TUI stellt die Weichen für die nächsten Wochen, ohne dass sich der Kurs aktuell stark bewegt. Entscheidend dürfte der Februar werden: Dann treffen frische Zahlen, konkrete Hinweise auf die Sommersaison und gegensätzliche Analystenstimmen aufeinander. Wie gut ist die Aktie vor diesem Termin positioniert?

Quartalstermin als nächster Trigger

Der Reisekonzern hat den Termin für die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2026 festgezurrt: Am 10. Februar 2026 legt TUI Bericht und Präsentation in Deutsch und Englisch vor.

Das erste Quartal umfasst traditionell die Wintermonate Oktober bis Dezember. Für die Branche ist diese Phase wichtig, weil sich hier bereits das Buchungsverhalten für die Sommersaison abzeichnet – also für das umsatzstärkste Vierteljahr.

Mit der klaren Terminlage erhält der Markt einen festen Orientierungspunkt. Bis dahin dürfte viel Vorarbeit in die Frage fließen, ob TUI bei Buchungen und Margen an die positiven Trends der vergangenen Monate anknüpfen kann.

Analysten weit auseinander

Die Einschätzungen der Research-Häuser gehen aktuell deutlich auseinander – ein Hinweis auf Unsicherheit über die weitere Entwicklung.

Deutsche Bank Research bleibt klar optimistisch:
- Einstufung: „Buy“
- Kursziel: 12,00 Euro

Vom gestrigen Schlusskurs bei 9,16 Euro entspräche das einem potenziellen Aufschlag von knapp 30 Prozent. Die Deutsche Bank begründet ihre Sicht mit erwarteter robuster Nachfrage nach Reisen und einer verbesserten Bilanzstruktur.

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Auf der anderen Seite steht Bernstein Research mit deutlich zurückhaltenderer Sicht:
- Einstufung: „Market-Perform“
- Kursziel: 7,90 Euro

Damit liegt dieses Ziel unter dem aktuellen Kursniveau. Implizit macht Bernstein damit deutlich, dass Rückschläge möglich sind, falls TUI am 10. Februar bei Buchungen oder Profitabilität hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Der Markt pendelt derzeit zwischen diesen Polen: Weder das optimistische Szenario der Deutschen Bank noch das vorsichtige Bernstein-Bild ist vollständig eingepreist.

Operative Signale: Kooperation und Nachfrage

Parallel zu den Vorbereitungen auf den Zahlen-Termin meldet TUI Fortschritte im operativen Geschäft.

So wird die strategische Kooperation mit Ryanair ausgeweitet und umfasst nun auch den Flughafen Torp Sandefjord. Solche Vereinbarungen sind für TUI wichtig, weil sie zusätzliche Flugkapazitäten sichern, ohne eigene Flugzeuge bereitstellen zu müssen. Das reduziert Kapitaleinsatz und Fixkosten und kann die Marge im sogenannten Dynamic Packaging – also der flexiblen Bündelung von Flug, Hotel und Zusatzleistungen – stützen.

Ein weiteres Indiz kommt aus TUI Österreich: Dort werden bereits starke Buchungseingänge für die Sommersaison 2026 gemeldet. Sollte sich dieses Muster konzernweit bestätigen, hätte TUI Argumente für höhere Umsatz- und Ergebnisprognosen.

Die wichtigsten Daten im Überblick

  • Schlusskurs gestern: 9,16 €
  • Termin Quartalszahlen Q1 2026: 10. Februar 2026
  • Analysten-Spanne Kursziele: 7,90 € (Bernstein) bis 12,00 € (Deutsche Bank)
  • Performance 12 Monate: +16,59 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch (9,45 €): rund -3 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Tief (5,86 €): rund +56 %
  • Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt (7,94 €): ca. +15 %

Die Aktie notiert damit nahe ihrem 52‑Wochen-Hoch und klar über den mittelfristigen Durchschnittslinien. Der 14-Tage-RSI von 45 signalisiert jedoch keinen überkauften Zustand.

Technisches Bild und Ausblick

Charttechnisch bleibt das Papier konstruktiv: Der Kurs liegt mit rund 3–4 Prozent über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 8,82 Euro und deutlich über dem 200‑Tage-Durchschnitt. Nach unten wirkt der Bereich um 9,00 Euro als kurzfristige Unterstützungszone, während das 52‑Wochen-Hoch bei 9,45 Euro einen ersten Widerstand markiert.

Der entscheidende Impuls wird nun für den 10. Februar erwartet. Gelingt es TUI, mit soliden Quartalszahlen und überzeugenden Buchungsdaten zur Sommersaison 2026 zu zeigen, dass die Nachfrage die Kosteninflation abfedert oder übertrifft, wäre ein Vorstoß in stabile zweistellige Kursregionen ein realistisches Szenario. Bleiben die Daten dagegen hinter den optimistischen Erwartungen zurück, dürften sich eher die konservativen Kursziele der skeptischeren Analysten durchsetzen.

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