Bei Vonovia läuft der Countdown: Am 19. März legt der Konzern seinen Geschäftsbericht 2025 vor – und damit den ersten vollständigen Bericht unter dem neuen CEO Luka Mucic. Für Anleger geht es dabei weniger um Erzählungen, sondern um harte Antworten zu Ergebniszielen, Schuldenprofil und Dividendenkurs. Genau dort entscheidet sich, wie belastbar die jüngste operative Erholung wirklich ist.

Der Zeitpunkt ist heikel: Zuletzt wirkte die Aktie kurzfristig angeschlagen. In den vergangenen sieben Tagen ging es um 9,39% nach unten, der Schlusskurs am Freitag lag bei 25,87 Euro.

Erster Bericht unter Mucic – und ein Abgang im Vorstand

Mucic führt den Konzern seit Januar 2026. Parallel steht ein weiterer Einschnitt fest: Vorstandsmitglied Daniel Riedl scheidet zum Ende Mai im gegenseitigen Einvernehmen aus. Damit wird der Geschäftsbericht am 19. März zur ersten großen Standortbestimmung der neuen Führung.

Im Mittelpunkt stehen operative Ziele und vor allem die Kapitalstruktur. Denn bei Immobilienkonzernen zählt am Ende nicht nur das Ergebnis – sondern auch, wie teuer es finanziert ist und wie flexibel die Bilanz bleibt.

EBITDA-Ziele: geliefert oder verfehlt?

Vonovia muss mit dem Bericht zeigen, ob das im November bestätigte Ziel für 2025 erreicht wurde: ein bereinigtes EBITDA von rund 2,8 Milliarden Euro. Nach neun Monaten standen bereits 2,1 Milliarden Euro zu Buche, ein Plus von 6,4%. Das liefert Rückenwind – ist aber noch nicht der Beweis für das Gesamtjahr.

Für 2026 legt das Management die Latte höher: Die Prognose sieht ein bereinigtes EBITDA von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro vor. Zusätzlich nennt Vonovia für 2026 ein bereinigtes EBT von 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro. Warum das so wichtig ist? Weil am EBITDA auch die Tragfähigkeit der Verschuldung hängt – und damit der Spielraum für Ausschüttungen.

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Ein weiterer Punkt: Nach einem Verlust im Vorjahr kehrte Vonovia in den ersten neun Monaten mit einem Nettogewinn von 3,41 Milliarden Euro in die Gewinnzone zurück, getrieben durch positive Neubewertungen des Portfolios. Das stärkt das Zahlenbild, ist aber stark an Bewertungsannahmen geknüpft – entsprechend genau wird der Markt in den Details lesen.

Refinanzierung und Dividende: Das Signal an den Kapitalmarkt

Vor dem Bericht hat Vonovia am Schuldenprofil gearbeitet. Ziel: kurzfristige Fälligkeiten ablösen und Laufzeiten strecken. Dazu platzierte der Konzern eine Yen-Anleihe über 9,9 Milliarden Yen mit 2,94% Kupon und Laufzeit bis 2036. Die Erlöse sollen in den Rückkauf unbesicherter Euro-Anleihen fließen, die bis 2027 fällig werden.

Bereits im November 2025 hatte Vonovia zudem drei Eurobond-Serien über insgesamt 2,25 Milliarden Euro begeben – im Schnitt zu 3,96% Zins und laut Mitteilung 3,4-fach überzeichnet. Unterm Strich soll das die Zins- und Fälligkeitslast besser planbar machen. Passend dazu verbesserte sich das Verhältnis von Nettoschulden zum EBITDA zuletzt von 15,1 auf 14,0.

Auch die Dividende bleibt Teil der Bilanzstory: Für 2024 erhöhte Vonovia die Dividende auf 1,22 Euro je Aktie. Zudem konnten Aktionäre erneut zwischen Bar- und Aktiendividende wählen, wobei sich ein relevanter Teil für die Aktiendividende entschied – ein Hinweis darauf, dass Liquidität und Kapitalstruktur bei Investoren derzeit besonders hoch auf der Agenda stehen.

Ende Februar stellte Vonovia außerdem die Gesamtzahl der Stimmrechte neu fest: 848.261.274, ausgelöst durch die Ausgabe neuer Bezugsaktien. Formal ist das eine Pflichtmitteilung, inhaltlich passt es aber ins Bild: Der Konzern justiert weiter an der Kapitalstruktur, bevor im März die großen Kennzahlen folgen.

Am 19. März wird Vonovia den Geschäftsbericht 2025 vorlegen – die nächste konkrete Marke im Kalender sind dann die Q1-Zahlen am 7. Mai und die Hauptversammlung am 21. Mai 2026. Entscheidend für die Marktreaktion dürfte sein, ob Vonovia das EBITDA-Ziel für 2025 bestätigt abliefert und gleichzeitig zeigt, dass Refinanzierung und Verschuldungsgrad die höheren Ziele für 2026 tatsächlich tragen.

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