Vulcan Energy hat mit einem erfolgreichen Produktionstest im Lionheart-Projekt und angepassten Vorstandsvergütungen die nächste Phase seines Lithiumvorhabens in Deutschland eingeläutet. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung, während das Unternehmen den Übergang von der Entwicklungs- in die Bauphase konkretisiert. Wie belastbar ist diese Bestätigung für die Projektplanung?

Produktionstest im Lionheart-Projekt

Am Mittwoch veröffentlichte Vulcan um 11:08 Uhr MEZ die mit Spannung erwarteten Ergebnisse des Produktionstests am LSC-1b-Sidetrack-Bohrloch. Dieses Bohrloch ist Teil des Field Development Plans für Phase Eins des Lionheart-Projekts im Oberrheingraben.

Kerndaten des Tests

  • Maximale Auslastung der Testausrüstung
  • Produktionspotenzial: 105 bis 125 Liter pro Sekunde
  • Flow-Rate im Einklang mit den Annahmen des Field Development Plans

Damit bestätigt der Test die grundlegenden Planungsannahmen zur Förderleistung und stützt die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts. Bereits im November hatte Vulcan positive geologische, thermische und Lithium-in-Sole-Daten gemeldet, konnte damals aber wegen eines Completion-Problems die Produktionsleistung noch nicht verifizieren. Diese Lücke ist nun geschlossen.

Laut Management entsprechen die zentralen Parameter – Reservoirmächtigkeit und -qualität, Lithiumgehalt, Temperatur und Druck – den Erwartungen oder liegen darüber. Die Fertigstellung des Bohrlochs erfolgte demnach sicher, vorzeitig und ohne meldepflichtige Arbeitsunfälle.

Reaktion an der Börse

Die Aktie schloss gestern bei 4,38 AUD, ein Plus von 5,29 % zum Vortag. Auf Monatssicht ergibt sich damit ein Anstieg von rund 10 %, getragen von wachsendem Vertrauen in die Umsetzung des Lionheart-Projekts. Das Handelsvolumen lag mit etwa 4 Millionen gehandelten Aktien weiterhin über dem Normalniveau.

Anpassungen bei der Vorstandsvergütung

Um 11:16 Uhr MEZ veröffentlichte Vulcan eine separate Mitteilung zu vom Board beschlossenen Vergütungsanpassungen für die Führungsspitze, rückwirkend zum 1. Januar 2026.

CEO und CFO im Fokus

CEO Cris Moreno:
- Fixvergütung auf 804.000 AUD zuzüglich betrieblicher Altersvorsorge erhöht
- Zusätzliche Funktion als Vorsitzender der Advisory Boards von Vulcan Energie Ressourcen GmbH und VER GEO LIO GmbH

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CFO Felicity Gooding:
- Fixvergütung auf 670.000 AUD zuzüglich betrieblicher Altersvorsorge erhöht
- Ernennung zur Co-Geschäftsführerin der Vulcan Energie Ressourcen GmbH

Für beide Vorstände wurde die kurzfristige variable Vergütung (STI) von 25 % auf 50 % des Grundgehalts verdoppelt. Die zusätzliche 25-%-Komponente unterliegt einer zusätzlichen Vesting-Periode von zwölf Monaten. Die langfristigen Incentive-Prozentsätze bleiben unverändert, steigen aber in absoluten Beträgen durch die höheren Fixgehälter. Bis zur ersten Produktion greift eine Indexierung an die Verbraucherpreisinflation.

Der Aufsichtsrat begründet die Anpassungen mit dem Übergang des Unternehmens von der Entwicklungs- in die Umsetzungsphase, der gewachsenen Größe und Komplexität des internationalen Geschäfts sowie erweiterten Governance-Aufgaben auf dem Weg zur ersten kommerziellen Lithiumproduktion, die für 2028 angepeilt wird.

Projektstatus und Förderkulisse

Phase Eins des Lionheart-Projekts ist seit dem im Dezember 2025 gesicherten Finanzpaket über 2,193 Milliarden Euro vollständig durchfinanziert. Geplant ist ein integriertes Lithium- und Erneuerbare-Energien-Projekt.

Die Eckpunkte:

  • Zielkapazität: 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat pro Jahr
    – rechnerisch ausreichend für rund 500.000 Elektroauto-Batterien jährlich
  • Kuppelprodukte: 275 GWh Strom und 560 GWh Wärme pro Jahr für regionale Abnehmer
  • Erwartete Projektlaufzeit: etwa 30 Jahre
  • Baustart der kommerziellen Geothermal-Lithium-Extraktionsanlage in Landau: Dezember 2025

Das Projekt besitzt EU-Strategic-Project-Status im Rahmen des Critical Raw Materials Act. Bisher zugesagt sind 204 Millionen Euro an Fördermitteln von Bund und Ländern sowie eine zentrale Kreditlinie der Europäischen Investitionsbank über 250 Millionen Euro.

Ausblick und nächste Termine

Vulcan treibt zusätzliche Entwicklungbohrungen im Gebiet Schleidberg voran, um weitere Produktions- und Injektionsbohrungen zu erschließen. Auf diesen Bohrungen sollen weitere Tests folgen, um das Förder- und Injektionspotenzial des Feldes weiter zu untermauern.

Das Unternehmen hält am Ziel fest, 2028 mit der ersten kommerziellen Lithiumproduktion zu starten. Der nächste konkrete Termin ist die Veröffentlichung des vollständigen Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2025, die für Ende März 2026 angekündigt ist. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 1,9 Milliarden AUD; der aktuelle Konsens der Analysten sieht das Kursziel im Mittel bei 4,58 AUD, in einer Spanne von 3,38 bis 6,30 AUD.

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