Mit dem Geschäftsjahresende am 31. März 2026 schließt Voestalpine ein Jahr ab, das mehr war als eine gewöhnliche Berichtsperiode: Zwei Töchter wurden abgegeben, die Verschuldung deutlich reduziert und das milliardenschwere Dekarbonisierungsprogramm nähert sich einem konkreten Meilenstein.

Gesundschrumpfen mit Kalkül

Die Schließung der voestalpine Camtec GmbH in Linz folgt einer klaren Logik: Gestiegene Energie- und Personalkosten sowie Preisdruck aus Asien hatten den Standort schlicht unwirtschaftlich gemacht. Parallel steht der Verkauf der Tochter BÖHLER Profil an den US-Konzern Kadant unmittelbar bevor. Die Erlöse aus beiden Transaktionen sollen direkt in die technologische Transformation fließen.

Dass der Konzern dabei auf soliden Fundamenten steht, zeigen die Zahlen der ersten drei Quartale des Geschäftsjahres: Das EBIT legte um knapp 21 Prozent auf 473 Millionen Euro zu, der Vorsteuergewinn wuchs sogar um 46,5 Prozent. Die Nettoverschuldung sank um gut 27 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro — getrieben von einem operativen Cashflow, der sich im ersten Halbjahr auf 783 Millionen Euro verdoppelte. Das Management bestätigt das EBITDA-Ziel von 1,4 bis 1,55 Milliarden Euro für das abgelaufene Jahr. Die finalen Zahlen folgen am 3. Juni 2026.

Grüner Stahl und regulatorischer Rückenwind

Das Kernprojekt „Greentec Steel" mit einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro steuert auf die Inbetriebnahme des ersten Elektrolichtbogenofens im Februar 2027 zu. Flankiert wird das Vorhaben durch Hy4Smelt — eine gemeinsam mit Primetals Technologies und Rio Tinto entstehende Demonstrationsanlage für wasserstoffbasierte Direktreduktion, die mit rund 170 Millionen Euro als Österreichs größtes Klimaschutzforschungsprojekt gilt.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Voestalpine?

Der seit Jahresbeginn geltende EU-Grenzausgleichsmechanismus CBAM belastet kohlenstoffintensive Stahlimporte mit Zusatzkosten und verbessert damit schrittweise die Wettbewerbsposition von Produzenten, die früh auf Dekarbonisierung setzen. Verlängerte EU-Schutzmaßnahmen gegenüber asiatischen Produzenten bis Juni 2026 verstärken diesen Effekt.

Einen Dämpfer liefern die US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte, die seit März 2025 gelten: Sie belasten das laufende Ergebnis nach aktuellen Einschätzungen im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

ATX-Aufstieg und Wandelanleihe

Kapitalmarktseitig sorgte der Aufstieg in den ATX five ab dem 23. März für strukturelle Nachfrage. Indexnachbildende Fonds sind seither verpflichtet, Anteile zu erwerben — unabhängig vom Kursniveau. Anfang März hatte der Konzern zudem eine bestehende Wandelanleihe um 35 Millionen Euro aufgestockt, platziert ausschließlich bei institutionellen Investoren. Beim aktuellen Wandlungspreis von rund 40,49 Euro würden für die vollständige Unterlegung aller Wandlungsrechte bis zu 7,04 Millionen Aktien benötigt — ein Faktor, den Anleger im Blick behalten sollten.

Die Aktie notiert mit einem Plus von rund 71 Prozent im Zwölf-Monats-Vergleich deutlich über dem Niveau vom vergangenen Frühjahr, liegt aber noch knapp 19 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,10 Euro. Der Kurs vom 3. Juni — wenn die finalen Jahreszahlen vorliegen — wird zeigen, ob die operativen Fortschritte die verbliebene Lücke schließen können.

Voestalpine-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Voestalpine-Analyse vom 01. April liefert die Antwort:

Die neusten Voestalpine-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Voestalpine-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Voestalpine: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...