Solana gerät heute kräftig unter Verkaufsdruck, obwohl die Kennzahlen im Hintergrund etwas anderes sagen. Kurzfristig dominieren Liquidationen am Derivatemarkt und ein schwächerer Gesamtmarkt das Bild. Parallel steigen jedoch die Netzwerkaktivität, die Stablecoin-Liquidität und die Bestände großer Anleger deutlich an. Wie passt dieser Widerspruch zusammen – und was erklärt den aktuellen Rücksetzer?

Kurzfristiger Verkaufsdruck dominiert

Solana fällt heute um rund 4 %, belastet von einer breiten Liquidationswelle am Kryptomarkt. In den vergangenen 24 Stunden wurden laut CoinGlass rund 851 Millionen US‑Dollar an Krypto-Positionen zwangsliquidiert, davon etwa 786 Millionen US‑Dollar auf der Long-Seite.

Für SOL selbst waren die Bewegungen besonders einseitig:
- Long-Liquidationen überstiegen 20 Millionen US‑Dollar
- Mehr als 95 % aller SOL-Liquidationen entfielen auf Long-Positionen

Gleichzeitig schrumpfte das offene Interesse in SOL-Futures auf etwa 8,2 Milliarden US‑Dollar. Viele gehebelte Trader reduzierten also ihr Risiko, was den Abwärtsdruck verstärkte.

Der Preisrückgang wurde von einem sprunghaften Anstieg des Handelsvolumens begleitet. In einer Stunde wechselten 3 Millionen SOL den Besitzer – mehr als 200 % über dem 24‑Stunden-Schnitt. Die Zone zwischen 128 und 130 US‑Dollar gilt nun als wichtige technische Marke; ein nachhaltiger Bruch könnte laut Analysten Abgaben in Richtung 122 US‑Dollar oder darunter auslösen.

Ein Blick auf die bereitgestellten Marktdaten unterstreicht diesen Druck: Mit rund 126,79 US‑Dollar notiert SOL nur knapp über dem 52‑Wochen-Tief, rund 46 % unter dem Hoch, und liegt dabei etwa 4 % unter seinem 50‑Tage-Durchschnitt.

On-Chain-Daten senden ein anderes Signal

Während das Chartbild kurzfristig schwach wirkt, zeichnen die On-Chain-Kennzahlen ein robusteres Bild.

Wale und Hodler bauen Positionen aus

Glassnode-Daten zeigen eine deutliche Zunahme großer Solana-Bestände seit Ende November 2025. Adressen mit 1.000 bis 10.000 SOL halten inzwischen rund 48 Millionen Token, etwa 9 % des zirkulierenden Angebots. Adressen mit mindestens 100.000 SOL kontrollieren mittlerweile 362 Millionen Token, nach 347 Millionen Mitte November – das entspricht etwa 64 % der gesamten Umlaufmenge.

Auch der langfristige Kapitalaufbau ist klar sichtbar:
- Die Netto-Positionsveränderung der Hodler ist seit Ende Dezember 2025 positiv
- Sie erreichte ein 15‑Monats-Hoch von 3,85 Millionen SOL

Ein ähnlich starkes Akkumulationsmuster war zuletzt im Oktober 2024 zu sehen, unmittelbar vor einer anschließenden Kursrally von 95 %. Das garantiert zwar keine Wiederholung, zeigt aber, dass langfristig orientierte Investoren aktuell tendenziell zukaufen.

Angebot an Börsen auf Mehrjahrestief

Parallel sinkt das verfügbare Angebot an zentralisierten Börsen. Die SOL-Bestände dort gingen bis zum 14. Januar 2026 um 5 Millionen Token auf 26.058.693 zurück – ein Tiefstand wie zuletzt im Januar 2023.

Ein geringeres Börsenangebot wird am Markt häufig so interpretiert, dass Inhaber eher halten als verkaufen möchten. In Kombination mit der Whale-Akkumulation stützt dies die These, dass der fundamentale Verkaufsdruck im Hintergrund abnimmt, auch wenn der Preis kurzfristig nachgibt.

Netzwerk wächst trotz Kursschwäche

Abseits des Preises zeigt Solana weiter sehr hohe Aktivität und ein wachsendes Ökosystem.

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Nutzer- und Transaktionszahlen auf Spitzenwerten

Laut Nansen erreichten die wöchentlich aktiven Adressen am 18. Januar 2026 rund 27,1 Millionen – ein Plus von 56 % gegenüber der Vorwoche. In derselben Woche wurden 515 Millionen Transaktionen abgewickelt. Damit lag Solana sowohl bei den aktiven Adressen als auch bei den Transaktionen vor allen anderen Blockchain-Netzwerken. Die täglich aktiven Wallets näherten sich 2,9 Millionen.

