: Unter Vorsitz von Chair Atkins arbeitet die SEC parallel an einem Klassifikationsrahmen für Krypto-Assets. Anstatt Einzelfälle über Gerichtsverfahren zu klären, soll eine formale Token-Taxonomie geschaffen werden. Marktteilnehmer erwarten, dass damit auch der Status von Assets wie XRP präziser definiert wird.
Beide Projekte haben direkten Einfluss auf die Investitionsbereitschaft institutioneller Anleger, da sie die Planbarkeit von Produkten und Strategien erhöhen.
Sentiment und Ausblick
Die Stimmung rund um XRP wirkt derzeit gespalten: Institutionelle Investoren zeigen durch stetige ETF-Zuflüsse und wachsende Trust-Bestände Vertrauen, während viele Privatanleger aufgrund der ausbleibenden Kurssprünge und der Nähe zum Jahrestief abwarten.
Für die kommenden Wochen zeichnen sich damit zwei zentrale Treiber ab: Gelingt regulatorische Klarheit in den USA, könnte das die bereits laufende institutionelle Akkumulation untermauern und dem Kurs aus der engen Handelsspanne helfen. Bleiben die politischen Entscheidungen dagegen hinter den Erwartungen zurück, dürfte sich die aktuelle Seitwärtsphase nahe den Tiefstständen zunächst fortsetzen.
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