Während deutsche Immobilienaktien weiter unter Druck stehen, wagt Vonovia einen überraschenden Schritt: Der Bochumer Konzern sammelt erstmals Geld am anderen Ende der Welt ein - und das mit sensationellem Erfolg. Die Premiere einer Kangaroo Bond in Australien zeigt, wie kreativ sich der Immobilienriese von europäischen Finanzierungssorgen befreit. Doch kann diese internationale Strategie wirklich die Trendwende einläuten?

Australien-Premiere: 850 Millionen Dollar auf einen Schlag

Der 28. August markiert einen historischen Tag für Vonovia. Mit der ersten Anleiheemission am australischen Kapitalmarkt sammelte der Konzern 850 Millionen Australische Dollar ein - umgerechnet rund 475 Millionen Euro. Die sogenannte Kangaroo Bond mit Laufzeiten von sieben und zehn Jahren erzielte dabei eine gewichtete Rendite von nur 3,87 Prozent nach Währungsabsicherung.

Was zunächst wie ein exotisches Finanzierungsexperiment wirkt, entpuppt sich als strategisch kluge Diversifizierung. Vonovia reduziert damit seine Abhängigkeit vom oft volatilen europäischen Kapitalmarkt und erschließt völlig neue Investorenkreise.

Halbjahreszahlen als Rückenwind

Die Timing-Entscheidung für den Australien-Coup war perfekt gewählt. Bereits Anfang August hatte Vonovia mit starken Halbjahreszahlen überrascht und seine Jahresprognose um 100 Millionen Euro angehoben.

Die wichtigsten Eckdaten der ersten Jahreshälfte:

Bereinigtes EBITDA: Plus 12 Prozent auf 1,419 Milliarden Euro
Bereinigtes EBT: Anstieg um 10,9 Prozent auf 984,3 Millionen Euro
Value-add-Segment: EBITDA explodiert um 77,3 Prozent auf 100,7 Millionen Euro
Development-Segment: Turnaround von -4,1 auf 54,0 Millionen Euro EBITDA

Portfolio-Trendwende nimmt Fahrt auf

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Nach Jahren der Immobilienkrise zeigt sich bei Vonovia eine echte Bodenbildung. Der Immobilienbestand verzeichnete im ersten Halbjahr eine Wertsteigerung von 1,3 Prozent - und das auf vergleichbarer Basis. Diese Entwicklung bestätigt die vom Management prognostizierte Trendwende, nachdem bereits das zweite Halbjahr 2024 erste positive Signale gesendet hatte.

Besonders bemerkenswert: Die organische Mietensteigerung beschleunigte sich auf 4,4 Prozent auf rollierender Zwölfmonatsbasis. Davon entfielen 2,9 Prozent auf marktbedingte Erhöhungen und weitere 1,2 Prozent auf Qualitätsverbesserungen durch Modernisierungen.

Investitionsoffensive zahlt sich aus

Vonovia forciert sein Investitionsprogramm mit beeindruckender Konsequenz. Die Ausgaben für Instandhaltung, Modernisierung und Neubau sprangen um 27,1 Prozent auf 856,4 Millionen Euro. Diese aggressive Strategie zielt darauf ab, die Wertschöpfung in den Nicht-Vermietungssegmenten bis 2028 auf 20 bis 25 Prozent des Gesamt-EBITDA zu steigern.

Alle vier führenden Ratingagenturen bestätigten unterdessen ihre Bewertungen für Vonovia. Standard & Poor's bekräftigte das BBB+-Rating mit stabilem Ausblick, während die Pro-forma-Verschuldungsquote bei komfortablen 45,9 Prozent liegt.

Globale Strategie als Wendepunkt?

Mit der Kangaroo Bond und den überzeugenden Halbjahreszahlen demonstriert Vonovia, dass die strategische Neuausrichtung Früchte trägt. Die internationale Finanzierungsstrategie kombiniert mit der Diversifizierung der Geschäftsfelder könnte tatsächlich den erhofften Wendepunkt markieren. Bleibt die Frage: Reicht das aus, um die Aktie nachhaltig aus dem Schatten der Immobilienkrise zu führen?

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