Im 30‑Tage-Vergleich ist das Bild ähnlich eindrucksvoll: Rund 2,3 Milliarden On-Chain-Transaktionen machen Solana laut Messari ebenfalls zur Nummer eins nach Volumen.

Rekord bei Stablecoins und reale Vermögenswerte

Die Stablecoin-Menge auf Solana stieg in der vergangenen Woche laut Token Terminal um mehr als 15 % auf ein Allzeithoch von 15 Milliarden US‑Dollar. Das verweist auf frische Liquidität, die ins Netzwerk fließt. Zusätzlich sind auf Solana über 1 Milliarde US‑Dollar an tokenisierten Real-World-Assets (RWA) hinterlegt, so Daten von RWA.xyz.

Im DeFi-Bereich liegt der Total Value Locked (TVL) laut DeFiLlama bei knapp 10 Milliarden US‑Dollar. Das ist zwar weniger als das Rekordniveau von 12,2 Milliarden im September 2025, zeigt aber weiterhin ein hohes Kapitalvolumen im Ökosystem.

Technik und Stabilität als Fundament

Neben Nutzung und Kapitalzuflüssen schreitet auch die technische Weiterentwicklung voran.

Firedancer und Alpenglow auf dem Weg

Der von Jump Crypto entwickelte Validator-Client Firedancer läuft inzwischen auf Mainnet-Knoten. In Tests verarbeitete die Netzwerk-Schicht mehr als 1.000.000 Transaktionen pro Sekunde. Ziel ist es, die Performance und Resilienz des Netzwerks deutlich zu erhöhen.

Mit Alpenglow steht zudem ein neues Konsensprotokoll in Aussicht, das bis Anfang 2026 erwartet wird. Es soll nahezu sofortige Finalität mit rund 150 Millisekunden ermöglichen und damit insbesondere für Anwendungen mit hohen Latenzansprüchen attraktiv sein.

Belastungsprobe bestanden

Im Dezember 2025 bestand Solana eine massive, einwöchige DDoS-Attacke mit Spitzen von fast 6 Terabit pro Sekunde – eine der größten Attacken dieser Art überhaupt. Trotz der Belastung kam es zu keinem Netzwerkausfall. Blöcke wurden weiterhin planmäßig finalisiert, die Transaktionsverzögerung blieb mit unter 450 Millisekunden überschaubar.

Dieses Verhalten adressiert frühere Kritikpunkte an der Zuverlässigkeit des Netzwerks und stützt die Argumentation, dass Solana technisch deutlich gereift ist.

Institutionelle Nachfrage und ETF-Dynamik

Auch auf institutioneller Seite gibt es relevante Entwicklungen. SOL-spezifische ETFs verzeichneten acht Wochen in Folge Zuflüsse, insgesamt rund 41 Millionen US‑Dollar bis zum 9. Januar 2026.

Ein weiterer Meilenstein: Morgan Stanley hat Anfang Januar 2026 bei der SEC Anträge für Spot-SOL-ETFs eingereicht. Solche Produkte gelten als wichtiger Hebel, um zusätzliche institutionelle Anleger an Bord zu holen.

Zuletzt schlug das Pendel allerdings wieder um. Nettoabflüsse aus Solana-ETFs verstärkten den aktuellen Preisdruck und trafen auf ein Umfeld, das ohnehin von makroökonomischer Unsicherheit und geopolitischen Spannungen geprägt ist. Das Zusammenspiel aus Risikoaversion und Positionsabbau erklärt einen guten Teil der jüngsten Schwäche.

Einordnung der aktuellen Lage

In Summe spiegelt die Kursentwicklung bei Solana derzeit eher kurzfristige technische Schwäche und Risikoabbau am Markt wider als eine Verschlechterung der Fundamentaldaten. Die On-Chain-Daten sprechen mit Rekord-Stablecoin-Beständen, sinkenden Börsenbeständen, starker Whale-Akkumulation und hoher Netzwerkaktivität für eine weiterhin robuste Basis.

Aus technischer Sicht bleiben mehrere Kurszonen relevant: Unterstützungen liegen im Bereich um 128 US‑Dollar, darunter bei 125–126 und 120 US‑Dollar. Auf der Oberseite markieren 137, 145 und 160 US‑Dollar potenzielle Widerstände. Wie sich der aktuelle Rücksetzer entwickelt, dürfte vor allem davon abhängen, ob sich der breite Kryptomarkt nach der Liquidationswelle stabilisiert oder ob weiterer Risikoabbau folgt.

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