Der Kieler Marineschiffbauer feiert seinen Aufstieg in die zweite Börsenliga mit einem beeindruckenden Lauf. Seit Jahresbeginn hat sich der Titel um rund 42 Prozent verteuert und markierte am heutigen Montag ein neues Rekordhoch. Doch während die Sektkorken in Frankfurt knallen, wächst die Diskrepanz zwischen Börsenwert und Analystenzielen. Treiben die massiven Expansionspläne den Kurs zu weit, oder rechtfertigt das volle Auftragsbuch die Bewertung?

Hier die wichtigsten Fakten zur aktuellen Lage:

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  • Kursentwicklung YTD: +42,00 % seit Jahresanfang
  • 52-Wochen-Hoch: 98,55 € (erreicht am 19.01.2026)
  • Auftragsbestand: Rekordniveau von ca. 18,2 Mrd. Euro
  • Strategie: Übernahmeangebot für Nachbarwerft GNYK eingereicht

Einstand nach Maß

Nur wenige Monate nach dem Börsengang im Oktober 2025 ist ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) im MDAX angekommen. Das Management nutzte das traditionelle Glockenläuten, um die strategische Bedeutung dieses Schritts zu betonen: mehr Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren und besserer Zugang zu Kapital.

Der Markt spielt dieses Szenario derzeit aggressiv. Zwar gönnt sich die Aktie heute eine leichte Verschnaufpause mit einem Minus von 0,71 Prozent auf 98,55 Euro, doch der übergeordnete Trend ist eindeutig. Mit dem heute erreichten 52-Wochen-Hoch hat sich der Börsenwert auf rund 6,3 Milliarden Euro geschraubt. Die Volatilität bleibt mit annualisiert rund 56 Prozent allerdings hoch, was die Nervosität einiger Marktteilnehmer widerspiegelt.

Substanz trifft auf Übernahmefantasie

Treibstoff für die Rally liefert primär das operative Geschäft. Der Auftragsbestand deckt rechnerisch die Umsätze der nächsten acht bis neun Jahre ab – ein Wert, der in der Rüstungsindustrie seinesgleichen sucht. Wichtige Treiber sind hierbei die Erweiterung des deutsch-norwegischen U-Boot-Programms 212CD sowie die Chancen auf den Zuschlag für kanadische U-Boote.

Parallel dazu setzt TKMS auf anorganisches Wachstum. Das unverbindliche Übernahmeangebot für die German Naval Yards Kiel (GNYK) würde die Kapazitäten für Überwasserschiffe deutlich erweitern. Analysten bewerten die Verhandlungsposition von TKMS als stark, da der strukturell unterausgelastete Nachbar kaum alternative Optionen besitzt.

Bewertung enteilt den Zielen

Die rasante Kursentwicklung führt zu einer spannenden Konstellation bei der Bewertung. Mit einem Kurs von knapp unter 100 Euro hat die Aktie die Kursziele der meisten Analysten weit hinter sich gelassen. Das durchschnittliche Ziel liegt bei 78,40 Euro; selbst optimistische Stimmen wie die Deutsche Bank sehen den fairen Wert aktuell nur bei 82 Euro.

Anleger müssen abwägen, ob die operative Marge, die mittelfristig auf über 7 Prozent steigen soll, diese Bewertungsaufschläge rechtfertigt. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis von 2,9 deutet darauf hin, dass viel Zukunftsmusik bereits eingepreist ist.

Der nächste Realitätscheck steht am 11. Februar 2026 an. Dann präsentiert TKMS seine Quartalszahlen. Investoren werden besonders darauf achten, ob die angekündigte Unterzeichnung des F127-Fregatten-Vertrags konkretisiert wird und ob die Margenentwicklung mit dem rasanten Kursanstieg Schritt halten kann.

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