Die historische Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl durch die Internationale Energieagentur konnte die Märkte am Donnerstag nicht beruhigen. Während der Ölpreis unaufhaltsam an der 100-Dollar-Marke kratzt, wächst in Europa die Angst vor einer Stagflation – einer Kombination aus wirtschaftlicher Stagnation und hoher Inflation. Der STOXX 600 gab daraufhin erneut nach und testet nun eine psychologisch wichtige Marke.

Ölpreis-Schock trotz Notfall-Reserven

Obwohl die IEA massiv in den Ölmarkt intervenierte, stieg der Preis für die Sorte Brent auf fast 100 US-Dollar pro Barrel. Händler blicken besorgt auf den Nahen Osten, wo der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus massiv eingeschränkt bleibt. Diese Energiepreis-Rallye wirkt wie eine Steuer auf die europäische Wirtschaft und drückte den STOXX 600 um 0,6 % auf 602,54 Punkte. Damit notiert der Index inzwischen rund 5 % unter seinem Rekordhoch von Ende Februar.

Besonders die Bankenwerte gerieten unter Druck. Investoren fürchten, dass die Kombination aus schwachem Wachstum und steigenden Zinsen die Kreditrisiken erhöht. Die Deutsche Bank verlor über 5 %, belastet durch Sorgen um das Privatkreditgeschäft. Auch HSBC verbuchte deutliche Abschläge, nachdem Filialschließungen in Katar die regionale Exponierung der Bank verdeutlichten.

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Rüstungswerte trotzen dem Abwärtstrend

Während der breite Markt nachgab, suchten Anleger Zuflucht in Sektoren, die von der aktuellen geopolitischen Lage profitieren. Verteidigungswerte wie Leonardo und Rheinmetall verzeichneten deutliche Zuflüsse. Rheinmetall profitierte dabei zusätzlich von einer optimistischen Prognose für das Umsatzwachstum. Auch im Rohstoffsektor gab es Lichtblicke: Die Aktie von K+S sprang um 15 % nach oben, getrieben durch eine branchenweite Rotation in Richtung Grundstoffe.

Auffällige Einzelwerte am Donnerstag:
- K+S (+15,0 %): Sektorrotation in Rohstoffe
- Zalando (+9,5 %): Überzeugende Profitabilität
- Gerresheimer (-8,7 %): Verspätete Bilanzvorlage
- HSBC (-6,0 %): Belastung durch Regionalrisiken
- Deutsche Bank (-5,3 %): Sorgen um Kreditrisiken

Zinswende rückt näher

Die Erwartungen an die Geldpolitik haben sich massiv verschoben. Angesichts der hartnäckigen Inflation, die in Deutschland im Februar bei 1,9 % bestätigt wurde, rechnet der Markt nun fest mit einer Zinserhöhung der EZB bis Juli 2026. Zuvor war noch über Zinssenkungen spekuliert worden. Doch der "Stagflations-Schock" zwingt die Währungshüter zum Umdenken, während die Wachstumsprognosen für Deutschland auf magere 0,8 % zusammengestrichen wurden.

Technisch befindet sich der STOXX 600 in einer schwierigen Phase. Der Index ist unter seinen 50-Tage-Durchschnitt gefallen, was kurzfristig auf weiteres Abwärtspotenzial hindeutet. Die Marke von 600 Punkten gilt nun als entscheidende Unterstützung. Sollte der Ölpreis dauerhaft über 100 Dollar bleiben, halten Analysten einen Rückfall bis auf 550 Punkte für möglich. Anleger blicken nun auf den morgigen Handelstag, an dem sich zeigen muss, ob die psychologische 600er-Marke dem Verkaufsdruck standhält.

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