Ein großer Investor zieht sich spürbar zurück, während der Kurs weiter im Abwärtstrend steckt – und das trotz erfüllter Umsatzziele. Die jüngsten Stimmrechtsmeldungen von Goldman Sachs und die charttechnische Lage zeichnen ein gemischtes Bild. Wie passt das zusammen?

Goldman Sachs dreht den Regler zurück

Innerhalb von nur zwei Tagen hat Goldman Sachs seine Beteiligung an TeamViewer deutlich umgebaut. Zunächst erhöhte die Investmentbank ihre Position, nur um sie kurz darauf spürbar zu verkleinern:

    1. Januar 2026: Aufstockung der Gesamtposition von 4,89 % auf 5,11 %
    1. Januar 2026: Reduzierung von 5,11 % auf 4,31 %

Aktuell hält Goldman Sachs:

  • 0,66 % der Stimmrechte direkt über Aktien
  • 3,65 % über Finanzinstrumente

Die direkte Aktienposition wurde damit von 2,37 Millionen auf rund 1,08 Millionen Stück mehr als halbiert. Das ist ein klarer Einschnitt, auch wenn die Gesamtexponierung über Derivate weiterhin deutlich höher ist.

Auffällig: Trotz des Rückgangs beim direkten Aktienanteil bleibt Goldman Sachs mit einem „Hold“-Rating und einem Kursziel von 6,50 Euro grundsätzlich neutral zum Titel.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Deutliche Reduzierung der direkt gehaltenen Aktien durch Goldman Sachs
  • Gesamtbeteiligung weiterhin über Finanzinstrumente abgesichert
  • Kurs über 50-Tage-Linie, aber klar unter 200-Tage-Durchschnitt
  • Umsatzziel 2025 erreicht, Aktie reagierte kurzfristig positiv
  • Analystenziele reichen von 6,50 bis 17,00 Euro, Konsens deutlich über aktuellem Kurs

Charttechnik: Erholung im Abwärtstrend

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Die Aktie schloss am Freitag bei 5,82 Euro. Damit liegt sie:

  • rund 57 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 13,42 Euro
  • fast 29 % unter dem 200‑Tage-Durchschnitt von 8,19 Euro

Seit zwölf Monaten summiert sich das Minus auf etwa 46 %, der langfristige Trend zeigt klar nach unten. Gleichzeitig notiert der Kurs leicht über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 5,80 Euro.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei TeamViewer?

Ein technisches Detail sticht heraus: Zuletzt wurde die 50‑Tage-Linie von unten nach oben gekreuzt – ein klassisches kurzfristiges Kaufsignal. Der RSI liegt mit 27,6 im überverkauften Bereich, was auf eine bereits fortgeschrittene Schwächephase hindeutet, in der Gegenbewegungen häufiger auftreten.

Die hohe 30‑Tage-Volatilität von knapp 70 % unterstreicht, wie nervös der Markt aktuell reagiert. Der Abstand zum 52‑Wochen-Tief bei 5,41 Euro ist mit gut 7 % zwar vorhanden, aber noch kein komfortables Polster.

Fundamentaldaten und Umsatzziel 2025

Operativ gelang TeamViewer zum Jahresstart ein positiver Akzent. Im Trading Update für 2025 meldete das Unternehmen, dass die prognostizierten Umsatzziele auf Pro-forma-Basis erreicht wurden. Die Aktie legte daraufhin kurzfristig um rund 5 % zu.

Fundamental präsentiert sich das Bild auf den ersten Blick günstig bewertet:

  • KGV (TTM): 7,97
  • Forward-KGV: 4,91
  • Gewinn je Aktie (TTM): 0,73 Euro
  • Jahresumsatz (TTM): 730,84 Mio. Euro
  • Gewinnmarge: 15,82 %

Damit kombiniert der Titel eine zweistellige Marge mit niedrigen Bewertungsmultiplikatoren. Das erklärt, warum trotz des schwachen Kurses weiterhin Potenzial gesehen wird.

Analysten: Hohe Spanne bei den Kurszielen

Die Einschätzungen der Analysten gehen deutlich auseinander. Im Durchschnitt liegt das Kursziel bei 10,46 Euro und damit rund 80 % über dem aktuellen Kursniveau. Die Spanne ist allerdings breit:

  • Unteres Ende: 6,50 Euro (u. a. Goldman Sachs, Rating „Hold“)
  • Oberes Ende: 17,00 Euro
  • Barclays: „Buy“ mit Kursziel 8,50 Euro
  • J.P. Morgan: „Neutral“

Die große Bandbreite signalisiert Unsicherheit darüber, wie nachhaltig die jüngste operative Stabilisierung ist und ob es gelingt, den langfristigen Kursverfall zu stoppen.

Ausblick: Quartalszahlen als nächster Test

Die nächsten Termine könnten entscheidend dafür werden, ob sich der Kurs aus dem Abwärtstrend lösen kann:

    1. Februar 2026: Veröffentlichung der Q4- und Gesamtjahreszahlen 2025
    1. März 2026: Vollständiger Jahresbericht
    1. Juni 2026: Hauptversammlung

Bringt das Zahlenwerk am 10. Februar neben den erreichten Umsatzzielen auch überzeugende Ertragskennziffern und einen belastbaren Ausblick, hätte die Aktie eine realistische Chance, den Bereich um das 52‑Wochen-Tief nachhaltig hinter sich zu lassen und in Richtung der Analystenziele aufzuschließen. Bleiben hingegen nur begrenzte Fortschritte sichtbar, dürfte der Titel vorerst im Spannungsfeld zwischen niedrigem Bewertungsniveau, skeptischem Chartbild und zurückhaltenden Großinvestoren gefangen bleiben.

TeamViewer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TeamViewer-Analyse vom 25. Januar liefert die Antwort:

Die neusten TeamViewer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TeamViewer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

TeamViewer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...