Walgreens einigt sich auf hohe Vergleichszahlung wegen Opioid-Vorwürfen, während Quartalszahlen enttäuschen. Wie wirkt sich das auf die Aktie aus?

Walgreens musste gestern tief in die Tasche greifen. Der Konzern einigte sich auf eine Vergleichszahlung von satten 300 Millionen Dollar. Hintergrund sind schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit der Abgabe von Opioiden.

Opioid-Krise holt Walgreens ein

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Der Vergleich vom Montag beendet ein Verfahren auf Bundesebene. Der Vorwurf: Walgreens soll millionenfach ungültige Rezepte für Opioide und andere kontrollierte Substanzen beliefert haben. Damit wären Verstöße gegen den Controlled Substances Act (CSA) und den False Claims Act gegeben. Sollte Walgreens vor dem Geschäftsjahr 2032 verkauft oder fusioniert werden, könnten weitere 50 Millionen Dollar fällig werden.

Konkret wirft das Justizministerium dem Unternehmen vor, wichtige Informationen vor Apothekern zurückgehalten zu haben. Es sei ein Umfeld geschaffen worden, das notwendige Prüfungen gültiger Rezepte behinderte. Compliance-Beauftragte sollen trotz erheblicher Hinweise auf rechtswidrige Abgaben untätig geblieben sein. Zudem habe das Management Versuche blockiert, Kollegen vor problematischen Verschreibern zu warnen. Teil des Vergleichs sind nun langfristige Compliance-Maßnahmen und jährliche Schulungen für Apotheker.

Zahlen enttäuschen trotz Umsatzplus

Wie steht es um die Finanzen? Bereits am 8. April legte Walgreens die Ergebnisse für das zweite Quartal vor – mit Licht und Schatten. Der Umsatz kletterte zwar um 4,1 Prozent im Jahresvergleich auf 38,6 Milliarden Dollar.

Doch unterm Strich blieb ein Verlust stehen. Pro Aktie betrug das Minus 3,30 Dollar, nach einem Verlust von 6,85 Dollar im Vorjahresquartal. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei nur noch 0,63 Dollar, verglichen mit 1,20 Dollar im Vorjahr. Diszipliniertes Kostenmanagement und Verbesserungen im US-Gesundheitsgeschäft konnten die schwächeren Ergebnisse im US-Einzelhandelsgeschäft nur teilweise ausgleichen. Der Turnaround-Plan steckt noch in den Kinderschuhen.

Übernahme und gesenkte Daumen

Strategisch tut sich ebenfalls einiges. Bereits am 6. März wurde eine bindende Vereinbarung zur Übernahme durch Sycamore Partners bekannt gegeben. Angesichts dieser Transaktion hat Walgreens seine Prognose für das Geschäftsjahr 2025 zurückgezogen.

Und was sagen die Analysten? Die Meinungen gehen auseinander. Die Deutsche Bank riet bereits Ende Februar zum Verkauf der Aktie und senkte das Kursziel auf 9 Dollar. Die Begründung: Die Aktie sei aufgrund von Übernahmespekulationen zu weit gelaufen. Andere Analysten bleiben bei einer „Hold“-Einstufung. Das mittlere Kursziel liegt bei 11,13 Dollar, was einen gewissen Puffer zum aktuellen Niveau bedeuten würde.

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